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Meditieren hat es raus aus der Yoga-Nische und rein in den Alltag geschafft. | © iStock.com/Poike

Selbstversuch: Was bringt Meditation?

Unsere Autorin Nicole sucht nach effektiven Entspannungstechniken. Meditation, dachte sie, sei nur was für spirituelle Yogis. Bis sie es selbst ausprobierte.

„Eine halbe Stunde Meditation ist absolut notwendig. Außer, wenn man sehr beschäftigt ist. Dann braucht man eine ganze Stunde.“ Dieses Zitat vom Heiligen Franz von Sales (1567-1622), das ich in einer Zeitschrift las, ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Meditieren – das hatte für mich bis dahin immer einen rein spirituellen Charakter. Yoga-Hose, Räucherstäbchen, Batikshirt, Om. Wer meditiert, sucht die Erleuchtung. Weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass das für mich nichts ist, habe ich es nie ausprobiert.

Eine gestresste Gesellschaft entdeckt das Meditieren für sich

Doch seit einer Weile fühle ich mich gehetzt und gestresst und probiere verschiedene Entspannungstechniken aus. Ich habe einen Kurs zur Progressiven Muskelentspannung gemacht (super!), analysiere meinen Schlaf (absolut empfehlenswert), gehe regelmäßig zum Sport (das killt Stresshormone). Und ich stieß bei meinen Entspannungsrecherchen immer wieder auch auf das Thema Meditation. Meditieren hat es raus aus der Yoga-Nische und rein in den Alltag geschafft. Apps, Podcasts, Bücher, Blogs – nichts, was es zum Thema heute nicht gibt. Vieles davon modern und ohne Esoterik-Touch. Ich bin überrascht. Ist Meditieren plötzlich hip? Es scheint so. Vielleicht, weil Meditation eine Möglichkeit ist, die Achtsamkeit zu trainieren. Das Buzzword unserer Stressgesellschaft schlechthin. Ich nehme mich nicht aus – auch ich bin anfällig für alles, was Entspannung und innere Ruhe verspricht. Also beschließe ich, es doch mal mit der Meditation zu probieren.

Vereinfacht gesagt sind Meditationen Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen. | © iStock.com/SIphotography

Weniger Stress, besserer Schlaf: Meditation hat viele positive Effekte

Denn Meditieren gilt als effektive Entspannungstechnik. Regelmäßiges Meditieren soll unter anderem:

  • beim Abschalten helfen
  • Stress reduzieren
  • den Schlaf verbessern
  • die Konzentration fördern
  • gelassener machen

Wenn nur drei Sachen davon stimmen, bin ich überzeugt. Ich lade mir kurzerhand eine Meditations-App runter und recherchiere noch etwas genauer.

Meditieren – was ist das eigentlich?

Vereinfacht gesagt sind Meditationen Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen. Es geht nicht etwa darum, krampfhaft den Kopf auszuschalten, sondern darum, sich auf den Moment zu konzentrieren und zu lernen, Gedanken kommen und gehen zu lassen, ohne an ihnen festzuhalten. Du richtest deinen Fokus während der Meditation immer auf eine Sache, zum Beispiel auf deinen Atem, ein Objekt (wie eine brennende Kerze) oder ein Mantra (ein Wort oder einen Satz, den du dir immer wieder leise vorsagst oder denkst). Diese eine Sache wirkt während der Meditation wie ein Anker, zu dem du stets bewusst zurückkehrst. Gedanken, die zwangsläufig kommen, lässt du vorbeiziehen. Beim Meditieren ist das Ziel, im Moment zu sein, einfach nur wahrzunehmen, was geschieht, aber nichts zu bewerten. Aktiv loslassen und so Platz für Neues schaffen und gelassener den eigenen Gedanken gegenüber werden lautet das Motto.

