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Andrea Diethers ist leidenschaftliche Läuferin ... und schwanger! Hier erfährst du, wie sich ihr Training während der Schwangerschaft verändert. | © Andrea Diethers

Mama in Bewegung – Andrea’s Baby-Lauftagebuch #2

Laufen ist Andrea Diethers größte Leidenschaft. Bald wird sie Mutter. In ihren Artikeln erfährst du, wie sich ihr Training während der Schwangerschaft verändert.

Hey, mein Name ist Andrea. Laufen und Reisen sind meine größten Leidenschaften. Bewegung ist mein Leben! Jetzt werde ich zum ersten Mal Mama und freue mich sehr auf diesen neuen Lebensabschnitt. In dem ersten Teil meines Tagebuches habe ich vom Glück und den bislang ungekannten Emotionen in meiner Schwangerschaft berichtet. Nichts bleibt gleich, alles ändert sich. So auch meine bisher wichtigste „Lebensaufgabe“: das Training. Wie sich mein Laufpensum mit der Schwangerschaft verändert und wie ich mein Training anpasse, damit es mich weiterhin glücklich macht, erfährst du hier.

Life-changing – die Baby-News

Es stand fest: Ich werde Mama. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, ein Life-changing-Moment steht bevor. Innerhalb einer Woche haben mein Freund und ich die News mit allen Familienmitgliedern geteilt. Passenderweise hatte meine Ma zu dieser Zeit runden Geburtstag und so konnte ich dem engsten Familienkreis die tolle Nachricht schnell erzählen. Alle haben sich sehr gefreut, zumal der errechnete Geburtstermin am 19.03.19 genau der Geburtstag meiner Schwester ist.

Beim Transalpine-Run immer das Tagesetappenziel vor Augen: die Verpflegungsstation. | © Andrea Diethers

Emotionales Hoch, körperliches Tief

Mit diesem emotionalen Hoch kam ein körperliches Tief. Wie schon im ersten Teil beschrieben, hatte ich plötzlich richtig heftig mit Übelkeit zu kämpfen. Bei jeglichem Geruch ist mir äußerst komisch geworden und eine Zeit lang wollte ich bis auf Wasser und trockenes Brot nichts zu mir nehmen. Das flaue Gefühl im Magen hielt den ganzen Tag an, ich bin sogar nachts vor Übelkeit aufgewacht. Dementsprechend habe ich zu dieser Zeit mein Training zurückgeschraubt. Es begann für mich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit eine Phase, in der ich nicht nach einem individuellen Trainingsplan trainiert habe, der für jeden einzelnen Tag ein klares Trainingsziel hatte – bezogen auf Distanz, Pace, Herzfrequenz, Routenbeschaffenheit (profiliert versus flach). Ich ging dazu über, intuitiv nach meinem Körpergefühl zu trainieren. Die hormonellen Veränderungen brachten so viele unbekannte Faktoren mit in meinen Tagesablauf, dass ein durchgetaktetes Training nicht mehr sinnvoll erschien.

Lange Autoreisen kann ich in dieser Zeit wirklich nicht empfehlen

Auch unsportliche Aktivitäten wie Autofahren haben sich plötzlich negativ auf mein Wohlbefinden ausgewirkt, womit ich nicht gerechnet hätte. Und dabei hatten wir gerade einen Familienurlaub mit Jan Eriks kleiner Tochter in einem superschicken Familienresort in der Nähe der Berge gebucht, damit wir dort Bergluft schnuppern und ein paar Höhenmeter sammeln können. Pustekuchen. Nach der mehr als 6-stündigen Anfahrt war ich bei Ankunft so kaputt, dass ich erst einmal gar nicht aus dem Auto aussteigen wollte. Mein Körper musste sich erst beruhigen, bis ich mich dann im Apartment ins Bett legen konnte. Ich habe dann die ersten zwei Tage des Urlaubs gebraucht, bis es mir wieder gut ging und das Familienresort ein klein wenig genießen konnte. Ich konnte in der Urlaubszeit auch nur zweimal laufen gehen, obwohl ich für die sieben Tage Urlaub, wie ich es gewohnt bin, für zweimal täglich Trainingsbekleidung eingepackt hatte:

Urlaub bedeutet für mich besonders viel Zeit für Sport und Bewegung – eigentlich ...

Andrea Diethers
Der Transalpine-Run – das spektakulärste und schönste 7-Tage-Trail-Etappenrennen über die Alpen. | © Andrea Diethers

Das Streben nach Laktat und Limit war weg

Sport hat, seitdem ich denken kann, immer eine hohe Bedeutung für mein Wohlbefinden. Bewegung gehört für mich genauso dazu wie qualitativ gutes, gesundes und leckeres Essen. Es ist ein Grundbedürfnis, das mich dabei unterstützt, gezielt auf ein Ziel hin zu trainieren. Es gab immer das nächste Laufhighlight, auf das ich mich mit Hilfe meines Coaches und eines genauen Plans vorbereitet habe. Darauf habe ich mich sehr gefreut und davon konnte mich nichts abhalten.

Ich liebe die prickelnde Aufregung vor einem Wettkampf und trainiere am liebsten mit Laufpartnern, die stärker als ich sind, sodass ich mich verbessern kann.

Andrea Diethers

Mit der Schwangerschaft hatten sich die Prioritäten gänzlich verschoben. Und das war sehr gut so. Ich bin immer gerne an meine Grenzen gegangen, doch auf einmal war dieses Streben nach Laktat und Limit weg. Ich wusste einfach innerlich, dass es das Beste für mein Baby ist, alles ruhiger zu machen. Und das ist etwas, das ich immer wieder von werdenden Mamas höre: Man hat ein sehr gutes Gefühl dafür, was geht und was nicht.

