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Die Boys von Rocket Beans: Etienne Gardé, Daniel Budiman, Nils Bomhoff und Simon Krätschmer. | © Rocket Beans

Rocket Beans TV – „Alles muss, nix kann!“

Rocket Beans TV ist der erste deutsche Internetsender. So revolutionierte eine Horde Gamer mit Spaß und Selbstironie ganz nebenbei die TV- und Online-Welt.

Der etwas andere Sender

Wirft man einen Blick in die Heinrichstraße in Hamburg-Eimsbüttel, umgibt einen sofort ein Silicon-Valley-ähnliches Flair. Eine pulsierende Aufbruchstimmung liegt hier über den Hausnummern neun bis elf. Konzentrierte Gesichter vor Monitoren, Finger, die virtuos Konsolen-Controller bearbeiten, umherflitzende Mitarbeiter, die routiniert in ihre Walkie-Talkies nuscheln. Hier haben die wohl ungewöhnlichsten YouTuber Deutschlands ihr Headquarter errichtet – wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen kann. Eher könnte man mit ausreichend Pathos verkünden: Die Pioniere des deutschen Internetfernsehens, die vor ein paar Jahren mutig eine Reise ins damals noch Ungewisse antraten. Die Basis in der Heinrichstraße ist ihre treue Mayflower, die sie seitdem auf Erfolgskurs weiterschippern lässt.

Rocket Beans killed the TV-Star

Bei Rocket Beans TV entstand der authentische Gegenentwurf zum Fernsehen, wie wir es einmal kannten. Als erster unabhängiger Websender Deutschlands senden die mittlerweile knapp 100 Jungs und Mädels aus der Heinrichstraße rund um die Uhr. Und das mit Erfolg. Mit ihrem breit aufgestellten Angebot an selbst produziertem Content heimsten die Raketenbohnen schon mehrere Preise und Auszeichnungen ein. Durch einen frischen Mix aus Gaming-Formaten und Talkshows gelingt ihnen gekonnt der Spagat zwischen Popkultur und alldem, was Nerd-Herzen höherschlagen lässt. So kommen sie mit ihrem Programm auf durchschnittlich 1,5 Millionen „watched hours“ pro Woche. Geschaut von Zuschauern zwischen 18 und 35 Jahren. An dieser Stelle sei hinzugefügt, dass es mittlerweile maximal überholt ist, bei dem Wort „Nerd“ an blasse Teenager mit Brille und Zahnspange zu denken. Nein, Nerd sein heißt heute, für etwas zu brennen. Es bedeutet, eine Leidenschaft für etwas mitzubringen. Und das gelingt den Rocket Beans auf zahlreichen Ebenen – vom Kinomagazin bis zum klassischen Let’s Playwird hier das Nerdtum zelebriert wie eine Religion. Ungeniert und mit einer großen Portion Selbstironie. 24 Stunden am Tag.

Im Gaming-Room: Hier wird das Nerdtum zelebriert wie eine Religion. | © Rocket Beans

Die Community ist King

Die Gründung eines 24-Stunden-Senders in heutigen Tagen wirkt auf den ersten Blick wie eine übermütige Kriegserklärung an Streaming-Anbieter à la NetFlix und Co.. Wie David gegen Goliath, ohne große Erfolgsaussichten. Ja, auch die Clips der Rocket Beans stehen nach der Ausstrahlung in einer Mediathek bereit, falls man es mal nicht rechtzeitig vor den Rechner schafft. Die besondere Würze des Erfolgsrezepts liegt jedoch in den interaktiven Liveshows. Das Bohnen-Publikum sitzt also nicht nur unbeteiligt auf der Couch herum und lässt sich berieseln, nein, es nimmt lebendig am Geschehen auf den Bildschirmen teil. Dank der Interaktion wurde aus den Zuschauern eine treue Community, die seither einen der wichtigsten Pfeiler bildet und dem tollkühnen Experiment der Raketenbohnen überhaupt erst erlaubte, einen sicheren Stand zu finden. Der Plan ging also auf.

Auch spannend: Einige der jetzigen Vollzeit-Bohnen waren früher selbst ein Teil der Community und rutschten über ein Praktikum in das dreistöckige Kreativ-Chaos in der Heinrichstraße. Die Rocket-Beans-Family ist also ein sich stetig erweiterndes Geflecht. Es herrscht ein unermüdlicher Trubel. Und das ist gut so.

Prequel – oder: Wie alles begann

Diese Strategie kommt allerdings nicht von ungefähr. Die Gründer der Rocket Beans Entertainment GmbH kennen die Spielregeln des Fernsehens und der Onlinewelt genau. Hinter dem Konstrukt stecken vor allem vier Köpfe, die einigen nicht ganz unbekannt sein dürften. Daniel Budiman, Simon Krätschmer, Nils Bomhoff und Etienne Gardé sind Ex-Gameone-Moderatoren und Wegbereiter des Gaming-TVs in Deutschland. Der Gedanke daran, dass es sicher spannend wäre, wenn sich die Zuschauer und die Community interaktiv einbringen können, ist dabei kein Novum. Schon in Zeiten, in denen die vier Jungs bei dem Spielesender GIGA ihre ersten Karriereschritte planten, gab es Versuche in diese Richtung. Doch erst mit der Unterstützung ihres jetzigen Geschäftsführers Arno Heinisch gründeten sie nach dem Aus der MTV-Sendung „Game One“ 2012 die Rocket Beans Entertainment GmbH und den dazugehörigen YouTube-Channel, um diese Idee endlich zu perfektionieren. Unter dem Motto „Alles muss, nix kann!“ wurden schließlich aus vier erprobten Fernsehhasen die Raketenbohnen. Ganz organisch wuchs der Sender langsam aus einer Vision heraus. Nicht etwa nach dem Entwurf am Reißbrett eines Marketingstrategen. Das hätten die Big Player der Medienlandschaft sicher nicht für möglich gehalten. Doch die Rocket Beans haben es einfach gemacht.

Mission completed? Nö!

Ausruhen auf den Lorbeeren und bereits zahlreichen eingeheimsten Preisen? Keine Option für den kreativen Chaoshaufen! Nicht nur deshalb heißt es ab sofort für zwei der Bohnen: „BeatYesterday – jeden Tag ein bisschen besser werden!“ In 9 Folgen „Faul wird fit!“ stellen sich Moderator und Redakteur Andreas und Producer Flo einem ganz speziellen 12-Wochen-Programm unter Anleitung von Fitnesstrainer Gino Sigh. Seht hier, wie es dein beiden mit den regelmäßigen Trainingseinheiten und der radikalen Ernährungsumstellung geht.

Über #BeatYesterday-Autor Aaron Kleinfeld


Aaron Kleinfeld stand früher auf dem Bolzplatz immer im Tor – zu 100 Prozent freiwillig, versteht sich. Doch allgemein ist er eher der Typ, der sich sportlichen Disziplinen erst einmal in der Theorie nähert, bevor er unüberlegt drauflos prescht. Gerne dreht er auch ein paar Runden im Park gegenüber seiner Wohnung, wenn er nicht gerade mit etwas anderem beschäftigt ist. Mit Kochen zum Beispiel. Oder einem Naturspaziergang mit anschließendem Lagerfeuer. Ein Naturbursche ist er auf alle Fälle. Born to be wild.

Veröffent­lichungsdatum: 02.05.2018
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