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„Lernen" ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber auf jeden Fall kannst du deine emotionale Intelligenz trainieren. | © iStock.com/Natali_Mis

Emotionale Intelligenz lernen: So kommst du einfühlsam zum Erfolg

Nicht nur Fachwissen, sondern auch emotionale Intelligenz bestimmt im Beruf über unseren Erfolg. Was genau es damit auf sich hat, verraten wir dir hier.

Was ist emotionale Intelligenz?

Im Jahr 1990 prägten die US-amerikanischen Psychologen John D. Mayer und Peter Salovey den Fachausdruck „emotionale Intelligenz“ – dabei sind die Fähigkeiten, die dahinterstecken, schon lange bekannt. Goethe beschrieb sie zum Beispiel als „Herzensbildung“. Aber was genau ist emotionale Intelligenz? Laut dem viel beachteten Buch „EQ – Emotionale Intelligenz“ von Daniel Goleman zeichnet sie sich dadurch aus, dass man die eigenen Emotionen erkennen, beeinflussen und für die Erreichung eines Ziels nutzen kann. Außerdem gehören Empathie und der richtige Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen dazu. Diese Fähigkeiten sind im Berufsalltag sehr wichtig – insbesondere, wenn du eine Führungsposition innehast.

Was heißt das im Einzelnen?

Um deine eigenen Emotionen zu erkennen, musst du dir deiner selbst bewusst sein. Das impliziert zwar auch Selbstbewusstsein, geht aber weit darüber hinaus: Du weißt, wann du wie reagierst und was welchen Einfluss auf deine Emotionen hat. Du kennst deine Stärken und weißt um deine Schwächen. Letzteres bedeutet, dass du erkennst, wo du noch an dir arbeiten musst. Deine Emotionen zu beeinflussen, ist schon schwieriger. Hier geht es darum, dass du dich von Wut, Ärger, Frustration, Trauer, Scham etc. nicht blockieren lässt, sondern dich aktiv wieder in einen besseren Gemütszustand versetzen kannst. Das ist eine Form der Selbststeuerung.

Um deine Emotionen für die Erreichung eines Zieles zu nutzen, musst du negative Energie in positive umwandeln können – zum Beispiel, wenn etwas mal nicht nach Plan läuft, du aber trotzdem weitermachen musst. Denn nur positive Energie kannst du für die Umsetzung der Schritte verwenden, die zwischen dir und dem Ziel liegen. Kurz gesagt: Du sorgst für deine eigene Motivation.Mittels Empathie kannst du feststellen, wie es den Menschen um dich herum geht – im Beruf sind das natürlich deine Kunden, Kollegen und Vorgesetzten. So fällt es dir leichter, sie dort abzuholen, wo sie gerade sind.

Der richtige Umgang mit deinen Mitmenschen erfordert soziale Kompetenz und Kommunikationsvermögen. Hast du beides, kannst du Konflikte lösen, Menschen aufbauen und motivieren und gut funktionierende Teams leiten.

Wirst du oft von deinen Emotionen oder deiner Reaktion auf einen Stimmungsumschwung überrascht, solltest du dich mit den Hintergründen beschäftigen. | © iStock.com/julief514

Kann man emotionale Intelligenz lernen?

Das ist eine Frage, an der sich die Geister scheiden. „Lernen“ ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber auf jeden Fall kannst du deine emotionale Intelligenz trainieren. Die Grundzüge davon trägt jeder von uns in sich – je mehr wir mit anderen Menschen in Kontakt treten, desto größer ist schließlich das Trainingsfeld, auf dem wir unser ganzes Leben lang tätig sind. Emotionale Intelligenz fällt uns leichter bei Menschen, die wir kennen und mögen. Ist ein Freund oder ein Familienmitglied geknickt, stellst du das schneller fest als bei einem Kollegen, den du nicht sonderlich magst und der seine Gefühle auf der Arbeit auch versteckt.

So kannst du deine emotionale Intelligenz steigern

Wirst du oft von deinen Emotionen oder deiner Reaktion auf einen Stimmungsumschwung überrascht, solltest du dich mit den Hintergründen beschäftigen. Warum fühlst du in dem jeweiligen Punkt so stark, und warum ist deine Reaktion so heftig und manchmal vorschnell? Wann immer es möglich ist, nimm dir einige Momente Zeit zum Reflektieren, ehe du überstürzt reagierst und es im Nachhinein womöglich bereust.

Jeder Mensch hat Erinnerungen, Songs oder andere Dinge, die er mit etwas Positivem verbindet und die seine Stimmung heben. Natürlich kannst du im Büro nicht kurz zwischendurch deinen Lieblingsfilm gucken, aber die Richtung stimmt: Beeinflusse dich selbst zum Positiven, indem du diese Anker gezielt verwendest und dir so selbst einen Energieschub verleihst.

Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Das richtige Umgehen mit deinen Mitmenschen erfordert noch mehr Arbeit als die Auseinandersetzung mit dir selbst. Kommunikationsfähigkeit zum Beispiel bedeutet nicht einfach nur, gut reden zu können. Fast noch wichtiger ist es, gut zuzuhören. Behalte also im Hinterkopf, was du sagen möchtest, aber schiebe es beiseite, solange dein Gegenüber spricht.