Der größte Fehler, den man als Einsteiger beim Meditieren machen kann: denken, dass man nicht denken darf. | © iStock.com/francescoch

Jeder findet die Meditationsform, die zu ihm passt

Es gibt viele verschiedene Meditationsformen. Einige sind uralt und religiös geprägt, wie die buddhistische Zen-Meditation oder die Chakra-Meditation. Es gibt aber heute auch ganz moderne Meditationsformen ohne religiösen Bezug, wie die Achtsamkeitsmeditation. Neben passiver Meditation, die im Sitzen oder manchmal im Liegen ausgeführt wird, gibt es auch aktive Meditationsformen wie zum Beispiel Gehmeditationen. Am gängigsten ist aber die Sitzmeditation im Lotus- oder Schneidersitz. Vorkenntnisse oder gar sportliche Fähigkeiten brauchst du zum Meditieren nicht. Nur einen Ort, an dem du ungestört bist und eine gute Portion Geduld. Denn Meditieren musst du üben.

Meditations-Apps: Praktische Helfer auf dem Weg in ein relaxtes Leben

Wenn du Meditieren lernen willst, kannst du zum Beispiel einen Kurs belegen, on- und offline gibt es viele Angebote. Auch eine App kann dir den Einstieg ins Thema erleichtern. Mir hat das sehr geholfen. Die App, die ich benutze, hat mir Basis- und Hintergrundwissen vermittelt und es gab einen einwöchigen Einstiegskurs für Meditationsanfänger. Ich musste mir in der ersten Woche jeden Tag nur wenige Minuten Zeit nehmen und wurde von einer angenehmen Stimme durch kurze Meditationen zu bestimmten Themen geführt. Mal ging es um Stress, mal um Gefühle, mal darum, wie man es schafft, im Alltag konzentriert zu bleiben. Die Kürze der einzelnen Sessions und die Führung durch die Stimme haben mir sehr dabei geholfen, einen Zugang zum Thema zu finden. Mir machte es sogar richtig Spaß!

Ich habe für meinen Test die App Balloon genutzt. Es gibt aber noch viele andere Apps, wie zum Beispiel Calm, Headspace oder Breathe. Schau einfach, welche am besten zu dir und deinen Bedürfnissen passt!

Meditieren: jeden Tag ein kleines bisschen entspannter. | © iStock.com/fizkes

Meditieren: jeden Tag ein kleines bisschen entspannter

Die Empfehlung meiner App war, jeden Tag zur gleichen Zeit zu meditieren. Am besten morgens, wenn ich noch ausgeruht und relativ frei von Gedanken bin. Zuerst kam ich mir komisch vor, mich so bewusst hinzusetzen und mir diese Zeit zu nehmen. In den ersten Tagen schossen die Gedanken wie wild durch meinen Kopf. Sie vorbeiziehen lassen? Fehlanzeige! Aber in jedem Moment der Unsicherheit fing die Stimme in meiner App mich auf. Der größte Fehler, den man als Einsteiger beim Meditieren machen kann, ist zu denken, dass man nicht denken darf. Klappt eh nicht! Mit der Zeit fiel es mir tatsächlich etwas leichter, Gedanken nicht zu bewerten und sie wieder loszulassen. Nun kann ich nach nur wenigen Wochen noch nicht behaupten, dass ich jederzeit gelassen bin. So schnell geht das nicht. Aber auch wenn ich noch sehr viel üben muss, freue ich mich inzwischen auf meine Meditationseinheiten. Diese täglichen kleinen Momente der Ruhe, in denen ich mir Zeit für mich nehme, tun mir einfach richtig gut. Gerade an besonders stressigen Tagen will ich sie einfach nicht mehr missen. Wer hätte es gedacht – aber Franz von Sales hat mit seinem Satz wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen.

Nicole Benke
© Martin Szymanski

Über #BeatYesterday-Autorin Nicole Benke


Nicole Benke liebt gutes Essen – am liebsten selbst gekocht aus frischen Produkten der Saison. Von Crash-Diäten hält die Food-Journalistin gar nichts. Sie findet: Eine gesunde Ernährung soll Spaß machen, darf nicht verkrampft sein und muss auch mal Raum für Genuss bieten. Denn strikte Verbote machen nur schlechte Laune. Und wer kann die schon gebrauchen?

Veröffent­lichungsdatum: 27.02.2019
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