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Fahrradfahren: 7 Gründe, warum du das regelmäßig tun solltest

Radfahrende lieben ihr Fahrrad. Wegen der umweltfreundlichen Mobilität – doch nicht nur. Sieben Gründe, warum das Pedaletreten dir und deiner Umwelt guttut.

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Die Welt sieht von einem Fahrradsattel einfach anders aus. Egal, ob du in der Stadt oder auf dem Land unterwegs bist. Dinge, die im Alltag unendlich wichtig scheinen, rücken in den Hintergrund, wenn Landschaften an dir vorbeifliegen oder du gestresste Autofahrende im Stau stehen lässt. Doch nicht nur deshalb macht Radfahren dein Leben besser.

Radeln ist gesund für Körper und Geist. Und fast so nachhaltig wie zu Fuß gehen. Dein Arbeitsweg wird auf dem Rad zu einer wohltuenden Aktivität. Besonders Ambitionierte machen aus ihr einen Leistungssport. Spaß bringt das Radfahren in jedem Fall – allein, mit der Familie, in der Community. Radfahren ist die Lieblingsaktivität in Mitteleuropa.

Aus vielen Gründen. Forscher Dr. Elliot Fishman, Direktor am Institute for Sensible Transport in Melbourne, lobt die Zweirad-vernarrten Niederländerinnen und Niederländer: „Wenn es um die Vorteile des Radfahrens geht, dann können die Niederlande – mit ihren Zahlen – als Maßstab für den Rest der Welt gelten. Nirgendwo auf der Welt radeln die Menschen so häufig wie in den Niederlanden.”

Du verlängerst dein Leben

Sie ist der naheliegendste Grund, dich aufs Rad zu schwingen: Mit jedem Tritt in die Pedale tust du etwas für deine Gesundheit. Der Ausdauersport kräftigt deine Muskeln, stärkt dein Herz-Kreislauf- und dein Immunsystem. Du regst den Stoffwechsel an und reduzierst dein Risiko für Übergewicht und erhöhten Blutdruck.

Niederländische Forschende der Universität Utrecht fanden in einer Studie heraus, das regelmäßiges Radfahren die Lebenserwartung im Schnitt um sechs Monate erhöht. Pro Jahr verhindert es 6.000 vorzeitige Todesfälle. Und, um bei der Stadt Utrecht mit etwa 350.000 Einwohnerinnen und Einwohner (2019) zu bleiben: Dank des Radverkehrs wird massiv gespart: Rund 250 Millionen Euro für Gesundheitsfürsorge, Luftqualitätsmaßnahmen und Verkehrverzögerungen muss die Stadt nicht aufwenden.

Mann und Frau beim Mountainbiking im Wald
Radfahrer leben länger: Radfahren beeinflusst Körper und Geist positiv. © iStock.com / monkeybusinessimages

Du stärkst deine Psyche

Du tust nicht nur deinem Körper etwas Gutes! Radfahren beeinflusst auch deinen Gemütszustand. Wenn du regelmäßig Fahrrad fährst, baust du Stress ab und wirst glücklicher – du beugst sogar einer Depression vor. Nach 30 bis 40 Minuten auf dem Rad schüttet dein Körper die stimmungsaufhellenden Hormone Serotonin und Endorphin aus. Stresshormone hängst du dagegen genauso ab wie die Autofahrenden im Stop-and-go-Verkehr. Weil du durchs regelmäßige Radfahren schnell fitter wirst, bekommst du ein besseres Körpergefühl. Dein Selbstbewusstsein steigt.
Die höhere Zufriedenheit von radfahrenden Pendlerinnen und Pendlern bestätigt auch eine Untersuchung in Auckland, Neuseeland. Kirsty Wild und Alistair Woodward fassen die Ergebnisse im „ScienceDirect – Journal of Transport & Health” zusammen:

  1. Radfahrende haben eine größere Kontrolle über Arbeitsweg und Ankunftszeit.
  2. Fahrradfahren bringt ein angenehmes Maß an sensorischer Stimulation mit sich.
  3. Moderate Bewegung erzeugt körperliche “Wohlfühleffekte”.
  4. Im Radverkehr gibt es bessere Möglichkeiten zur sozialen Interaktion.

Du respektierst deine Umwelt

Weil du dein Auto stehen lässt, schonst du nicht nur deinen Geldbeutel. Du vermeidest auch Raubbau an der Natur. Auf dem Rad produzierst du weder Lärm, noch CO2, Feinstaub oder Stickoxide. Besonders auf der Kurzstrecke, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, tust du dem Klima einen Gefallen.

Exemplarisch wurde in der dänischen Metropolregion Kopenhagen über drei Monate ermittelt, wie positiv sich der zu Fuß Gehenden- und Fahrradverkehr auswirkt: Pro Kilometer wurden 138 Gramm CO2 eingespart. Das summiert sich bei einem Menschen, der seinen fünf Kilometer langen Arbeitsweg mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegt, auf jährlich 350 Kilogramm CO2.

Zudem benötigen Radfahrende kaum Platz: Der motorisierte Straßenverkehr benötigt im Schnitt rund das Zehnfache der Verkehrsflächen – auch wegen der notwendigen Parkplätze. Boden wird versiegelt und verliert seine ökologische Funktion.

