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Hohe Erwartungen, Geschenke-Marathon und das Fest selbst – Weihnachten ist für viele von Hektik und Konflikten geprägt. | © iStock.com/SIphotography

Nachgefragt: Wie komme ich stressfrei durch die Weihnachtszeit?

Alle Jahre wieder: Für einige gehören Stress und Streit zu Weihnachten wie Zimtsterne und Tannenbaum. Wie sich das vermeiden lässt, erklärt Coach Gyde Schmidt.

Warum fühlen sich viele Menschen in der Weihnachtszeit so gestresst?

Hohe Erwartungen, ein regelrechter Geschenke-Marathon und schließlich das Fest selbst, bei dem ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen – Weihnachten, das Fest der Liebe, ist für viele von Hektik und Konflikten geprägt. An den Feiertagen verbringen auch Familien viel Zeit miteinander, die sich sonst nur selten sehen. Plötzlich ist genug Raum für alte Konflikte da. Gleichzeitig sind die Erwartungen unerreichbar hoch: Alles soll perfekt und harmonisch sein. Das kann stressen. Unter diesem Druck leiden viele schon in den Wochen vor dem Fest.

Bedeutet das, dass wir uns den Stress vor allem selbst machen?

Mit unseren hohen Ansprüchen an das perfekte Fest auf jeden Fall. Aber klar ist auch: Viele Dinge, die wir Weihnachten veranstalten, machen wir gar nicht für uns, sondern für andere. Wir denken, dass die Großmutter unbedingt in die Kirche will –und gehen mit. Wir wollen niemanden enttäuschen und verbringen die Festtage auf der Autobahn, um von den Eltern in Bremen zur Schwiegermutter nach Düsseldorf zu hetzen. Bloß damit sich niemand vernachlässigt fühlt. Doch unsere eigenen Bedürfnisse bleiben dabei oft buchstäblich auf der Strecke. Das macht unzufrieden.

An den Feiertagen verbringen auch Familien viel Zeit miteinander, die sich sonst nur selten sehen - die Gefahren: alte Konflikte und zu hohe Erwartungen ans Fest. | © iStock.com/jacoblund

Aber die Lösung kann ja nicht sein, Weihnachten egoistisch für sich zu planen, oder?

Nein, aber es hilft, miteinander zu reden. Vielleicht empfinden auch andere Familienmitglieder die Rituale als anstrengend, nur keiner traut sich, es zu sagen. Und auch, wenn es nicht so ist: Am besten klärst du schon im Vorfeld, was dir wichtig ist – und versuchst mit der Familie möglichst konkret den Ablauf abzusprechen. Dabei kann es sowohl ums Timing gehen, ums Essen, aber auch um die Frage, wer wem was schenkt. Das schützt vor ungewollten Komplikationen und Enttäuschungen.

Das gilt übrigens auch, wenn es während des Festes Frust gibt. Nur sind die anderen ja auch in der Lage, ihr Verhalten zu ändern. Aber es ist wichtig, dass du deine Wünsche und Gefühle aus der Ich-Perspektive formulierst – nach dem Motto: „Wenn du das zu mir sagst (Beobachterrolle), macht es mich wütend (Gefühl), weil ich mir sehr viel Mühe gegeben habe und dafür Anerkennung (Bedürfnis) brauche. Ich würde mich freuen, wenn ihr das zur Kenntnis nehmt (Bitte).“ Damit zeigst du ein neues Verhaltensmuster und machst dir und dem anderen das größte Geschenk: ein friedliches Fest!

Du stehst in der Weihnachtszeit unter Dauerdruck? Horche in dich hinein und versuche, deine Gefühle zu analysieren. | © iStock.com/SebastianGauert

Wie gelingt es mir, gelassener mit der Situation umzugehen?

Schon Wochen vor Weihnachten bist du gestresst – weil du nicht weißt, was du schenken, kochen oder anziehen sollst. Du hetzt von einer Feier zur anderen, stehst unter Dauerdruck. Aber warum eigentlich? Horche in dich hinein. Welche Gefühle nimmst du in dir selbst wahr: Frust? Enttäuschung? Angst? Hinter diesen Emotionen steckt meist ein Bedürfnis. Finde also heraus, was du wirklich brauchst: „Mir fehlt Ruhe.“, „Ich sehne mich nach Unterstützung.“ Und dann sprich das offen an: Es ist ok, nicht auf jeder Weihnachtsfeier zu erscheinen – du darfst durchaus mal „nein“ sagen! Und wenn dir die Vorbereitungen für Heiligabend zu viel werden, bitte andere um Hilfe.

Und was mache ich, wenn trotz bester Vorbereitung etwas schiefgeht?

Ein falsches Wort, ein missratener Essensgang oder ein Gast, der sich scheinbar nicht über die Geschenke freut –  und du bist mächtig enttäuscht oder gleich auf 180? Diesmal nicht! So schaffst du es, die Situation möglichst wertfrei zu beobachten. Stell dir einfach vor, du würdest die Szene auf einer Kinoleinwand sehen. Betrachte die Menschen, Stimmen und Worte in deiner Umgebung von deinem Kinosessel aus. Vielleicht kannst du so sogar das Komische an der Situation erkennen.

© Gyde Schmidt

Über Gyde Schmidt


Gyde Schmidt lebt und arbeitet in Hamburg als zertifizierter Business-Coach mit dem Schwerpunkt Identität. Sie unterstützt vor allem selbstständige Frauen mit Kind, um erfolgreich mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren.

Bruntje Thielke

Über #BeatYesterday-Autorin Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 01.12.2015
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