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Verletzungsbedingte Zwangspause: Bänderüberdehnung - Sebastians Haus- und Hof-Laufstrecke bleibt vorerst leer. | © Sebastian Medwed

Vorankommen trotz Verletzung? So geht’s!

Eine Verletzung wirft einen im Training unweigerlich zurück. Sebastian schreibt, wie er es trotzdem schafft, sich seinem Ziel Ultramarathon zu nähern.

Hallo zusammen,

Unfassbar! Mein persönlicher Super-GAU ist eingetreten! Da achte ich akribisch auf jedes noch so kleine Detail, um Verletzungen und Krankheiten zu vermeiden und dann so was. Seit nun mehr als zwei Wochen bin ich verletzt und keinen Kilometer gelaufen. Dennoch mache ich Fortschritte, was mein Ultramarathontraining anbelangt. Klingt widersprüchlich – ist es aber nicht! Doch eins nach dem anderen und beginnend mit der Frage:

Wie ist es zu meiner Verletzung gekommen?

Wie ist es zu meiner Verletzung gekommen?
Kurz gesagt: auf die denkbar blödeste Art und Weise! Nicht beim Laufen, nicht im Alltag oder bei der Arbeit. Nein, als Folge meines Entschlusses, das erste Mal seit über 10 Jahren wieder Fußball zu spielen. Ehrlich gesagt hatte ich schon im Vorfeld so ein mulmiges Gefühl, als Freunde mich gefragt haben, ob ich nicht Lust habe, mal wieder mit zum Kicken zu kommen. Da ich ein großer Fan von allen möglichen Sportarten bin, dachte ich mir, eine kleine sportliche Abwechslung kann ja nicht schaden. Für mich sonst eher untypische Gedanken wie: „Verdreh dir bloß nicht das Knie“ und „auf keinen Fall darfst du umknicken“, hatten aber seltsamerweise schon in meinem Hinterkopf ihren Platz eingenommen. Mit einem: „Ach was, wird schon schiefgehen“ wischte ich diese Gedanken allerdings beiseite und stand kurze Zeit später auf dem Fußballfeld. Nach gut 40 Minuten intensiven Spielens durchzog plötzlich ein stechender Schmerz meinen ganzen Körper. Als ich realisierte, wie mir geschah, war es bereits zu spät. Ich bin mit meinem rechten Fuß stark umgeknickt und habe mir dabei vermutlich meine Bänder so stark überdehnt, dass ich die ersten Tage nur humpeln konnte und seitdem kein Trainingskilometer mehr von meiner geliebten vívoactive HR erfasst wurde.

Zum Glück stehen als angehender Ultraathlet noch mehr To-Do’s auf meiner Trainingsliste als das „bloße“ Laufen.

© Sebastian Medwed

Die Komponenten des Lauftrainings

Seit zwei Wochen fokussiere ich mich deshalb auf das, was ich abseits des Laufens noch leisten kann und da gibt es einiges: Ich arbeite stärker denn je daran, meine Rücken- und Bauchmuskulatur zu kräftigen und planke fleißig vor mich hin. Wobei ich in Bezug auf die Plank Challenge schon an Tag 16 mit 120 Sekunden an meine bisherige Grenze gekommen bin. Wie man als nicht unsportlicher Einsteiger am 29. Tag 270 Sekunden schaffen soll, bleibt mir ein Rätsel. 4x die Woche steht Dehnen durch speziell für Läufer konzipierte Yoga-Übungen auf meinem Programm und ich achte weiterhin darauf, mich bewusst zu ernähren. In diesem Zuge habe ich allein durch die Reduktion meiner Zuckerzufuhr bereits 2 Kilogramm an Gewicht verloren – meine Knie freuen sich!

Meine ersten Umstellungen zeigen also Wirkung und alles in allem komme ich mit meinem Training trotz Verletzung ganz gut voran, auch meine Motivation, alles zu geben, stimmt weiterhin. Denn bei einem so langfristigen Ziel, ob es nun ein erster Ultramarathon ist, oder etwas vollkommen anderes, ist es meiner Erfahrung nach ratsam unvorhersehbare Hürden und Hindernisse mit einzukalkulieren.

Irgendetwas kommt ja meistens dazwischen.

Sei es eine Erkältung, die uns zum Pausieren zwingt, damit wir die Krankheit nicht verschleppen. Oder temporärer Stress im Job, der unseren Arbeitstag verlängert und unser Zeitfenster für unser Sportpensum verschiebt oder gar schmälert. Verletzungen, Urlaube, Feiertage – die Liste an möglichen Störfaktoren ist lang. Entscheidend ist, finde ich, wie wir mit solchen unvorhersehbaren Ereignissen umgehen, ob wir so etwas von vornherein einkalkulieren und mit welchem Mindset wir an einer Lösung arbeiten. Ein für mich wirksamer Tipp an dieser Stelle ist:

Oftmals hilft es, in solchen Situationen in Lösungen und nicht in Problemen zu denken – ein einfacher Trick mit großer Wirkung.

Sebastian Medwed, angehender Ultramarathoni

Damit möchte ich keineswegs sagen, dass es toll ist, wenn einem etwas auf seinem Weg zum Ziel dazwischenkommt. Ganz im Gegenteil! Ich habe mich in den ersten Tagen nach meiner Verletzung unfassbar geärgert, nicht mehr Laufen zu können. Zumal ich in den letzten Wochen auch noch wie ein Besessener darauf achtete, mich nicht, wie für diese Jahreszeit üblich, zu erkälten.

Trainingshoch vs. Verletzungstief: Sebastians ungeplantes #BeatYesterday! | © Sebastian Medwed

Aber hey, so ist es nun einmal

Akzeptieren, abhaken und weiter geht’s. Fatal ist es in solchen Phasen lediglich, seine Pläne über Bord zu werfen. Kann ich nicht laufen, dann mache ich halt Bauch- und Rückentraining. Geht auch das nicht, dann liegt mein Fokus eben auf meiner Ernährung und so weiter und so fort. Irgendwas lässt sich immer optimieren, um den eigenen Zielen schrittweise näherzukommen. Unvorhersehbare Ereignisse passieren, doch wie reagieren wir darauf? Geben wir auf, schieben unsere Pläne auf und konzentrieren uns auf die Probleme, oder akzeptieren wir, dass so etwas manchmal einfach dazugehört, arbeiten an Lösungen und fokussieren uns auf das, was wir noch tun können?

Diese Entscheidung liegt ganz alleine bei uns! Ich präferiere die zweite Variante und nähere mich Schritt für Schritt spürbar meinem Ziel.

In diesem Sinne …

…stay strong, stay positive and #BeatYesterday!
Sebastian

Allgemein

© Sebastian Medwed

Sebastians #BeatYesterday-Kolumne


Sebastian Medwed ist 28 Jahre alt und mittlerweile begeisterter Freizeitläufer. Er schreibt auf BeatYesterday.org über seinen #BeatYesterday-Weg und die damit verbundenen Herausforderungen und Erfahrungen im alltäglichen Läuferdasein.

Hier findest du alle Beiträge von unserem Ultramarathoni im Überblick.

Veröffent­lichungsdatum: 08.12.2017
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20.11.2018

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