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Multitalent Crossrad: Das macht ein gutes Modell aus

Du suchst ein Rad für alle Gelegenheiten? Dann solltest du dir das Crossrad genauer ansehen. Denn diese Allrounder sind für Straße und Gelände gleichermaßen geeignet.

Das muss ein Crossrad können

Zunächst braucht das Crossrad Teile aus der Erbmasse von anderen RadtypenRennrad und Moutainbike (MTB) beziehungsweise Trekkingrad. Mit den richtigen Anlagen ausgestattet wird daraus ein quasi omnipotentes Fortbewegungsmittel für viele Gelegenheiten.

Als echtes Multitalent bringt das Crossrad ein recht umfangreiches Pflichtenheft mit. Schließlich willst du damit im Alltag unterwegs sein, in deiner Freizeit auf Tour gehen und es für sportliche Aktivitäten abseits von befestigtem Untergrund nutzen. Es dürfen dich also weder Asphaltstraßen, Schotterwege, Waldboden noch raues Gelände aus dem Tritt bringen. Dein Crossrad muss somit leicht zu handhaben, gleichzeitig robust und belastbar sein – zwecks Alltagstauglichkeit am besten in Verbindung mit einem geringen Gewicht. Ansonsten braucht es eine geeignete Gangschaltung, gute Bremsen sowie griffige Reifen.

Die richtige Ausstattung

Die erforderlichen Eigenschaften schlagen sich beim Crossrad in seiner äußeren Erscheinung und der technischen Bestückung nieder. Beginnen wir mit dem …

  • Rahmen. Das meist gewählte Material ist meistens Aluminium. Es lässt sich gut verarbeiten, ist stabil, haltbar und vergleichsweise leicht. Und erschwinglich ist es obendrein. Für die Gestaltung wurde in den vergangenen Jahren häufig “Hydroforming” verwendet. Diese Technik, bei der ein hohles Bauteil mittels Innendruck verformt wird, ermöglicht komplexes und ungewöhnliches Styling und verringert die Anzahl von Schweißverbindungen. Wer noch weniger Gewicht bewegen will, der muss zu anderem Material und damit tiefer in die Tasche greifen. Ein gutes Beispiel für einen alternativen Baustoff ist Carbon.
  • Reifen. Bei der Größe haben sich Reifen im 28-Zoll-Format durchgesetzt. Hinsichtlich des Profils ist die Balance zwischen geringem Rollwiderstand und Geländetauglichkeit nicht leicht zu finden. Schmale Pneus unterstützen schnelleres Fahren mit dem Crossrad, sind aber jenseits befestigter Wege nicht sehr griffig. Dafür sind Exemplare mit groben Stollen eher geeignet. Allerdings ist mit ihnen eine flotte Gangart auf Straßen nur unter Mühe drin. Bei der Reifenwahl kommt es somit auf den überwiegenden Einsatzzweck an. Ein guter Mittelweg sind Faltreifen mit einem Profil aus eher nachgiebigen Stollen. Tipp: Verringerter Reifendruck erhöht die Traktion (Zugkraft).
  • Bremsen. Auf den Stoppmechanismus musst du dich jederzeit verlassen können. Das wissen auch die Hersteller und verbauen überwiegend sehr griffige Scheibenbremsen. Diese verrichten ihren Dienst unabhängig von der Witterung. Sie reagieren auch bei Nässe oder Schnee noch zupackend, während Felgenbremsen unter solchen Umständen deutlich an Haftkraft verlieren. Je größer die Scheiben, desto besser. So empfiehlt sich für das Vorderrad ein Durchmesser von 18 Zentimetern. Insbesondere Abfahrten sind damit sicherer als mit deutlich kleineren Verzögerungselementen zu absolvieren.
  • Schaltung. Wegen der unterschiedlichen Einsatzzwecke empfiehlt sich ein Getriebe mit bis zu 30 Gängen. Wenn du gern über Stock und Stein strampelst, dann solltest du auf jeden Fall eine Schaltung wählen, die dich auch steile Anstiege meistern lässt.
  • Federgabeln. Diesen Bauteilen kommt beim Crossrad eine besonders wichtige Rolle zu, weil sie teils heftige Stöße absorbieren oder zumindest stark abschwächen sollen. Deshalb gehören sie zur üblichen Ausstattung. Unterschiede gibt es in Preis und Qualität. Wer mehr Geld investiert, erhält leicht einstellbare Exemplare, in denen Hochdruckpumpen arbeiten.
  • Sattel. Den gleichen Stößen ist natürlich auch der Fahrer ausgesetzt, deswegen sollte der Sattel über sehr gute, dämpfende Eigenschaften verfügen.
  • Lenker. Damit hast du dein Crossrad im Griff. Die Anforderungen an den Lenker sind einerseits leichtes Handling, andererseits eine stabile Kontrolle. Für diese Zwecke haben sich gekröpfte Exemplare (Riser- oder Downhill-Lenker) durchgesetzt. Die sind nicht gerade, sondern an vier Stellen gebogen, sodass sie außen höher sind als in der Mitte. Das hat zwei Vorteile: So bleibt zwischen den Handgriffen der Blick auf die Strecke frei. Gleichzeitig ergibt sich für dich eine aufrechte, entlastende Körperhaltung. Die Griffe dürfen sich nicht verschieben und sollten fixierbar (Schrauben) sein. Hinsichtlich der Handhabung sind Modelle günstig, die nach außen hin eine größere Auflagefläche (Flossenform) haben.
  • Optik. Im Vergleich zu einem Straßenmodell verfügt ein Crossrad über einen längeren Radabstand. Sein Lenkwinkel ist flacher. Das gilt auch für die Unterseite des Oberrohrs. Dadurch wird das Tragen beziehungsweise Schultern erleichtert.

