Inhalt
- Das passende Schuhwerk: Power durch die Sohle
- Das Laufband: Der Superstar unter den Tretmühlen
- Die Kleidung: Superleicht und atmungsaktiv
- Die richtige Garmin-Technik: Unter der Schwelle bleiben
- Ausreichend Verpflegung: Isotonisch und mit viel Power
- Die ballernde Playlist: Motivation für Mr. Brightside
- Die Belohnung: Hauptsache vegan
- Neue Pläne: Die weiteren Aussichten
Die Packliste von Sir Edmund Hillary war akkurat verfasst. Man stelle sich vor, er hätte seinen Fotoapparat, die Kodak Retina II, im Camp vergessen. Den Beweis, dass er und sein Sherpa Tenzing Norgay den Mount Everest am 29. Mai 1953 erstmals erklommen hatten, hätte Hillary ohne Beweisfoto niemals erbringen können. Zum Glück war die Seilschaft sogar auf das unwahrscheinlichste aller Szenarien organisatorisch vorbereitet: den sicheren Auf- und Abstieg vom Dach der Welt.
Packlisten entscheiden häufig über das Wohl und Weh eines Abenteurers. Nicht anders ist es bei Florian Neuschwander. Auch der Langstreckenläufer möchte hoch hinaus. Allerdings rein metaphorisch: Auf dem Laufband will Flo die 100 Kilometer in inoffizieller Weltrekordzeit laufen.
Damit das gelingt, muss Flo wohl überlegt sein Equipment auswählen. Es braucht die passenden Schuhe, möglichst leichte Kleidung, die richtigen Drinks und noch sehr viel mehr. Die Packliste von Florian Neuschwander – exklusiv auf #BeatYesterday.org.
Das passende Schuhwerk: Power durch die Sohle
Vor seinem Weltrekordversuch muss Flo das richtige Paar Laufschuhe wählen. Ein zwischenzeitlicher Wechsel ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch keine Alternative. „Steige ich einmal vom Laufband, kostet die Pause viel Zeit. Und ich komme komplett aus dem Flow. Das ist weit gravierender als der direkte Zeitverlust”, sagt Flo.
Seit einigen Jahren vertraut der Wahl-Oberbayer auf seinen Partner „On“, eine bekannte Sportschuh-Manufaktur aus Zürich. Die Marke erhielt von ZEIT Online einst den schmeichelnden Satz „Doping durch die Sohle”. Welches Modell Flo bei seinem Weltrekordversuch tragen wird, entscheidet sich erst unmittelbar vor Beginn seines Vorhabens. Mit dem Cloudflow, Cloudboom oder Cloudflyer kann er zwischen drei Modellen wählen. Die Schuhe sind jeweils besonders leicht und bieten sich für ausdauernde Tempoläufe an. „Ich habe die Varianten in den vergangenen Wochen getestet. Alle fühlten sich gut an. Welches Modell ich wähle, entscheide ich am Ende aus dem Bauch. Momentan tendiere ich zum Cloudflow”, sagt Flo.
Das Laufband: Der Superstar unter den Tretmühlen
Das h/p/cosmos Quasar ist ein schillerndes Exemplar unter den Tretmühlen, sozusagen ein Superstar. Kaufpreis: rund 18.000 Euro. Hauptsächlich wird das Quasar nicht für Weltrekordläufe genutzt, sondern im medizinischen Bereich. Auf dem Quasar können Patienten in der Reha das Gehen und Laufen wieder neu erlernen. Gleichzeitig nutzen Spitzensportler das Laufband für ihre feinsensorische Leistungsdiagnostik. „Das Laufband bietet eine ganz genaue Anzeige, ist präzise kalibriert, besitzt eine übergroße Lauffläche, ist gut gedämpft und ermöglicht so ein sehr stabiles Laufverhalten”, schwärmt Flo.

Die Kleidung: Superleicht und atmungsaktiv
Jedes unnötige Gramm bremst. Flo reizt deshalb alle Möglichkeiten aus, um möglichst unbeschwert den Weltrekordversuch anzugehen. Dazu gehört auch die leichteste Kleidung. Flo trägt ein On-Singlet, eine Art Laufhemd, sowie Lightweight-Shorts aus Polyamid-Elastan-Kunststoffen.

