Life

Emotionale Intelligenz: Gefühle besser verstehen und lenken

Manchmal spielen die Gefühle Achterbahn. Doch wie kann man sie besser einordnen und lenken? Emotionale Intelligenz hilft, die eigene Stimmung zu durchschauen und bewusst zu regulieren.

Teilen
0

Jeden Tag durchlaufen wir bis zu 500 emotionale Zustände – das zumindest legen Studien nahe. Freude, Sorgen, Überraschung oder Erleichterung? Unsere Gefühle wechseln ständig, verarbeiten Erlebtes oder reagieren auf Zukunftsgedanken.

Doch kannst du deine eigenen Gefühle und die anderer Menschen richtig deuten und einordnen? Emotionale Intelligenz ist eine Schlüsselkompetenz, die im Alltag eine zentrale Rolle spielt. Sie beeinflusst, wie wir Beziehungen gestalten, zusammenarbeiten und Erfolge erreichen. Auch deine mentale Gesundheit profitiert davon.

In diesem Beitrag erfährst du, was emotionale Intelligenz genau ist und wie du sie gezielt trainieren kannst.

Was ist emotionale Intelligenz?

Wie fühlst du dich gerade? Manchmal ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Emotionale Intelligenz (EQ) kann dabei helfen. Sie befähigt dich, deine Gefühle wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren – und das gilt auch für die Emotionen anderer Menschen.

Ein Beispiel: Deine Freundin oder dein Freund verhält sich schweigsam und wirkt niedergeschlagen. Mit emotionaler Intelligenz erkennst du diese Stimmung und reagierst passend darauf. Vielleicht hilft ein lockerer Witz, vielleicht aber auch ein vertrauliches Gespräch. Welche Reaktion die richtige ist, zeigt dir ebenfalls deine emotionaler Intelligenz.

Sie beeinflussen dich stark und prägen deinen Charakter. Doch oft werden uns schon in der Kindheit Emotionen abtrainiert, indem sie ignoriert oder unterdrückt werden. Die Folge: Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu erkennen und angemessen mit ihnen umzugehen – insbesondere Männer tun sich damit häufig schwer.

Schon gewusst? Manche Menschen leiden unter Alexithymie, der sogenannten Gefühlsblindheit. Das bedeutet, sie können weder ihre eigenen noch die Emotionen anderer deuten oder benennen.

Wirst du oft von deinen Emotionen oder deiner Reaktion auf einen Stimmungsumschwung überrascht, solltest du dich mit den Hintergründen beschäftigen. © iStock.com/julief514

Die fünf Säulen der emotionale Intelligenz

Im Jahr 1990 prägten die Psychologen John D. Mayer und Peter Salovey den Begriff „emotionale Intelligenz“. Sie entwickelten ein Konzept, das den traditionellen Intelligenzquotienten (IQ) um eine entscheidende Komponente erweiterte: die emotionale.

Lange Zeit galt der IQ, basierend auf kognitivem und akademischem Wissen, als alleiniger Erfolgsfaktor. Doch Mayer und Salovey zeigten, dass emotionale Intelligenz eine ebenso wichtige Rolle für den Erfolg im Leben spielt. Der Psychologe Daniel Goleman griff dieses Konzept auf und definierte daraus fünf essenzielle Säulen, die bis heute das Verständnis von emotionaler Intelligenz prägen.

Säule 1: Selbstwahrnehmung

Die Grundlage der emotionalen Intelligenz ist die Selbstwahrnehmung. Sie beschreibt, wie gut du deine eigenen Emotionen wahrnehmen und einordnen kannst. Diese Fähigkeit führt zu einer entscheidenden Erkenntnis: Deine Emotionen beeinflussen sowohl deine Entscheidungen als auch dein Verhalten.

Säule 2: Selbstregulierung

Hast du deine Gefühle erkannt, ist die Fähigkeit zur Selbstregulierung entscheidend. Sie ermöglicht dir, Emotionen objektiv einzuordnen und zu kontrollieren. Emotionsgeladene Impulse oder Wutausbrüche lassen sich dadurch besser steuern.

Säule 3: Soziale Kompetenz

Emotionale Intelligenz beeinflusst nicht nur dich, sondern auch dein Umfeld. Die Säule der sozialen Kompetenz beschreibt, wie du mit anderen interagierst. Fühlt sich dein Gegenüber verstanden, entsteht Vertrauen – die Basis jeder sozialen Bindung.

Säule 4: Empathie

Empathie baut auf sozialer Kompetenz auf und bildet das Fundament für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn du empathisch auf andere reagierst, zeigst du echte Wertschätzung und stärkst die Verbindung zu ihnen.

Säule 5: Motivation

Motivation ist ein zentraler Antrieb für Erfolg. Mit emotionaler Intelligenz kannst du nicht nur dich selbst, sondern auch andere motivieren, Ziele zu erreichen und Höchstleistungen zu erbringen. Das funktioniert jedoch nur, wenn du deine Emotionen im Griff hast und sie gezielt einsetzt, um dich und dein Umfeld zu inspirieren.

Warum ist emotionale Intelligenz wichtig?

Über Emotionen wurde lange geschwiegen. Sätze wie „Starke Jungs weinen nicht!“ oder „Reiß dich mal zusammen!“ prägten das Denken vieler Generationen. Solche Aussagen untergraben auf Dauer die Entwicklung emotionaler Intelligenz. Heute ist jedoch klar: Gefühlskälte führt nicht zum Erfolg.

Wer emotionale Intelligenz auf allen Ebenen beherrscht, fühlt sich wohler und trifft klarere Entscheidungen, die weniger von impulsiven Emotionen beeinflusst sind – Entscheidungen, die man später nicht bereut.