Was bedeutet das konkret in Zahlen?

Ich habe mir rückblickend meine Laufwerte der letzten Wochen angeguckt:

In Zahlen: Laufen in der Schwangerschaft. | © Andrea Diethers

Das Tief bei Schwangerschaftswoche 7 bis 12

Von der 7. bis zur 12. Schwangerschaftswoche hatte ich meine stärkste Übelkeitsphase – in dieser Zeit bin ich durchschnittlich zwei- bis dreimal die Woche gelaufen. Das ist sehr wenig für mich, da ich es gewohnt bin, jeden Tag zu laufen. Während meiner Zeit als Profiläuferin waren sogar 12 Laufeinheiten pro Woche nicht ungewöhnlich. Auch meine Laufgeschwindigkeit ist nun deutlich langsamer als gewohnt – im Durchschnitt 6:21 min/km bei einer Streckenlänge von etwa 8 Kilometern. Zum Vergleich: Meinen ersten und immer noch schnellsten Marathon habe ich in einer durchschnittlichen Pace von 3:53 min/km gefinisht.

Das Hoch bis in die Alpen ab der 13. Schwangerschaftswoche

Nach der 12. Schwangerschaftswoche ging es mir endlich besser – YEAH! Was für ein Gefühl, wenn die Übelkeit vorüber ist und man endlich wieder Essen genießen kann. Da merkt man erst, wie viel Lebensqualität Nahrung bedeutet. Da ich mich bereits Anfang des Jahres für den Transalpine-Run angemeldet hatte – das spektakulärste und schönste 7-Tage-Trail-Etappenrennen über die Alpen – und ich zudem meine Teampartnerin nicht hängen lassen wollte (man muss zusammen starten, um antreten zu dürfen) habe ich mich für eine Minivariante des Rennens entschieden. Ich habe meinen persönlichen Schwangerschafts-Transalpine-Run aus dem Lauf gemacht und bin bei den einzelnen Tagesetappen immer nur bis zur ersten Verpflegungsstation gelaufen – was gibt es für ein schönes Finish für eine immer hungrige schwangere Frau.

© Andrea Diethers

Meine Garmin-Connect-Tagesübersichten:

So hatte ich eine Gesamtdistanz von 88 Kilometern mit insgesamt 4.375 Metern im Anstieg/3.563 Metern im Abstieg von ursprünglichen 257 Kilometern mit 16.446 Metern im Anstieg/16.582 Metern im Abstieg der kompletten Distanz.

Essen – das schönste Finish für eine dauerhungrige schwangere Frau! | © Andrea Diethers

Meine Laufgeschwindigkeit blieb im Alpenhimmel

Nach dem Transalpine-Run-Abenteuer ging auch meine Pace wieder bergauf: durchschnittlich 5:35 min/km bei fünf bis sechs Laufeinheiten pro Woche (Schwangerschaftswoche 14 bis 17). Ich konnte also für etwa fünf Wochen wieder erstaunlich schnell laufen, ohne dass ich mir einen besonderen Druck gemacht hätte – die Füße wollten einfach fliegen.

Nun geht es stetig ins Tal – dafür wächst aber die Baby-Kugel

Ab der 18. Schwangerschaftswoche war ich glücklich über eine Geschwindigkeit von etwa 6 min/km. Nun wächst bei mir so langsam richtig der Bauch. Ich bin aktuell in der 23. Schwangerschaftswoche, mein Mädchen wiegt etwa 500 Gramm und ist 30 Zentimeter groß. Ich laufe zwei bis dreimal pro Woche 6 bis 10 km mit einer Pace deutlich über 6 min/km (durchschnittlich 6:13 min/km in der Schwangerschaftswoche 19 bis 23).

Mein Tipp für dich:

Mach dir als leidenschaftliche Läuferin keine Gedanken, wenn du im Laufe der Schwangerschaft beim Laufen richtig langsam wirst oder auch gar keine Lust mehr darauf hast.

Andrea Diethers

Hör auf dein Körpergefühl und setze dir kleine Ziele. Mein persönliches Ziel ist es, dass ich die Tagesschritte meiner Multi-Sportuhr fēnix 5S Plus erreiche oder mit Yoga-, Kraft- oder Spinning-Einheiten aktiv bleibe. Mehr über mein persönliches Schwangerschaftskraftprogramm verrate ich dir im nächsten Teil.

Mama in Bewegung – Andrea’s Baby-Lauftagebuch:

In Andrea Diethers Artikeln erfährst du, wie sich das Training der werdenden Mutter während der Schwangerschaft verändert – hier findest du alle „Tagebucheinträge“.

Andrea Diethers
© Andrea Diethers

Über Andrea Diethers


Andrea Diethers lebt mit ihrem Freund in der Nähe von Köln und arbeitet als Digital Marketingmanager für Asics Deutschland und Österreich. Die ehemalige Sprinterin läuft heute erfolgreich Langstrecken – auf 10, 21 und 42 Kilometer Distanzen. Laufen und Reisen sind ihre größten Leidenschaften. Jetzt ist die promovierte Biochemikerin zum ersten Mal schwanger und berichtet in den nächsten Wochen von den Dingen, die sie in ihrem neuen Lebensabschnitt am meisten beschäftigen.

Veröffent­lichungsdatum: 29.11.2018
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21.11.2018

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