Was ist EMS-Training?
EMS steht für „Elektromyostimulation“ und bedeutet in Alltagssprache übersetzt: elektrische Muskelstimulation. Die immer beliebter werdende Methode des Krafttrainings hat ihren Ursprung in der Physiotherapie. Dort wird EMS schon seit über 50 Jahren zur Behandlung nach Verletzungen angewendet, um einen Muskelabbau zu verhindern. Seit einiger Zeit ist der Trend in der Fitness-Szene angekommen.
Beim EMS-Training werden die Muskeln nicht mit Gewichten trainiert, sondern mittels elektrischer Impulse zum Kontrahieren, also zum Zusammenziehen, gereizt. Damit können einzelne Muskelpartien gezielt angesteuert werden. Bei dieser zeitsparenden Variante des Krafttrainings soll effektiver Muskelkraft aufgebaut werden als bei klassischen Übungen – an Geräten oder mit dem eigenen Körpergewicht.
Wie effektiv ist das Training unter Strom?
Beim EMS-Training kommst du richtig ins Schwitzen. Denn während der Sekunden unter Strom absolvierst du die vorgegeben isometrischen und dynamischen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Dazu zählen beispielsweise Kniebeugen oder Sit-ups. Ein zwanzig-minütiges Workout kann schnell so intensiv werden wie ein zweistündiges Training im Fitnessstudio.
Beim EMS wird die natürliche Muskelkontraktion im Vergleich zum konventionellen Krafttraining verstärkt. Die Stromimpulse erreichen zudem tiefere Muskelschichten. Laut einer Studie der Sporthochschule Köln eignet sich die Methode deswegen zum Muskelaufbau und kann durch die Kräftigung der Rumpfmuskulatur auch Rückenschmerzen vorbeugen.
Erste Erfolge sind bereits nach wenigen Trainingseinheiten sichtbar. Muskelberge kannst du von dem Training mit den Muskelstimulationen aber nicht erwarten. Ausdauer- oder Koordinationstraining kann EMS ebenfalls nicht ersetzen. Außerdem trainierst du damit weder Sehnen, Bänder noch die Gelenke. Die Methode eignet sich besonders als Ergänzung zu Ausdauersportarten.
Gibt es beim EMS-Training auch Risiken?
Der niederfrequente Reizstrom ist für deinen Körper nicht gefährlich. Menschen mit Herzschrittmachern oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten vom EMS-Training jedoch absehen. Außerdem besteht bei der Ganzkörper-Elektrostimulation die Gefahr der Überbelastung. Die macht sich durch hohe Creatin-Kinase-Werte (CK-Werte) im Blut bemerkbar. Creatin-Kinase ist ein Enzym, das die Muskeln mit Energie versorgt. Es ist besonders bei starkem Muskelkater im Blut nachweisbar.
Bei Einsteigern ist der CK-Wert zu Beginn der ersten Trainingseinheiten höher als bei Fortgeschrittenen, weil die Muskeln sich erst an die Belastung anpassen müssen. Dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) zufolge ergab eine Untersuchung der Sporthochschule Köln, dass die CK-Werte beim Training mit Reizstrom bis zu 18-mal höher sind als bei gewöhnlichem Kraft- oder Ausdauertraining mit Geräten. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass das intensive Training eine längere Regenerationszeit verlangt. Das Enzym Creatin-Kinase wird in den Nieren abgebaut, deshalb besteht die Gefahr, dass das Organ stark belastet wird.
Du beugst Schäden vor, indem du während des Trainings und danach viel trinkst und die Nieren damit entlastest. Mehr als zweimal wöchentlich solltest du das Workout an der Steckdose nicht absolvieren. Für Einsteiger reicht eine Session pro Woche.

Wo kann ich EMS-Training machen?
Das zeitsparende EMS-Workout ist nicht nur ein Großstadttrend. Zahlreiche kleinere Städte bieten mittlerweile in speziellen Studios das Krafttraining mit den Muskelstimulatoren an. Viele Fitnessstudios haben die elektrische Muskelstimulation ebenfalls im Programm. Wenn du im Internet recherchierst, wirst du sicher auch in deiner Nähe fündig.
Was passiert beim EMS-Training?
In professionellen Studios kannst du zu Beginn des EMS-Trainings all deine Fragen an einen Trainer stellen. Im Anschluss wird die Spezialkleidung, an der die Elektroden angeschlossen sind, angefeuchtet. Dadurch kann der Strom besser fließen und deine Muskeln erreichen. Nachdem die Intensität der Elektroden vom Trainer eingestellt wurde, beginnst du mit dem Training.
Die Stromimpulse variieren je nach Einstellung zwischen einer und fünf Sekunden. Dabei führst du die Übungen aus, die dir der Trainer zeigt. Für das Workout eignet sich Krafttraining. In manchen Studios wird die Methode auch an Cardio-Geräten angeboten.
Am wichtigsten ist, dass der Trainer weiß, was er beim EMS-Training tut. Er ist dafür verantwortlich, in welcher Intensität die Reize an deine Muskeln abgegeben werden. Du solltest also unbedingt sichergehen, dass der Trainer über eine entsprechende Ausbildung verfügt. Wie bei jedem Training solltest du dich natürlich auch bei der elektrischen Muskelstimulation wohlfühlen.
Was kostet EMS im Studio?
Du kannst pro Einheit mit etwa 20 bis 25 Euro rechnen. Bei monatlich vier Einheiten sind also rund 100 Euro für das EMS-Training fällig. Das ist mehr als die monatliche Gebühr in den meisten Fitnessstudios. Dafür wirst du persönlich von einem Trainer betreut, und es sind nur ein bis zwei Trainingseinheiten pro Woche à 20 Minuten notwendig.
Kann ich auch zu Hause trainieren?
Es gibt Geräte für zu Hause, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten sollen. Allerdings bleiben bei dieser Methode die Erfolge meistens aus. Ohne Trainer und spezielle dynamische Übungen kannst du mit einem Stromgürtel nur mühsam Muskeln aufbauen. Wenn du zu Hause trainieren willst, suche nach einem ausgebildeten Trainer, der mit einem hochwertigen EMS-Gerät zu dir kommt. Das ist teurer als im Studio, da der Personal Trainer oft auch die Kosten für die Anfahrt in Rechnung stellt, – aber immer noch günstiger, als dir selbst ein Profi-Gerät zur Muskelstimulation zuzulegen. Diese kosten mehrere Tausend Euro und benötigen außerdem eine Ausbildung.
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