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Jenny Kalmbach ist professionelle Triathletin, Stand-up-Paddlerin und Mutter. | © Garmin

„Job, Leben, Sport … du kannst die Balance schaffen“

Jenny Kalmbach ist professionelle Triathletin und Stand-up-Paddlerin. 2017 ist sie Mutter geworden. Hier ist ihr Rat für den richtigen Flow von Alltag und Sport.

BY: Worauf bereiten einen die Bücher für frischgebackene Eltern und die Ratschläge der Freunde nicht vor?

JK: Ganz viele meiner Freunde sagten mir, dass man als Mutter nicht mehr genug Zeit hat, um alles zu erledigen. Und jetzt weiß ich auch, was sie damit meinten. Es dreht sich auf einmal alles um andere Prioritäten und natürlich um Multitasking. Ich habe gelernt, mich nicht mehr so lange mit Kleinigkeiten aufzuhalten. Wenn du mich jetzt in meinem Haus besuchen würdest, kann es vorkommen, dass es auch mal nicht so aufgeräumt ist.

BY: Was war die größte Herausforderung für dich, nachdem du ein Kind bekommen hast – Fitness oder andere Dinge?

JK: Mir fällt es manchmal nach wie vor schwer, mir Zeit für mein Training zu nehmen. Ich liebe es, Zeit mit meinem Sohn Dylan zu verbringen, da ist es relativ einfach, ein Workout auch mal ausfallen zu lassen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, wie wichtig es für mich ist, fit und aktiv zu sein. Ich versuche deshalb aktiv zu sein, auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang mit ihm ist.

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BY: Wie hat deine eigene Kindheit die Erziehung von Dylan geprägt?

JK: In Costa Rica aufzuwachsen war eine unglaubliche Erfahrung für mich. Wir haben draußen gespielt und den Großteil unserer Zeit einfach in der Natur verbracht. Ich möchte Dylan ein ähnliches Erlebnis ermöglichen, deshalb gehen wir viel spazieren und sind oft am Strand mit ihm. Ich freue mich schon, wenn er alt genug ist, um auch alleine die Natur zu erkunden. Und ich kann es natürlich kaum erwarten, mit ihm surfen zu gehen!

BY: Wie bereitest du ihn darauf vor, im Wasser zu sein?

JK: Dylan ist eine kleine Wasserratte. Sobald es ging, haben wir ihn gebadet und ihn mit unter die Dusche genommen. So war er gleich gewohnt, Wasser im Gesicht zu haben. Im Alter von sechs Wochen haben wir ihn bereits mit in den Pool genommen und sind das erste Mal mit ihm untergetaucht. Er war ganz entspannt. Wir möchten ihm eine Selbstrettungs-Schwimmtechnik für Kinder beibringen. Klar soll er sich im Wasser genauso wohl fühlen wie wir, Sicherheit geht deshalb immer vor.

BY: Musstest du deine Ernährung umstellen, nachdem du Mutter wurdest und auch stillst?

JK: Meine Ernährung hat sich im Prinzip nicht verändert, aber ich achte darauf, regelmäßiger zu essen und keine Mahlzeiten ausfallen zu lassen. Ich brauche einfach viele Proteine und muss genug trinken. Ich habe mir ein bisschen Sorgen um meine Milchproduktion gemacht und deshalb vermehrt Nahrungsmittel ausprobiert, die sie unterstützen sollen: Haferflocken, Blattgemüse, Mandeln usw. In den ersten Wochen hatte ich die ganze Zeit Hunger. Deshalb hatte ich unterwegs immer Snacks dabei.

BY: Irgendwelche Snack-Vorschläge für angehende Mütter?

JK: Haferbrei! Die ersten paar Wochen habe ich praktisch von Haferbrei gelebt und ich esse ihn jetzt immer noch jeden Morgen. Haferbrei ist gesund und einfach zu machen. Ich mache meinen mit Rosinen, Muskatnuss und ein bisschen Ahornsirup für die Süße.

Job, Leben, Sport: Jenny Kalmbach schafft die Balance. | © Garmin

BY: Nachdem Dylan zur Welt kam: Wie lange hat es gedauert, bis du wieder auf dem Rad gefahren oder auf dem Brett im Wasser gestanden bist?

