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Das Gefälle einer normalen Mountainbike-Tour ist mit dem Downhillfahren nicht zu vergleichen. | © iStock/yanik88

Nichts für Weicheier: Downhill fahren ist Adrenalin pur

Downhill fahren bringt dir auf deinem Mountainbike den absoluten Kick. Doch die rasanten Abfahrten erfordern besonderes Material und die richtige Fahrtechnik.

Mit bis zu 80 km/h über Stock und Stein

Bist du ein geübter Mountainbiker, hast du sicherlich schon die eine oder andere steile Abfahrt im Gelände absolviert. Unter anderem dafür sind die MTBs ja schließlich auch konzipiert worden. Doch selbst ein starkes Gefälle auf einem normalen Trail ist mit dem Downhillfahren nicht zu vergleichen. Beim Downhill lenkst du ein spezielles Mountainbike so schnell wie möglich eine ausschließlich abwärtsführende Strecke hinunter, meist auf einem abgesperrten, groben Gelände. Geröllflächen, größere Steine, Wurzeln und Schanzen kreuzen deinen Weg, Hindernisse müssen umfahren, Sprünge von einer Ebene auf die andere absolviert werden. Profis kommen auch mit diesen Hindernissen auf Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h.

Um diese Sportart ambitioniert betreiben zu können, benötigst du neben einem speziellen Downhill-Bike und einer umfassenden Ausrüstung auch das nötige Know-how auf dem Rad, um Stürze zu vermeiden. Deshalb ist neben Reaktionsvermögen und guten Reflexen eine große Portion Mut die wohl wichtigste Voraussetzung für diesen nicht ganz ungefährlichen Extremsport. Selbstüberschätzung ist hier allerdings auch fehl am Platz!

Downhill ist ein junger Wettkampfsport

Downhill fahren kam erstmals Ende der 60er-Jahre auf. Bis in die 90er hinein fuhren die Biker allerdings einfach da lang, wo sich durch einen Trail und ein langes Gefälle eine Möglichkeit ergab. Oft wurden Skipisten genutzt, auf denen im Sommer kein Schnee lag. Erst danach wurden mithilfe von schwerem Gerät spezielle Strecken geschaffen, die einzig dem Bergabfahren dienten. Damit wurde Downhill auch zum Wettkampfsport. Mittlerweile gehören Downhill-Rennen bei Mountainbike-Weltmeisterschaften zum Standardprogramm. In den Anfangsjahren waren die Bikes allerdings nicht mit den High-Tech-Rädern von heute vergleichbar. Vor allem in Sachen Federung und Bremsen hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel getan.

So sieht ein echtes Downhill-Bike aus

Wenn du beim Downhillfahren richtig durchstarten willst, ist das passende Bike entscheidend. Die heutigen Downhill-Bikes sind keine Allrounder wie normale Mountainbikes, sondern einzig auf das Bergabfahren ausgerichtet. Um zum Startpunkt einer Downhill-Strecke zu gelangen, benötigst du daher in der Regel Autos oder Seilbahnen als Transportmittel. Das Bergauffahren ist aufgrund der speziellen Bauart der Räder kaum möglich. Bei einem Downhill-Rad ist alles auf größtmögliche Stabilität ausgerichtet: Neben extrem starken Scheibenbremsen verfügt ein solches Bike über eine ausgeprägte Dämpfung an Rahmen und Gabel, die mit einem Federweg von bis zu 20 Zentimetern so ziemlich alle harten Stöße und jeden Aufprall aushält. Bei den Reifen spielt der Grip eine größere Rolle als der Rollwiderstand, deswegen sind sie breiter, dicker und haben ein stärkeres Profil als andere Mountainbike-Reifen. Für Anfänger eignet sich auch ein Enduro-Bike, doch dieses kann beim Bergabfahren mit der Schnelligkeit und Belastbarkeit eines Downhillers nicht mithalten.

