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© Ramona Richter

160 Wochenkilometer - typisch April!

Mit Vitamin D und Sport gegen die Wetter-Depression. Ramona Richter hat mit viel Fitness und Disziplin dem störrischen April getrotzt – genau acht Tage!

Ich gebe zu, der launische April hat sich gefühlt über drei Monate breit gemacht und unseren Geduldsfaden grenzwertig in die Länge gezogen. Typisch April bedeutet: zuerst verheißen ein paar Pseudo-Sonnenstrahlen Wetterbesserung und im nächsten Moment entlädt sich eine aus dem Nichts auftauchende dicke graue Wolke. Beim Laufen oder Radfahren hat man grundsätzlich Gegenwind, auch wenn man spontan in die entgegengesetzte Richtung fährt. Und selbst Schneeschieber und Eiskratzer sollte man lieber noch nicht in den Keller verbannen bzw. Mütze, Schal und Handschuhe stets griffbereit liegen haben!

Selbst der Wetterfrosch hat es aufgegeben, zwischen den einstelligen Temperaturen und Regenwolken etwas Aufheiterung zu finden und lässt das sture Tief machen. Hmm, ich aber nicht! Sonst wird die Winter-Depression noch chronisch. Von daher setze ich zum Konter an, indem ich …

  1. mir die Vitamin-D-angereicherten Glücksgefühle einfach in Tablettenform zuführe und
  2. meine kostbaren Nerven schone, indem ich meine Zeit und Kraft lieber ins Training investiere!

So wie sich die Regenwolken spontan entladen, werde ich überschüssige Energie und Frustration einfach im Training rauslassen und dafür Umfang als auch Intensität hochschrauben. Dabei lautet die Devise: Solange ich noch den Reiz verspüre, mich genervt unter der Kapuze zu verkriechen oder auf das Thermometer einzuschlagen, habe ich mich noch nicht genug verausgabt! Kann losgehen …

© Ramona Richter

Sonntag, 30. April

Der Wecker klingelt bereits um 6:15 Uhr (an einem Sonntag wohl bemerkt!), damit ich noch vor der Arbeit meine 10km-Runde drehen kann. Aber auch nach der Arbeit ist jetzt vor dem Sport – und das im ständigen Wechsel. Nachdem ich mich also eine Zeit lang vor dem Laptop platziere, folgen 40 Minuten Stabilisationstraining und Yoga sowie lockeren 6 km Laufen.

Montag, 01. Mai

16 km Early Bird! Dabei nörgelt mein rechtes Bein schon seit Tagen. Ich habe mir nämlich die Oberschenkelrückseite wahrscheinlich bei morgendlichen Intervallen gereizt und da man morgens bekanntlich etwas länger braucht, um wach zu werden bzw. sich aufzuwärmen, liegt darin wohl der Grund für meine Wehwechen.

#immerschöngegendenSchmerzangehen

Naja, vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für diese Challenge, aber kein Sport + Aprilwetter = Nerven-Kollaps! Deshalb geht’s gleich viel motivierter 30 km Radfahren gekoppelt an eine flotte Alsterrunde (8 km).

Dienstag, 02. Mai

Die letzte Laufpause liegt schon ein Weilchen zurück, denn ich trainiere ja nicht erst seit der Challenge. Deshalb müssen die Laufschuhe heute den „Flossen“ weichen. Aber vorher stehen 50 Minuten Stabi auf dem Programm, bevor es in die Schwimmhalle geht. Diese Woche lautet nämlich die Devise 2.0: Neben dem Laufen unter der Woche täglich schwimmen und dabei mindestens jeweils 2 km also 80 x 25m-Bahnen, zurücklegen.

Mittwoch, 03. Mai

Die Laufpause war die richtige Entscheidung! Die Beine rocken die Intervalle über 13 km und dürfen sich nachmittags bei 2,25 km Schwimmen auslaufen.

© Ramona Richter

Donnerstag, 04. Mai

Heute steht mir der Train-Write-Eat-Repeat-Modus im dreifachen Rhythmus bevor! Morgens gibt es 40 Minuten Stabi gekoppelt an 7 km Laufen. Nach der gewohnten journalistischen Schreibeinlage geht es in der Mittagspause zum Schwimmen und abends folgt noch einmal ein knackiger Tempowechsel über 7 km.