Für gewöhnlich wird ein Crossbike ohne Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer und Beleuchtung ausgeliefert. Das sorgt für ein sportliches Erscheinungsbild. Diese Ausstattungselemente lassen sich aber in vielen Fällen nachrüsten. Dann genügen die Alleskönner-Räder auch den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

So ermittelst du die passende Rahmenhöhe

Damit du mit deinem neuen Drahtesel optimalen Fahrspaß hast, solltest du auf die für dich optimale Rahmengröße achten. Die ergibt sich aus der Höhe deines Schritts und kann mit folgendem Prozedere berechnet werden:

Du brauchst ein Zentimetermaß und ein Buch. Zieh die Schuhe aus und stell dich mit dem Rücken an eine Wand. Bedenke, dass der Schnitt deiner Hose das Messergebnis beeinflussen kann. Deshalb ist es unter Umständen ratsam, auch diese abzulegen. Die Füße stellst du parallel und schulterbreit auseinander. Nun hältst du das Buch mit dem Rücken nach oben und ziehst es waagerecht bis in deinen Schritt. Die richtige Höhe erhältst du nun, wenn du anschließend den Abstand zwischen Boden und Buchrücken misst. Den so ermittelten Wert multiplizierst du mit dem Faktor 0,61. Als Ergebnis bekommst du die optimale Rahmenhöhe in Zentimetern. Wirst du später auf einem gefederten Sattel sitzen, musst du davon noch fünf Zentimeter abziehen.

Da Rahmen in vorkonfektionierten Größen gebaut werden, ist kaum anzunehmen, dass ein Modell genau passt. Für gewöhnlich wird deine individuelle Höhe zwischen zwei Ausführungen liegen. Was dann? In dem Fall kommt es auf den hauptsächlichen Einsatzzweck deines Crossbikes an. Willst du damit vor allem schnell und sportlich unterwegs sein, entscheidest du dich am besten für die kleinere Rahmenhöhe. Die Größere eignet sich für eher gemächliche Tourenfahrten.

Bitte nicht verwechseln: Crossrad und Cyclocross

Während das Crossrad mit all seinen Facetten gut für den „Durchschnittsradler“ im Alltag geeignet ist, ist das Cyclocross ein Fahrrad für Radsportler mit ernsthaften Ambitionen oder Action-Hunger. Für Rennradfahrer ist es die perfekte Alternative, um das Training effektiv in der nassen Jahreszeit fortzusetzen. Mehr zu Cyclocross und anderen Fahrradtypen erfährst du hier.

Das wichtigste zusammengefasst

Ein Crossrad verbindet die Eigenschaften anderer Drahteselgattungen miteinander. Du machst damit sowohl in der Stadt als auch im Gelände eine gute Figur. Klar ist aber auch: Ein solcher Hybrid macht vieles richtig, aber nicht alles perfekt. Geht es beispielsweise um die Frage „Crossrad oder Mountainbike“, dann hängt die Entscheidung von deinen Ambitionen in freier Wildbahn ab. Bist du sehr ehrgeizig und willst auch in unwirtlichem Terrain professionell unterwegs sein, dann solltest du zum Spezialgefährt MTB greifen. In vergleichbarer Weise gilt das auch, wenn du hohe Ansprüche an die Komfortfunktionen auf Langstrecken hast. In dem Fall kommt eher ein Trekkingrad für dich infrage. Willst Du vor allem schnell sein, brauchst du ein Rennrad.

Natürlich hängt die Qualität auch vom Preis ab. Der Einstieg beginnt bei rund 300 Euro. Die obere Grenze liegt in der Regel bei rund 2000 Euro, kann aber natürlich – bei besonderen Ausstattungswünschen – auch noch höher gehen.

Veröffent­lichungsdatum: 07.11.2016
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