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Was ist EMS-Training? Das Konzept kurz erklärt

Die elektrische Muskelstimulation verspricht mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse. Worauf du achten solltest und welche Resultate du erwarten darfst.

EMS: Krafttraining aus der Steckdose

Das Wort EMS steht für „Elektromyostimulation“ und bedeutet, in Alltagssprache übersetzt, elektrische Muskelstimulation. Die immer beliebter werdende Methode des Krafttrainings hat ihren Ursprung in der Physiotherapie. Dort wird das Training schon seit über 50 Jahren zur Behandlung nach Verletzungen angewendet, um einen Muskelabbau zu verhindern. Einige Zeit später hat der Trend nun Einzug in die Fitnessszene genommen. Beim Strom-Training werden die Muskeln nicht mit Gewichten trainiert, sondern mittels elektrischer Impulse zum Kontrahieren, also zum Zusammenziehen gereizt. Einzelne Muskelpartien können dabei gezielt angesteuert werden. Bei dieser zeitsparenden Variante soll effektiver Muskelkraft aufgebaut werden als beim klassischen Training an Geräten oder mit dem eigenen Körpergewicht.

Was passiert beim EMS-Training?

Das zeitsparende Strom-Workout ist nicht mehr nur ein Großstadttrend. Zahlreiche kleinere Städte bieten mittlerweile in speziellen Studios das Krafttraining mit den Muskelstimulatoren an. Auch viele Fitnessstudios haben die elektrische Muskelstimulation im Programm. Wenn du im Internet recherchierst, wirst du sicher zügig auch in deiner Nähe fündig.

Ist das denn Sport?

Ja, jedenfalls kommst du beim Training auch ins Schwitzen. Denn während der vier Sekunden unter Strom absolvierst du die vom Trainer vorgegeben isometrischen und dynamischen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, beispielsweise Kniebeuge oder Sit-ups. Ein zwanzigminütiges Workout kann so schnell so intensiv werden wie ein zweistündiges Training im Fitnessstudio. EMS ist jedoch nicht in der Lage, ein Ausdauer- oder Koordinationstraining zu ersetzen. Außerdem trainierst du damit weder Sehnen, Bänder noch die Gelenke. Die Methode eignet sich also besonders ergänzend zu Ausdauersportarten.

Hilft EMS-Training beim Muskelaufbau?

Ja, auch deshalb wird es schon lange erfolgreich in der Physiotherapie eingesetzt. Beim EMS wird die natürliche Muskelkontraktion, im Vergleich zum konventionellen Krafttraining, verstärkt. Die Stromimpulse erreichen zudem auch tiefere Muskelschichten. Laut Studien der Sporthochschule Köln und der Universität Bayreuth eignet sich die Methode deswegen zum Muskelaufbau und kann durch die Kräftigung der Rumpfmuskulatur auch Rückenschmerzen vorbeugen. Erste Erfolge werden bereits nach wenigen Trainingseinheiten sichtbar. Muskelberge kannst du aber von dem Training mit den Muskelstimulatoren nicht erwarten.

Gibt es beim EMS-Training auch Risiken?

Der niederfrequente Reizstrom ist für deinen Körper nicht gefährlich. Menschen mit Herzschrittmachern oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten vom EMS-Training jedoch absehen. Dennoch besteht bei der Ganzkörper-Elektrostimulation die Gefahr der Überbelastung. Eine solche macht sich durch hohe Creatin-Kinase-Werte (CK-Werte) im Blut bemerkbar. Creatin-Kinase ist ein Enzym, das die Muskeln mit Energie versorgt. Es ist besonders bei starkem Muskelkater im Blut nachweisbar.

Bei Einsteigern ist der CK-Wert zu Beginn der ersten Trainingseinheiten in der Regel höher als bei Fortgeschrittenen, weil die Muskeln sich an die Belastung erst anpassen müssen. Dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) zufolge ergab eine Untersuchung der Sporthochschule Köln, dass die CK-Werte beim Training mit Reizstrom bis zu 18 Mal höher sind als bei gewöhnlichem Kraft- oder Ausdauertraining mit Geräten. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass das intensive Training eine längere Regenerationszeit verlangt. Weil das Enzym Creatin-Kinase durch die Nieren abgebaut wird, besteht die Gefahr, dass das Organ stark belastet wird.

Du kannst Schäden vorbeugen, indem du während des Trainings und danach viel trinkst und die Niere so entlastest. Mehr als zweimal wöchentlich solltest du das Workout an der Steckdose nicht absolvieren. Für Einsteiger reicht eine Session pro Woche.

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Wo kann ich EMS-Training machen?

Das zeitsparende Strom-Workout ist nicht mehr nur ein Großstadttrend. Zahlreiche kleinere Städte bieten mittlerweile in speziellen Studios das Krafttraining mit den Muskelstimulatoren an. Auch viele Fitnessstudios haben die elektrische Muskelstimulation im Programm. Wenn du im Internet recherchierst, wirst du sicher zügig auch in deiner Nähe fündig.

Was kostet EMS im Studio?

Du kannst für eine Einheit mit etwa 20 bis 25 Euro rechnen. Im Monat sind also rund 100 Euro fällig. Das ist mehr als die monatliche Gebühr in den meisten Fitnessstudios, dafür hast du jedoch eine persönliche Betreuung durch einen Trainer und es sind nur ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche à 20 Minuten notwendig.

Worauf sollte ich bei der ersten EMS-Stunde achten?

Am wichtigsten ist, dass der Trainer weiß, was er tut. Er ist dafür verantwortlich, in welcher Intensität die Reize an deine Muskeln abgegeben werden. Du solltest also unbedingt sichergehen, dass der Trainer über eine entsprechende Ausbildung verfügt. Wie bei jedem anderen Training solltest du dich natürlich auch bei der elektrischen Muskelstimulation wohlfühlen.

Kann ich auch zu Hause trainieren?

Es gibt Geräte für Zuhause, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten sollen. Auch sie stimulieren per Strom die Muskeln. Allerdings bleiben bei dieser Methode die Erfolge in der Regel aus. Ohne Trainer und spezielle dynamische Übungen kannst du mit einem Stromgürtel vor dem Fernseher keine Muskeln aufbauen. Wenn du zu Hause trainieren willst, suche nach einem speziellen Trainer, der mit einem hochwertigen Gerät zu dir kommt. Das ist teurer als im Studio, da der Personal Trainer unter anderem oft auch die Kosten für die Anfahrt in Rechnung stellt – aber immer noch günstiger, als dir selbst ein Profigerät zur Muskelstimulation zuzulegen. Diese schlagen nämlich mit mehreren Tausend Euro zu Buche und verlangen außerdem eine Ausbildung.

Veröffent­lichungsdatum: 26.08.2016
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