Auch zwischenmenschliche Beziehungen profitieren von emotionaler Intelligenz. Sie reduziert Konfliktpotenziale, verbessert die Kommunikation und steigert die Zufriedenheit in Freundschaften oder Partnerschaften. Eine Untersuchung der Universität New Hampshire zeigte, dass emotional intelligente Menschen harmonischere und stabilere Beziehungen führen.

Am Arbeitsplatz spielt emotionale Intelligenz ebenfalls eine zentrale Rolle. Ob in Führungspositionen oder im Team: Empathisches Verhalten und Kommunikation auf Augenhöhe fördern den Erfolg. Mitarbeitende, die sich verstanden und wertgeschätzt fühlen, arbeiten motivierter und produktiver. Eine Studie der Abteilung für Psychiatrie an der Universität Pune belegt, dass durch höhere Zufriedenheit Konflikte im Team abnehmen und die Effizienz steigt.

Spannend: Auch in der Schule zeigt sich die Bedeutung emotionaler Intelligenz. Eine Studie der Universität Queensland ergab, dass Kinder mit hoher emotionaler Intelligenz bessere Leistungen erzielen. Sie bleiben konzentrierter, gehen souveräner mit Prüfungsstress um und entwickeln ein gesundes Selbstbewusstsein.

Wie du deine emotionale Intelligenz stärken kannst

Jeder Mensch besitzt eine Grundlage für emotionale Intelligenz. Entscheidend ist jedoch, wie stark diese Fähigkeit bei dir ausgeprägt ist. Möchtest du sie trainieren, können dir verschiedene Strategien dabei helfen.

Schärfe deine Wahrnehmung und werde achtsamer

Ein zentraler Schritt ist, deine Wahrnehmung zu schärfen. Denn du kannst nicht mit deinen Emotionen arbeiten, wenn du sie nicht definieren kannst. Nimm dir in emotional aufwühlenden Momenten kurz Zeit und reflektiere, was du empfindest. Vielen Menschen hilft es, ihre Emotionen konkret zu benennen. Falls dir das schwerfällt, können Achtsamkeitsübungen wie Meditation oder Journaling dein Empfinden stärken.

Trainiere dein Einfühlungsvermögen

In der Interaktion mit anderen Menschen ist Einfühlungsvermögen essenziell. Es hilft, Konflikte zu vermeiden und Beziehungen zu stärken. Versuche, dich in die Lage deines Gegenübers zu versetzen: Was könnten die Auslöser der Emotionen sein? Wenn du die Person gut kennst, kannst du auch nachfragen. Dadurch entwickelst du ein besseres Verständnis für dein Gegenüber und kannst angemessener reagieren.

Der richtige Umgang mit deinen Mitmenschen erfordert soziale Kompetenz und Kommunikationsvermögen. | © iStock.com/Milkos

Lerne, aufmerksam zuzuhören

Ein einfacher, aber oft unterschätzter Tipp: Zuhören. Es bedeutet mehr, als nur die Worte deines Gegenübers wahrzunehmen. Durch aufmerksames Zuhören kannst du besser verstehen, was andere beschäftigt, und entsprechend reagieren.

Gib deinem Gegenüber Raum und antworte erst, wenn er oder sie fertig ist. Besonders in Führungssituationen kann dies die Beziehung zu Mitarbeitenden erheblich verbessern. Ehrliche Nachfragen zeigen Interesse und Wertschätzung – ein wichtiger Schritt zu einer empathischen Kommunikation.

Lerne, Kritik und Feedback gelassen anzunehmen

Es ist dir sicher auch schon passiert. Ein Feedback fällt nicht sonderlich positiv aus. So nimmst du es zumindest wahr. Deine Emotionen kochen hoch. Doch ein emotionaler Ausbruch ist selten die richtige Antwort.

Halte in solchen Momenten inne. Atme ruhig durch und versuche, dich in die Perspektive deines Gegenübers zu versetzen. Meistens ist Kritik nicht gegen dich persönlich gerichtet. Überlege, ob die Kritik berechtigt ist und ziehe Lehren daraus. So kannst du nicht nur Konflikte vermeiden, sondern auch Beziehungen im beruflichen und privaten Kontext verbessern.

Was dich sonst noch vorwärts bringt

Behalte dein Stresslevel im Blick

Finde heraus, ob du einen ruhigen, ausgeglichenen oder anstrengenden Tag hast. Lass dich zur Entspannung an kurze Atemübungen für zwischendurch erinnern.

Die Uhren zum Artikel: Garmin Forerunner-Serie

Garmin Forerunner Serie
25.05.2020

Eine Laufuhr, die so tickt wie du

Die Laufuhr für besondere Momente:

  • perfekt abgestimmt auf dein Level, deine Ansprüche und deine Interessen
  • ob Walken, Joggen, Laufen, Sprinten, Ballern – der Begleiter an deinem Handgelenk unterstützt dich, dein Ziel zu erreichen
  • vom benutzerfreundlichen Trainingspartner bis zum hochfunktionalen Multisport-Experten mit erweiterten Leistungswerten
  • geeignet für jedes Tempo, jede Läuferin, jeden Läufer und jedes Handgelenk

Zum Shop

Über diesen Artikel

Kevin Berg © Redaktion

Autor:

Kevin Berg

Kevin Berg ist seit 2019 #BeatYesterday-Redakteur mit vielen Interessen. Als Journalist wurde Kevin an einer …

Mehr Infos
Meinungen

Diskutiere über diesen Artikel und schreibe den ersten Kommentar:

Jetzt mitdiskutieren
Keine Kommentare

Diskutiere über diesen Artikel