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Flucht geht vor Kampf - im Ernstfall kann es allerdings hilfreich sein, Selbstverteidigungstechniken zu beherrschen. | © iStock.com/MarkoSubotin

Selbstverteidigung: die 5 effektivsten Kampfsportarten

Welche ist die effektivste Kampfsportart, um sich im Notfall zu verteidigen? Wir schauen uns an, welche Sportarten bei Angriffen am hilfreichsten sind.

Jeder gute Kampfsportlehrer sagt als Erstes: Flucht geht vor Kampf. Wenn es möglich ist, solltest du die Konfrontation also meiden, um dich – gerade als Kampfsport-Anfänger – nicht in Gefahr zu bringen. Doch für den Ernstfall ist es hilfreich, wenn du dich mit Selbstverteidigungstechniken gegen Angreifer zu wehren weißt.

1. Auf Konfrontationskurs: Krav Maga

Die israelische Kampfsportart wird in der Armee und im Auslandsgeheimdienst Mossad gelehrt und ist die wahrscheinlich effektivste Art und Weise, um mit einem attackierenden Angreifer fertig zu werden. „Krav Maga“ kommt aus dem Hebräischen und heißt „Kontaktkampf“. Und genau das ist es: Es geht direkt und distanzlos zur Sache – ins Gesicht, zwischen die Beine, ganz egal. Hauptsache, du unterliegst deinem Angreifer nicht. Denn befindest du dich in einer bedrohlichen Situation und musst dich verteidigen, bringt es dir viele Vorteile, wenn du genau weißt, wie du erfolgreich auf deinen Gegner reagierst – notfalls auch mit unfairen Moves.

Die Kampfkunst umfasst viele Bestandteile anderer Kampfsportarten, etwa Faustkampf, Ringen, die Tritte aus dem Karate sowie das Werfen, Hebeln und den Bodenkampf aus dem Jiu-Jitsu. Außerdem bezieht Krav Maga natürliche Reflexe und Reaktionen ein. Der israelische Kampfsport ist dadurch verhältnismäßig leicht zu erlernen. Nach einem halben Jahr Training hast du die Grundlagen so weit drauf, dass du in der Lage bist, einen Angreifer abzuwehren. Das gilt sogar, wenn er bewaffnet ist.

  • Schwierigkeitsgrad: einfach, relativ schnell zu erlernende Techniken
  • Verbreitung: Vereine in vielen größeren deutschen Städten
  • Geeignet für: jedes Geschlecht und Alter; keine besonders hohe körperliche Fitness erforderlich
  • Trainiert auch die Psyche: ja
  • Wettkämpfe: nein
  • Verbände: International Krav Maga Federation (IKMF), Krav Maga Global (KMG)

2. Fast alles ist erlaubt: Mixed Martial Arts

Für manche Profis gelten die Mixed Martial Arts (MMA) als härteste Kampfsportart der Welt. Zieht man andere Kampfkünste zum Vergleich heran, kann da etwas Wahres dran sein. Die Mischkampfkunst umfasst Techniken aus dem Kickboxen, dem Muay Thai, dem Boxen, dem Ringen und dem Brazilian Jiu-Jitsu. Zu den wenigen geltenden Regeln gehört, dass Attacken gegen Augen, Hals und Genitalien nicht erlaubt sind, Wirbelsäule und Hinterkopf dürfen nicht das Ziel von Schlägen werden und Beißen ist genauso verboten wie das Reißen an Nase oder Ohren des Gegners.

Allerdings bekommst du im MMA-Training so viele Griffe und Techniken beigebracht, dass dir diese speziellen Methoden kaum fehlen werden. Du lernst, mit bewaffneten Angreifern umzugehen, bekommst Techniken gezeigt, mit denen du dich aus (Würge-)Griffen befreien kannst, und solche, mit denen du gegen mehrere Gegner vorgehst.

  • Schwierigkeitsgrad: schwer, umfangreiche Techniken, nicht für Kampfsport-Anfänger geeignet
  • Verbreitung: Vereine in Großstädten wie Berlin, München oder Frankfurt; Schulen in vielen großen deutschen Städten
  • Geeignet für: hohe körperliche Fitness erforderlich
  • Trainiert auch die Psyche: nein
  • Wettkämpfe: ja
  • Verbände: German Mixed Martial Arts Federation (GEMMAF)
Kampfsport ist trainingsintensiv, aber auch sportlicher Balsam für Körper und Geist. | © iStock.com/oneinchpunch

3. Roh, aber effektiv: Keysi

„Ich bin Batman!“ Das könntest du sagen … und damit zumindest insoweit recht haben, dass du kämpfst wie Christian Bale in „Batman Begins“. Die Kampfszenen im Film sollten roh, aber effektiv wirken. Das war der Grund, warum man sie nach den Regeln der Keysi Fighting Method (KFM) choreografierte. Die relativ junge Kampfkunst ist noch nicht so weit verbreitet. Aber sie ist extrem effektiv und gehört daher in diese Liste.