Nebenwirkung 2.0

Die Schwimm-Umfänge bin ich nicht gewöhnt. Neben der schlaffen Beine schleppe ich nun auch abgeschlagene Arme mit mir herum. Erinnert an eine schlürfende Schnapsleiche …

Freitag, 05. Mai

Der eigentlich vom Trainer verschriebene Ruhetag muss leider ignoriert werden, wobei ich jedoch feststellen muss, dass er an dieser Stelle durchaus ratsam gewesen wäre. Sei es drum … Genörgelt habe ich im April genug, also schone ich lieber meine Nerven und massakriere dafür meine Muskeln: mit 10 km Laufen und 2,25 km Schwimmen.

Nebenwirkung 3.0

Deutlich mehr Hunger und weniger Geld! Was lerne ich daraus? Nicht mehr hungrig einkaufen gehen! Nicht jeder Speicher muss entleert werden …

© Ramona Richter

Samstag, 06. Mai

Wieder stehen 16 km nüchtern an. Der Körper ist einerseits nach der Woche merklich erschöpft, aber trotzdem rollen die Beine noch. Nachmittags steht dann wieder eine 40-minütige Stabi-Einheit an, die dank der vielen Liegestütze meine bereits ausgelaugten Schwimmflossen zusätzlich ärgern. Der im Anschluss 8-km-Tempowechsel läuft aber wieder überraschend gut! Heute ist einfach auch ein schöner Tag. Alles passt irgendwie und das schlägt auch aufs Gemüt. Ich sag nur: #happyness zündet ungeahnte Kraftpakete! Wer glücklich ist, bringt mehr Leistung … und das bestätigt auch die Laufuhr! Nicht selten ist der Kopf der entscheidende Clou im Training und Wettkampf.

Nebenwirkung 5.0

Müde bin ich am Abend trotzdem. Also: Schlafen! Mindestens meine acht bis neun Stunden!

Sonntag, 07. Mai

Ausgeruht und fit für den letzten Tag! Heute stehen wieder zwei Läufe an: morgens lockere 10 km, nachmittags flotte vier Runden um den Stadtpark-See im Schnitt von 4:18 min/km gekoppelt an 10 km lockeres Radfahren – scheinbar habe ich mich die Woche doch nicht ausreichend verausgabt!

Fazit

111 km Laufen, 9 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 170 Minuten Stabi – machbar, aber bemerkbar!

Ich habe tatsächlich weniger Gedanken bzw. gute Laune ans Wetter verloren – bei all dem Sport ist man einfach Endorphin-überladen, sodass man schier nicht schlecht gelaunt sein kann!

Allerdings werde ich trotzdem vor jedem Lauf ans Schiet-Wetter erinnert, weil raus muss ich ja trotzdem und dementsprechend genervt werfe ich die Regenjacke oder all die Winter-Accessoires über.

Die hohen Umfänge bin ich einerseits zwar gewöhnt, aber alles hat Grenzen. Die schlechte Laune verlagert sich so nur irgendwann, wenn man auf die dritte Einheit oder das erneute Schwimmen einfach KEINEN BOCK mehr hat!

Deshalb die für mich wichtigste Erkenntnis aus der Woche: Sport muss immer noch Spaß machen! Wer es übertreibt, der quält sich irgendwann von Einheit zu Einheit – auf Kosten des Leistungsfortschritts, der Gesundheit und Zufriedenheit!

© Ramona Richter

Über Ramona Richter


Ramona Richter ist sprichwörtlich als „Rasende Reporterin“ bei Laufevents mit Kamera, Diktiergerät und Laufschuhen dabei. An der Startlinie als passionierte Asics-Frontrunnerin, im Ziel mit der Laufelite vor der Kamera. Die studierte Bewegungswissenschaftlerin ist sportlich vielseitig aktiv und lebt im Norden von Hamburg.

(Bildquelle: Ramona Richter)

Veröffent­lichungsdatum: 17.05.2017
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