Für das Downhillfahren eine Schutzausrüstung unerlässlich! | © iStock/yanik88

Downhill-Fahrer benötigen eine umfangreiche Ausrüstung

Außer dem richtigen Bike ist für das Downhillfahren eine Schutzausrüstung unerlässlich. Das Wichtigste dabei: ein Fullface-Helm, der einem Motorradhelm ähnelt, aber weniger wiegt. Eine Schutzbrille ist empfehlenswert, um keinen Dreck in die Augen zu bekommen. Für den Schutz deines Körpers benötigst du zudem Nacken-, Brust-, Rücken-, Schulter-, Ellenbogen- und Knieprotektoren. Auch Handschuhe mit gutem Grip sind sinnvoll. Alle Teile sollten eng anliegen, um ein Verrutschen zu verhindern. Auch solltest du Schuhe mit Profil tragen, um nicht von den Pedalen zu rutschen.

Downhillfahren lernen: Die Grundlagen

Wer richtig Downhill fahren will, sollte ausreichend Zeit ins Training investieren. Sogar als erfahrener Mountainbiker ist es ratsam, die speziellen Sprungtechniken des Downhillfahrens und das Fahren in Steinfeldern in Kursen zu erlernen und ausgiebig zu üben, bevor es das erste Mal auf eigene Faust auf die Piste geht. Eine schnelle und sichere Fahrt setzt außerdem eine sehr gute körperliche Fitness voraus. Beim Downhillfahren wirken diverse Kräfte auf dich ein und viele Muskeln werden gleichzeitig beansprucht.

Die Grundhaltung auf dem Downhill-Bike ist stehend und dabei ganz leicht nach vorn gebeugt. Die Pedale sollten waagerecht stehen, dein Sprungbein nimmst du nach vorne. Das ist übrigens dasselbe wie beim Hoch- oder Weitsprung – dein starkes Bein eben. Dein Körper sollte eine lockere Grundspannung aufweisen und auf keinen Fall verkrampft sein.

Als Anfänger brauchst du noch nicht allzu viele Sprungtechniken, um deine ersten Downhill-Strecken zu meistern. Die meisten Hindernisse kannst du mit einem einzigen Sprung überwinden: dem Bunny Hop. Dafür bremst du zunächst ab und ziehst den Lenker nach oben, sodass du kurz auf dem Hinterrad fährst. Direkt danach drückst du dich mit dem Hinterrad vom Boden ab. Nun steht das ganze Bike in der Luft und du kannst das Hindernis überwinden. Anschließend landest du mit dem Vorderrad voran hinter der Barriere wieder auf dem Boden.

Bikeparks sind vor allem für Anfänger empfehlenswert

Downhill ist kein ganz günstiger Sport, denn durch die Anschaffungskosten für Bike und Ausrüstung bist du schnell einige Tausend Euro los. Selbst, wenn du eher im unteren Preissegment zugreifst, wirst du gerade als Anfänger wahrscheinlich dennoch einiges an Geld investieren, da dein Bike durch die kaum zu vermeidenden Stürze öfter mal Schäden davonträgt und repariert oder sogar ganz ersetzt werden muss. Unter anderem deshalb ist es empfehlenswert, das Downhillfahren zunächst in einem Bikepark auszuprobieren. Denn hier kannst du dir ein Downhill-Bike und alle benötigten Protektoren leihen.

Allein in Deutschland gibt es bereits mehr als 100 solcher Sportstätten, viele bieten gleich mehrere Abfahrtsstrecken an. Mindestens eine ist meist auch für Anfänger geeignet. Ein großer Vorteil: Bäume und andere Hindernisse, die auf der Downhill-Strecke stehen, sind in der Regel mit Schaumstoffmatten umhüllt, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Ein ganz billiges Vergnügen ist ein Tagesausflug in einen Bikepark inklusive Leihmaterial allerdings auch nicht: 100 Euro solltest du schon einplanen.

Veröffent­lichungsdatum: 04.05.2018
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