JK: Es hat etwas gedauert, bis ich wieder mit dem Paddeln angefangen habe. Aber sechs Wochen nach der Geburt saß ich das erste Mal wieder im Sattel. Ich wollte meinem Körper genug Zeit geben sich auszuruhen und wieder zu Kräften zu kommen. Deshalb wollte ich nicht zu früh wieder einsteigen. Ich habe mit kleinen Spaziergängen angefangen und zusätzlich Kräftigungsübungen eingebaut, die nach der Geburt sehr wichtig sind. Schwimmen ist auch eine super Kräftigungsübung, sobald der Arzt das O.K. gibt, wieder ins Wasser zu gehen.

BY: Kannst du uns ein Bespiel geben, wie du auf die Signale deines Körpers gehört und dein Workout angepasst hast?

JK: Ich habe viele Frauen gesehen, die direkt nach der Geburt wieder intensiv und hart trainierten und dann Probleme mit Langzeitverletzungen hatten. Ich habe deshalb bedingungslos auf meinen Körper gehört: Wenn sich eine Übung nicht gut anfühlte, unterbrach ich das Training sofort. Ich kann mich erinnern, dass ich mit meiner Mutter in der Woche nach der Geburt einen Spaziergang machte und mich immer wieder hinsetzen musste. Ich merkte, dass ich noch Zeit brauchte, um mich zu erholen. Sogar jetzt, vier Monate nach der Geburt, passe ich mein Training immer wieder an. Statt Planks mache ich eine Übung, die sich Dead Bug nennt (Anmerkung der Redaktion: „Toter Käfer“. Bauchübung in Rückenlage, Ellenbogen und Knie werden im Wechsel jeweils diagonal über dem Bauch zusammengeführt). Ich mache viele Kniebeugen und ähnliche Bewegungen, die den Beckenboden stärken. Und ich mache meine Liegestütze immer noch auf Knien, um meinen Rumpf nicht zu stark zu belasten.

BY: Wie bereitest du dich auf ein Comeback vor?

JK: Ich fange erstmal an, meine Kraft und Ausdauer wieder aufzubauen. Ich mache ein bis drei lockere Schwimm-, Rad- und Krafteinheiten pro Woche. In den nächsten Wochen werde ich wieder in einen strukturierten Trainingsplan einsteigen aber aktuell will ich mir einfach die Zeit nehmen und nichts überstürzen. Was das Stand-up-Paddling angeht, starte ich mit den Pacific Paddle Games. Die Strecke ist kurz und teilweise auch surfbar, das heißt, ich habe keine lange Belastungszeit. Ich kann kürzere und intensivere Intervalle machen und mein Surfen verbessern – das macht am meisten Spaß.

BY: Welchen Tipp würdest du anderen Frauen geben, die Paddle Boarding ausprobieren wollen?

JK: Am Anfang ist es das Beste, sich einen Kurs zu buchen. Es gibt ein paar entscheidende Tipps, die Einsteigern wirklich helfen können, wie zum Beispiel seinen Blick auf den Horizont zu richten und nicht auf das eigene Brett. Außerdem ist es wichtig, die richtige Ausrüstung zu haben. Wenn du anfängst, nimm das größte Board, das es gibt. Das sorgt für Stabilität. Was die Kleidung betrifft: Trage das, worin du dich am wohlsten fühlst. Aber sorge dafür, dass du vor der Sonne geschützt bist. Benutze Sonnencreme und trage immer eine Kopfbedeckung.

BY: Wenn es einen Ratschlag gibt, den du frischgebackenen Müttern mitgeben willst, die Probleme haben, wieder auf ihr Fitness- und Sportlevel zu kommen, welcher wäre das?

JK: Mach dir keinen Stress und genieße die Zeit zusammen mit deinem Kind. So klein wie jetzt ist es nur einmal. Kinder werden so schnell groß, also mach das Beste draus. Es dauert zehn Monate, bis ein kleiner Mensch in dir herangewachsen ist, also ist es auch okay, dass du ein bisschen Zeit brauchst, um wieder die Alte zu werden. Ich denke, das Schlimmste, was du machen kannst, ist, zu früh wieder anzufangen und damit eine Verletzung zu riskieren.

Veröffent­lichungsdatum: 25.02.2019
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