Gerade als Führungsperson solltest du aufmerksam zuhören können, damit sich deine Mitarbeiter von dir nicht übergangen oder abgebügelt fühlen. Frage interessiert nach und höre aufmerksam zu. Das ist schwerer, als es zunächst den Anschein hat: Auch, wenn dir die Position deines Gegenübers nicht gefällt und du sie am liebsten abtun würdest, solltest du zuhören, nachhaken und im Nachhinein sorgfältig darüber nachdenken. Nur so fühlen sich deine Mitarbeiter von dir ernst genommen und halten dich für einen fähigen und fairen Vorgesetzten.

Der richtige Umgang mit deinen Mitmenschen erfordert soziale Kompetenz und Kommunikationsvermögen. | © iStock.com/Milkos

In den Schuhen des anderen

Wir sind alle unterschiedlich – zum Glück. Das heißt natürlich auch, dass du mit einigen deiner Kollegen besser klarkommst als mit anderen. Ein guter Vorgesetzter bevorzugt deshalb aber niemanden. Lass dir bei Vorschlägen, Beschwerden oder anderen Anliegen jeweils die Gedanken des Kollegen dazu erklären, egal ob du die Idee nachvollziehbar findest oder nicht. Je mehr Informationen du hast, desto breiter ist deine Grundlage für die Entscheidung, die du treffen musst.

Arbeite an deiner Kritikfähigkeit

Niemand lässt sich gern sagen, dass er etwas falsch oder schlecht gemacht hat. Trotzdem solltest du dir Kritik anhören und zu Herzen nehmen – in einer Führungsposition sogar mehr denn je. Lässt du Kritik nicht zu, sorgst du rasch für miese Stimmung unter deinen Leuten, weil das den Eindruck erweckt, du hältst dich für unfehlbar. In so einem Umfeld wird auch schnell hinter deinem Rücken schlecht über dich geredet. Sage deinen Kollegen besser, dass du für alle Hinweise und Kritik dankbar bist. Lass dir erklären, wie sie zu dem jeweiligen Eindruck kommen und inwiefern dein Verhalten negative Auswirkungen hatte.

Das heißt nicht, dass du dich beschimpfen lassen musst! Menschen neigen aber dazu, ihrem Anführer in vielen Dingen nachzueifern. Du selbst hast es also in der Hand, ein offenes und respektvolles Betriebsklima zu schaffen. Nimm dir die geäußerte Kritik zu Herzen, überdenke sie und gleiche sie mit dem ab, was du über deine Schwächen weißt. So kannst du immer weiter an dir arbeiten. Vielen Menschen fällt gerade dieser Punkt schwer, aber Kritikfähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil von emotionaler Intelligenz.

Konflikte lösen und daran wachsen

Wo immer Menschen zusammen arbeiten, gibt es Konflikte. Bemerkst du, dass die Stimmung im Team kippt, solltest du herausfinden, was der Grund dafür ist. Viele Konflikte müssen erst gar nicht zum Flächenbrand werden, wenn du sie frühzeitig anpackst. Lass dir beide Seiten schildern und höre gegebenenfalls auch andere Kollegen dazu an. Dann triff deine Entscheidung und begründe sie so ausführlich, dass sich möglichst keine der Parteien auf den Schlips getreten fühlt. Das ist zwar fast unmöglich, aber so bekommst du den Ruf eines fairen Vorgesetzten, der unvoreingenommen auf Probleme eingeht und niemanden ungehört verurteilt.

Interessiert auf Menschen zugehen

In den Arbeitspausen oder bei einem Feierabendgetränk kommt man hin und wieder dazu, sich mit Kollegen zu unterhalten. Zeige dich hier interessiert – die meisten Menschen reden gern über sich, ihre Liebsten oder ihre Hobbys. Auch wenn die Themen für dich nicht besonders spannend sind, helfen dir diese Gespräche, das Bild deiner Kollegen zu verfeinern. So schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Man findet interessierte Zuhörer immer sympathischer als arrogante Chefs, die ihr Desinteresse kultivieren. Außerdem helfen dir diese Einblicke bei der Teambildung während des Jobs: Du kannst risikobereite Menschen mit vorsichtigen Analysten kombinieren, eher faule Genies mit eifrigen und hilfsbereiten Kollegen und so weiter.

Auf diese Weise sorgst du dafür, dass alle Schwächen innerhalb der Gruppe ausgeglichen werden und das Ergebnis sich sehen lassen kann. Deine Abteilung wird unter diesen Umständen gut arbeiten, vor allem, wenn deine Mitarbeiter wissen, dass sie bei dir stets ein offenes Ohr finden. Und so hilft das Training deiner emotionalen Intelligenz, die Karriereleiter hinaufzuklettern – ohne anzuecken oder die Gerüchteküche zum Brodeln zu bringen. Schließlich bist du kompetent und nett!

Veröffent­lichungsdatum: 04.06.2018
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