Keysi wurde von dem Spanier Justo Dieguez Serrano entwickelt. Die Kampfkunst gilt ausschließlich der Selbstverteidigung. Du brauchst dafür keine Regeln zu pauken und kannst dich voll und ganz auf die Methoden und deren Verinnerlichung konzentrieren. Das Training vermittelt dir Schlag- und Tritttechniken, Verteidigung gegen Griffe und den Umgang mit bewaffneten Gegnern. Viel Wert wird dabei auf den Dreiklang aus Körper, Geist und Emotionen gelegt. Der Körper sollte als Vehikel gut funktionieren. Dafür braucht er kein Muskelpaket zu sein. Der Geist ist auf Weiterentwicklung ausgerichtet und deine Emotionen musst du richtig leiten können, um in einer realen Angriffssituation nicht zu erstarren.

  • Schwierigkeitsgrad: mittel, zielt auf die Beherrschung von Körper, Geist und Emotionen ab
  • Verbreitung: nur wenige Schulen in Deutschland, zum Beispiel in Hamburg oder Augsburg
  • Geeignet für: jedes Geschlecht und Alter; keine besonders hohe körperliche Fitness erforderlich
  • Trainiert auch die Psyche: ja
  • Wettkämpfe: nein
  • Verbände: Keysi Fighting Method

4. Individuelle Selbstverteidigung nach Bruce Lee: Jeet Kune Do

Bereits in den 1960er Jahren entwickelte Kampfkunst-Meister Bruce Lee Jeet Kune Do – eine Hybridtechnik, die nicht statisch ist, sondern sich immer weiterentwickelt. Sie soll zur möglichst effektiven Selbstverteidigung dienen. Der Name wird zumeist übersetzt mit „der Weg der abgefangenen Faust“. Das bringt es auf den Punkt: Du stoppst die Attacke, ehe sie dich erreicht.

Zunächst vereinte Bruce Lee im Jeet Kune Do Einflüsse aus dem Boxen, dem Wing Chun und dem Fechten. Inzwischen sind aber zahlreiche weitere Techniken integriert worden, die aus dem Judo und dem Karate stammen, aus dem Kung-Fu, dem Kickboxen, dem Taekwondo und dem Brazilian Jiu-Jitsu, um nur einige zu nennen. Tatsächlich ist das Ziel, einen individuellen Selbstverteidigungsstil zu entwickeln. Das Training verschafft dir die Grundlagen dafür.

  • Schwierigkeitsgrad: schwer, Ziel ist es, einen eigenen Selbstverteidigungsstil zu entwickeln
  • Verbreitung: Schulen in vielen größeren deutschen Städten
  • Geeignet für: jedes Geschlecht und Alter, körperliche Fitness von Vorteil
  • Trainiert auch die Psyche: ja
  • Wettkämpfe: nein
  • Verbände: –

5. Reflexhafte Verteidigung ohne Nachdenken: Wing Chun

Dein Angreifer ist dir körperlich überlegen? Dann brauchst du auf jeden Fall eine Technik, die diesen Nachteil ausgleicht. Die beste Kampfsportart für so eine Situation ist vielleicht Wing Chun: Es ist darauf angelegt, dass du einen Kampf so schnell wie möglich erfolgreich beendest. Dafür bekommst du einerseits die passenden Schlag- und Tritttechniken beigebracht, andererseits lernst du aber auch, die Körpersprache deines Gegenübers zu lesen: Was hat er vor, wo liegen seine Schwachstellen?

Besonders wichtig ist, dass du mit möglichst wenig Energie und Kraftaufwand möglichst effiziente Treffer landest. Deine einzelnen Gliedmaßen agieren dafür unabhängig voneinander, wofür deine Koordinationsfähigkeit geschult wird. Das Training zielt darauf ab, dass die richtigen Reaktionen auf eine Bedrohung reflexhaft geschehen, sodass du dich verteidigen kannst, ohne erst über jeden Schritt nachdenken zu müssen.

  • Schwierigkeitsgrad: einfach, Bewegungen und Techniken sind leicht erlernbar, keine Vorkenntnisse erforderlich
  • Verbreitung: Vereine in vielen größeren deutschen Städten
  • Geeignet für: jedes Geschlecht und Alter; keine besonders hohe körperliche Fitness erforderlich
  • Trainiert auch die Psyche: ja
  • Wettkämpfe: nein
  • Verbände: Wing Chun Verband Deutschland (WCVD), European Wing Chun Organisation (EWCO)
Veröffent­lichungsdatum: 12.01.2018
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