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Mit 140 km/h geht es Kopf voraus über die Kunsteis-Bobbahn. Gesicht und Eis trennen nur wenige Zentimeter. | © iStock.com/Artur Didyk

Skeleton: Im Tiefflug kopfüber durch den Eiskanal

Mit 140 km/h geht es Kopf voraus über die Kunsteis-Bobbahn. Gesicht und Eis trennen nur wenige Zentimeter. Erfahre mehr über Skeleton und den Unterschied zum Rennrodeln.

Der Skeleton-Pilot hält seinen Schlitten fest mit einer Hand. Seine Haltung ist gebückt. Wie ein 100-Meter-Läufer sprintet er los, die Spikeschuhe krallen sich ins Eis. Aus vollem Tempo springt der Sportler auf sein Gefährt, macht sich bäuchlings auf dem Skeleton flach wie eine Flunder – auf dass die Luft keinen Widerstand findet. Die Arme sind nach hinten dicht am Körper ausgestreckt, Kopf und Bahn trennen nur wenige Zentimeter. Eine richtige Bremsmöglichkeit gibt es nicht. Die Fliehkräfte in den Kurven sind vergleichbar mit den Belastungen, denen ein Jetpilot ausgesetzt ist. Fahrfehler korrigiert der „Skeletoni“, der Skeleton-Fahrer, indem er seinen Körper verlagert. Bloß nicht anecken! Das kostet Zeit.

Skeleton ist eine olympische Wintersportart, internationale Wettkämpfe finden seit über 100 Jahren statt. Vorläufer des Skeleton-Sports ist der Cresta-Run. Das exklusive Schlittenrennen, das seit Ende des 19. Jahrhunderts in St. Moritz auf einer halsbrecherischen Natureisbahn ausgetragen wird, findet bis heute jeden Winter statt. Wer aus der Kurve fliegt, und das passiert schnell, landet im Stroh – hoffentlich unverletzt!

Skeleton und Rennrodeln: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Beim Skeleton liegen die Athleten wie beim Rennrodeln auf einem Schlitten mit Kufen und fahren durch einen Kunstbahn-Eiskanal. Sie erreichen dabei Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h. Doch Skeleton hat mehr mit dem Bobsport als mit Rennrodeln gemeinsam. Beim Rennrodeln starten die Athleten im Sitzen, beim Skeleton sprinten die Fahrer wie beim Bobfahren los und werfen sich dann aus vollem Lauf bäuchlings auf den Schlitten. Rennrodler beschleunigen dagegen mit den Händen. Schon beim Zuschauen fällt auf, dass Skeleton-Fahrer meist muskulöser als Rennrodler sind und dank gezieltem Krafttraining extrem kräftige Bein- und Gesäßmuskeln haben. Durch den Eiskanal geht’s dann beim Skeleton mit dem Kopf voran – und nicht mit den Füßen vorn und auf dem Rücken liegend wie beim Rennrodeln.

Weitere Unterschiede: Die Kufen des Skeleton sind abgerundet, die des Rennrodels kantig. Die Steuerung erfolgt beim Skeleton weniger über die Beine, sondern über die Verlagerung des Körpergewichts mittels Schultern und Kopf. Mit den Füßen auf dem Eis kann der Skeleton-Fahrer kleine Fahrfehler ausgleichen und (ein wenig) abbremsen.

Zum Start sprintet der Skeltoni wie ein 100-Meter-Läufer los. | © iStock.com/Artur Didyk

Skeleton-Schlitten und Fahrerausstattung

Der Skeleton misst 80 bis 120 cm in der Länge und besteht aus einer Fiberglaswanne, zwei Haltebügeln und einem seitlichen Prallbügel. Der reduzierten, skelettgleichen Konstruktion verdanken Sportart und Schlitten auch ihren Namen – Skeleton ist der englische Begriff für „Skelett“. Der maximal 20 cm hohe Schlitten darf nicht mehr als 35 kg (Frauen) beziehungsweise 43 kg (Männer) wiegen.

Skeletonis, tragen einen einteiligen Stoffanzug mit Schulterpolstern, Schuhe mit Spikes und einen Helm mit Splitterschutz-Visier. Die genauen Regularien beschreiben der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) sowie die International Bobsleigh & Skeleton Federation (IBSF).

Selbst Skeleton fahren

Lust bekommen, selbst einmal Skeleton auszuprobieren? In Innsbruck kannst du mit bis zu 90 km/h über die Olympia-Bobbahn brettern. Natürlich mit Helm und erst nach einer Sicherheitseinweisung. Die rasende Fahrt dauert gerade einmal 45 Sekunden, setzt aber so viel Adrenalin frei, dass du sie bestimmt nie vergisst!

Veröffent­lichungsdatum: 19.12.2018
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