Die richtige Garmin-Technik: Unter der Schwelle bleiben
Ohne seine fēnix 6 Pro Solar (mit eigenem Watchface) verlässt Flo selten das Haus. Sie zeichnet draußen auf den Trails seine Leistungsdaten auf. Im Gelände hilft die Uhr mit GPS beim Navigieren. Für einen Läufer wie Flo, der gerne querfeldein die Strecke verlässt, ein wichtiges Tool.
Zusätzlich zu seiner Smartwatch trägt er den Garmin HRM PRO Herzfrequenz-Brustgurt. Er synchronisiert alle Daten live mit der Running-Software „Zwift“. Auf dem großen Bildschirm vor dem Laufband kann sich Flo laufen sehen und die für ihn relevanten Statistiken in Echtzeit verfolgen. Dabei besonders wichtig: die Herzfrequenz. Dann will Flo vermeiden, dass sein Puls die 160er-Marke überschreitet. So bleibt er unter der Laktatschwelle und im aeroben Leistungsbereich.

Ausreichend Verpflegung: Isotonisch und mit viel Power
Anders als bei läuferischen Ausflügen in die oberbayerische Walachei drohen Flo bei seinem Weltrekordversuch keine logistischen Versorgungsengpässe. Die wenigen Personen, die ihn begleiten und die Rekordhatz dokumentieren und filmen werden, können ihm neben dem Laufband das Wasser reichen. Mit Abstand und Maske, versteht sich.
Flo konsumiert während des Rennens mehrere Energiegels, dazu trinkt er isotonische Getränke. Diese sorgen dafür, dass sein Körper neben der Flüssigkeit auch die nötigen Elektrolyte erhält. Auf den letzten Metern pusht sich Flo wie immer mit einer Dose Red Bull.
Flo muss vor und während des Laufs ausreichend trinken, dabei aber achtsam sein. Trinkt er zu viel, droht eine volle Blase. „Eine Toilettenpause ist keine Option. Einen Plan B gibt es aber auch nicht”, sagt Flo.

Die ballernde Playlist: Motivation für Mr. Brightside
Wenn die Muskeln müde werden und der Wille etwas schlaffer, hilft Flo Musik. „Die letzten zehn, zwanzig Kilometer werden brutal. Da kann ein starkes Lied schon noch mal antreiben”, weiß der Ultraläufer.
Damit das mit der Extrapower klappt, hat Flo insgesamt vier Playlists bei Spotify angelegt. Mal harter Rock, sanfter Electrosound, smoother Hip-Hop oder melodische 90er-Perlen: Für jede Situation und Stimmung gibt es passende Tracks. Die Playlisten heißen selbst beschreibend: „Easy“, „Slow“, „Fast“ und „Ballern“. Auf Spotify gibt es zudem die „Best-of-Flo-Playlist” von #BeatYesterday.org mit 30 motivierenden Tracks für das Wochenende.
Die Belohnung: Hauptsache vegan
Das Lieblingsessen sieht man dem Fliegengewicht (keine 60 Kilo) nicht an: Pizza. Regelmäßig zeigt Flo auf seinen sozialen Kanälen seine Vorliebe für die gebackene Teigspeise mit Tomatensoße. Lieblingsbelag? Viel Gemüse und veganer Käse. Ob er sich mit diversen Pizzen für 5.000 bis 6.000 verbrannte Kalorien belohnt, weiß Flo noch nicht. Er sagt: „Ich werde alles reinschaufeln, was ich kriegen kann. Hauptsache vegan.”
Neue Pläne: Die weiteren Aussichten
Der große Triumph glückt und prompt klafft ein Motivationsloch: Viele Profi- und Freizeitsportler kennen und fürchten diese Stimmungsdelle. Damit dieses Szenario nicht eintritt, hat Flo weitere Ziele im Gepäck, falls der Weltrekord wie geplant fällt:
- Den berühmten und wegen seiner Höhenmeter gefürchteten Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) laufen und erfolgreich beenden.
- 24 Stunden am Stück rennen und dabei möglichst viele Kilometer schrubben. Weltrekordhalter in dieser Disziplin ist seit dem Jahr 1997 der griechische Ultraläufer Yiannis Kouros. Auf einer Laufbahn in Adelaide lief er innerhalb eines Tages genau 303,506 Kilometer.
- Die 100 Meilen des Western States Endurance Run in der Sierra Nevada dieses Mal komplett durchballern. Beim ersten Versuch kam Flo, völlig erschöpft, mehr gehend als laufend ins Ziel.
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