Radfahrer fährt auf einem Fahrradweg
Ciao, Stau: Auf dem Rad hast du gestressten Autofahrenden viel voraus. © iStock.com / David_Sch

Du bist achtsamer, lernst Kleinigkeiten zu schätzen

Der blühende Raps, der kleine Bäcker an der Straßenecke oder Vogelgezwitscher – im Auto entgehen dir solche schönen Details. Meist sind es die kleinen Dinge, die uns wirklich glücklich machen oder den alltäglichen Verpflichtungen ihren Schrecken nehmen. Du hattest einen stressigen Arbeitstag mit vielen unangenehmen Aufgaben? Dann wird dein Fahrrad zum Entschleuniger. Radfahren hat etwas Meditatives: Durch die regelmäßige Bewegung, den Sauerstoffschub und die pure Konzentration auf das Fahren verstehst du plötzlich, was für dich wirklich wichtig und wohltuend ist.

Das Radfahren in deinem eigenen Kiez stärkt dazu den Einzelhandel und die Gemeinschaft. Die University of Birmingham beschreibt in ihrer Studie “The Value of Cycling”, dass Radfahrende häufiger in lokalen Geschäften einkaufen als Nutzende anderer Verkehrsmittel. Die Läden, häufig in Nebenstraßen, wirst du vom Sattel aus überhaupt erst entdecken. Und parken? Anhalten, abstellen, fertig. Pro Quadratmeter gerechnet bringen Fahrradstellplätze einem Geschäft fünfmal mehr Umsatz als Pkw-Stellplätze.

Du wirst schlauer und einfallsreicher

Radfahren ist auch gut für dein Gehirn. Wenn du auf einen Geistesblitz wartest oder dich nicht entscheiden kannst, solltest du aufs Fahrrad steigen. Denn die Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung deines Gehirns. Da du beim Radfahren immer mal unerwarteten Situationen ausgesetzt bist, schulst du dein kreatives Denken. Wenn du nicht jeden Tag den gleichen Weg fährst, trainierst du deinen Orientierungssinn. Und wer selbst mal am Rad schraubt oder den Reifen flickt, feilt an Geschicklichkeit und technischem Know-how.

Wissenschaftlich betrachtet steigert Radfahren deine kognitive Leistungsfähigkeit Neue Synapsen bilden sich in deinem Gehirn, es entstehen neue Verbindungen zwischen Nerven- oder Sinneszellen (Neurogenese). Die Zunahme von Synapsen bei Radfahrende gegenüber einer Kontrollgruppe belegen Alena Svatkova und ihr Team in einer niederländischen Studie. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Erhebungen in Taiwan. Fazit: Radeln ist Dünger fürs Gehirn. Du wirst dadurch schlauer!

Radfahrer*innen machen eine Pause und erzählen
Radfahren ist ein sozialer Akt: Durch Gleichgesinnte lernst du neue Strecken kennen. © iStock.com / TFILM

Du bist ein Vorbild

Du fährst zwar keine 100-Kilometer-Runden, raffst dich aber auch bei schlechtem Wetter auf, um die fünf Kilometer zur Arbeit mit dem Rad zu fahren? Dafür darfst du dir auf die Schulter klopfen! Es kommt nicht immer auf die maximale Leistung an, sondern auf Regelmäßigkeit. Mit jeder einzelnen Minute, die du im Sattel verbringst, tust du etwas für dich und deine Umwelt – und das können sich andere von dir abschauen. Wer weiß, vielleicht motivierst du bereits deine Kolleginnen oder Kollegen zum Nachmachen.

Wer sein Fahrrad-Faible mit anderen teilen möchte und eine Uhr von Garmin trägt, baut sich über Garmin Connect eine eigene Community auf. Mit der Funktion “Aktivitäten teilen” kannst du Radfreundinnen und Radfreunde einladen und dich mit ihnen vernetzen.

Du bist hip

Machen wir uns nichts vor: Ein bisschen eitel sind wir alle. Besonders in urbanen Umgebungen ist dein Fahrrad nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Stück Lifestyle. Wie auch die Mode, die du durch die Stadt radelst. Hinter dem sogenannten „Cycle Chic” findest du in Blogs und Sozialen Medien endlos Stories, Trends und Impressionen – von Berlin bis Sydney. Das Rad wird zum Teil deines aktiven Lebens. Was bisher nur Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer im Park praktiziert haben, findet heute auch auf Radwegen statt: Spontane Gespräche und sozialer Kontakt. Von Auto zu Auto gibt es dafür meist nur unschöne Beispiele.

Mach dein Fahrrad zum Multitalent

Egal ob Rennrad, Gravel oder Mountainbike. Den nächsten Triathlon, ein Abenteuer oder die Fahrt zur Arbeit. Wir haben Technologien auf die du dich verlassen kannst. Fahrradspezifische Routenführung, Abbiegehinweise, Sicherheitsfunktionen oder eine detailierte Trainingsanalyse – die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Welches ist dein nächstes Garmin-Gerät?

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Melanie Khoshmashrab

Wenn Sport- und Lifestylejournalistin Melanie nicht gerade am Schreibtisch schöne Sätze formuliert, ist sie in der Natur und treibt ihren Puls in die Höhe – am liebsten in Laufschuhen im Gelände, während des Gipfelsturms am Berg oder auf dem Rennrad. Sie ist fest davon überzeugt: Wenn du dich und dein Innerstes entdecken willst, musst du nach draußen gehen.

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Rüdiger Laube

Rüdiger Laube, Hamburger Kind seit 1962, bescheinigte bereits die Grundschullehrerin “Rüdiger ist ein stilles Kind”. Also schreibt er. Heute als #BeatYesterday-Redakteur. Davor verfasste er gesprochenes Wort für Audioformate und geschriebenes für Print- und Onlinemedien. Rüdigers Lieblingsplatz: ein kleines Sportboot. Wasser darunter, Negroamaro darauf. Seine Garmin-Geräte: die fēnix 6S und ein GPSMAP 86s.

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