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Keine Ablenkungen - nur die Natur und Du. I © Kathrin Heckmann

Auf einsamen Pfaden – warum ich so gerne allein wandere

Für die einen beängstigend, für die anderen die ultimative Freiheit: Allein draußen in der Natur unterwegs zu sein ist eine ganz besondere Erfahrung.

„Und das traust du dich, so ganz allein?“ Diese Frage bekomme ich oft von anderen Menschen zu hören, denen ich von meinen Solo-Wanderungen erzähle. Und das längst nicht nur, wenn es dabei um große Abenteuer wie meine 1.000 Kilometer lange Fernwanderung durch Westaustralien oder meine Durchquerung Großbritanniens geht!

Der Gedanke, nur mit sich selbst da draußen unterwegs zu sein, erzeugt bei vielen Menschen Unwohlsein. Und zugegeben: Bei mir war es damals nicht anders, als ich zum ersten Mal mitten in den schottischen Highlands mein Zelt aufgebaut habe, um eine Nacht allein in der „Wildnis“ zu verbringen. Gleichzeitig hatte diese Vorstellung für mich aber immer auch etwas sehr Faszinierendes an sich. Und diese Faszination ist bis heute geblieben.

Tief in die Natur eintauchen

Es gibt wohl keine bessere Art, die Natur zu entdecken, als das Wandern. Du bist langsam genug unterwegs, um in Ruhe die Umgebung wahrnehmen zu können. Und du musst dich dabei quasi auf nichts anderes konzentrieren, als einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Gespräche mit Mitwanderern oder auch nur deren Anwesenheit bewirken aber, dass du dich sehr auf diese Menschen fokussiert und den anderen Dingen um dich herum kaum noch Beachtung schenkst.

Kathrin Heckmann

Bist du hingegen ohne Begleitung unterwegs, nimmst du zum Beispiel plötzlich Geräusche war, die du sonst vielleicht gar nicht gehört hättest oder entdeckst Dinge, die du anders bestimmt übersehen hättest. War das da gerade eine Eule, die gerufen hat? Und ob aus dieser Raupe wohl mal ein Schmetterling wird?

Wer alleine unterwegs ist, hat die Möglichkeit sich mal nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. I © Kathrin Heckmann

Aber nicht nur der Umgebung wird mehr Aufmerksamkeit zuteil, sondern auch dir selbst: Wann nimmst du dir heutzutage schon die Zeit, für ein paar Stunden lang einfach mal die Gedanken schweifen zu lassen? Es gibt doch immer irgendwo ein Display, das leuchtet oder ein Telefon, das klingelt. Dabei ist es gerade in unserer hektischen Welt so wichtig, zwischendurch mal ganz zur Ruhe zu kommen und sich nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Und allein zu wandern ist dafür ein wahres Wundermittel.

Den eigenen Rhythmus finden

Wandern ganz im eigenen Tempo, Pausen machen wann und wo du willst …

Wenn ich allein unterwegs bin, genieße ich sehr, dass ich bei Entscheidungen wie diesen keine Kompromisse machen muss und mich ganz nach meinen eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen richten kann.

Kathrin Heckmann

Dass ich ohne Pause auf den Gipfel stürmen kann, wenn mir nach etwas Anstrengung ist und gleichzeitig auch zum fünften Mal an einem Tag meine Füße in einen eiskalten Bergsee tauchen kann, wenn ich es nicht eilig habe oder haben will.

Was bei kürzeren Touren einfach nur angenehm ist, kann vor allem bei längeren Trekkingtouren und Fernwanderungen durchaus darüber entscheiden, ob du dein Ziel erreichst oder nicht. Wenn der Körper nämlich über einen längeren Zeitraum nicht im eigenen Tempo funktionieren darf, kann das schnell zu Überbelastungen und Erschöpfung führen. Und das ist mitunter der häufigste Grund für den Abbruch einer längeren Wanderung.

Herausforderungen allein meistern

Auch wenn es nicht immer einfach ist: Schwierige Situationen unterwegs allein zu bewältigen ist ein wahrer Boost in Sachen Selbstvertrauen und Stärke. Wenn es niemand anders war als ich selbst, die im Nebel den richtigen Weg gefunden oder sich trotz Müdigkeit dazu überredet hat, doch noch den Weg auf den Gipfel anzutreten, dann macht mich das schon ziemlich stolz.

Schwierige Streckenabschnitte auch allein zu meistern, ist ein regelrechter Boost fürs Selbstvertrauen. I © Kathrin Heckmann

Natürlich birgt das Solo-Wandern aber auch gewissen Risiken, die du nicht unterschätzen solltest: Wenn du allein draußen unterwegs sein möchtest, solltest du dich auf jeden Fall mit den wichtigsten Sicherheitstipps fürs Wandern und Trekking vertraut machen und Vorkehrungen für den Notfall treffen.

Ich habe auf vielen meiner Wanderungen dafür meinen inReach Mini von Garmin dabei, mit dem ich im Notfall Hilfe rufen kann – und zwar von überall auf der Welt und ganz ohne auf das Mobilfunknetz angewiesen zu sein. Gleichzeitig kann ich mit diesem kleinen Notfallsender aber auch Kontakt halten zu Familie und Freunden und zuhause Bescheid geben, dass alles in Ordnung ist und sie sich keine Sorgen machen müssen.

Mit dem inReach Mini von Garmin kann man im Notfall auch ohne Mobilfunknetz jederzeit Hilfe rufen. I © Kathrin Heckmann

Persönliche Erinnerungen schaffen

So schön es auch ist, tolle Momente mit anderen Menschen zu teilen: Ich mochte schon immer den Gedanken, ein paar dieser Erlebnisse ganz für mich allein zu haben. Und nur weil ich allein unterwegs bin, bedeutet das ja nicht, dass ich all die emotionalen Momente der vergangenen Tour nicht trotzdem mit anderen Menschen teilen kann! Wann hast du zum Beispiel zum letzten Mal einen Fotoabend veranstaltet oder ein selbst gemachtes Album mit Bildern deiner schönsten Touren gebastelt?

Die Mischung macht‘s

Wandern allein oder in Begleitung?

Ich liebe es, mit Menschen, die ich mag, draußen unterwegs zu sein und Erlebnisse zu teilen. Und genauso liebe ich es, mit mir allein durch die Natur zu wandern und meine ganz persönlichen kleinen und großen Abenteuer zu bestehen.

Kathrin Heckmann

Ich würde auf keines von beiden verzichten wollen und kann dich nur dazu ermutigen, das mit dem allein Wandern zumindest mal auszuprobieren. Es muss ja auch nicht gleich die mehrmonatige Fernwanderung werden! So ein Nachmittag im nahe gelegenen Wald kann auch schon ziemlich beeindruckend sein – vor allem wenn du ihn ohne Ablenkung erlebst.

Über #BeatYesterday-Autorin Kathrin Heckmann


Kathrin ist erst so richtig glücklich, wenn sie mit Wanderschuhen an den Füßen in irgendeiner menschenleeren Landschaft steht, das Meer vor ihrem Zelt rauschen hört oder den Sonnenuntergang von einem Berggipfel aus betrachtet. Für solche Erlebnisse wandert die 30-jährige Münchnerin dann auch schon mal 1.000 Kilometer durch Westaustralien oder reist bis nach Alaska. Aber auch die heimischen Alpen haben es ihr angetan! Hauptsache draußen eben – ganz getreu dem Motto ihres Outdoor-Reiseblogs Fräulein Draußen, auf dem sie seit 2013 von ihren Abenteuern berichtet.

Veröffent­lichungsdatum: 16.11.2018
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20.11.2018

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