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Foilkiten: Die Offenbarung für alle Rider die stets unter zu wenig Wind leiden. | © Christian Rosenbrock

Lautlos, schnell und effizient kiten – das ist Hydrofoiling!

Hydrofoiling ist bei Kitern auf der ganzen Welt gerade mega angesagt. Zu Recht, wie Autorin Wiebke findet. Aber was ist Hydrofoiling überhaupt?

Schwacher Wind? Kein Problem für den Kieler Kiter Frank Rosin. Während der Durchschnittskiter vom Strand aus aufs Wasser schaut und frustriert über die paar fehlenden Knoten ist, die das sogenannte Angleiten erst ermöglichen, freut sich Foil-Kiter Frank über solche Flauten. Denn dann ist er quasi als Solo-Rider auf dem Wasser und kann dank seines Hydrofoils ohne Rücksicht auf andere Gas geben.

Was genau ist Hydrofoiling?

Genau wie beim herkömmlichen Kiten kommt der Vortrieb durch den Lenkdrachen, den du über die Bar in deinen Händen steuerst. Auch beim Hydrofoiling stehst du auf einem Board. Hier liegt jedoch der entscheidende Unterschied: Das Board dient mehr als Standfläche, um über das Wasser zu fliegen, statt über die Wasseroberfläche zu rutschen – nur um für ein paar Sprünge mal in die Höhe zu gehen. Beim Foil-Kiten befindet sich eine spezielle Konstruktion unter dem Board, das Hydrofoil. Es ist meist aus Carbon, sieht aus wie eine Art Segelflugzeug und ist an einer 60 bis 110 cm langen Finne montiert. Wenn wir bei der Metapher des Segelflugzeugs bleiben, so wird das „Schweben“ durch die „Front- und Heckflügel“ erzeugt. Der Auftrieb entsteht durch Druckunterschiede an Ober- und Unterseite der Flügel. Mit dem Resultat, dass das Kiteboard quasi über die Länge der Finne aus dem Wasser ragt.

Die neue Technik ist so sensationell, weil das Hydrofoil weniger als die Hälfte an Widerstand im Wasser benötigt als ein herkömmliches „Twintip-Board“. Aus diesem Grund gleitet es so früh an und kann Kitern bereits bei Schwachwinden viel Freude bereiten.

Während andere Kiter frustriert am Strand sitzen, kann Hydrofoil Fan Frank richtig Gas geben. | © Enno Oldigs

Kein Platzgerangel auf dem Wasser für Foil-Kiter

Es hat eine merkwürdige Anmutung, wenn Frank mit seinem Board und der dazugehörigen zirka ein Meter langen Finne über den Strand spaziert. Sein Gemüt ist – sagen wir: norddeutsch – er kommt gut mit sich allein zurecht. Die neugierigen Blicke der anderen Menschen am Strand stören ihn nicht, während er das große „Equipment-Paket“ für seine Surfsession aufbaut. „Wie soll das funktionieren?“, denke ich. Doch es funktioniert. Und es sieht spektakulär aus. Ein Mann, der an einem Drachen hängt und gefühlt über das Wasser schwebt. Aladin auf dem fliegenden Teppich! So in etwa müsst ihr euch das Bild dieses Foil-Kiters vorstellen. Ach ja, ein dickes Grinsen ist noch in Franks Gesicht zu sehen, da er alle anderen am Ufer zurücklässt und das Meer fast für sich hat – ausgenommen die Hobby- und Berufsschifffahrt.

Während der passionierte (Wasser-)Sportler früher bei Schwachwinden zum SUP-Board griff oder einfach mit seinem Bike in den Wald radelte, packt er heute sein Foil-Equipment ins Lastenrad und fährt zum Strand. Dass der Sport spektakulärer aussieht als noch in seinen Anfängen vor fünf Jahren, liegt einzig und allein an der neuen Technik.

Es birgt eine besondere Faszination, mit teilweise hoher Geschwindigkeit lautlos über das Wasser zu fliegen und dabei durch die erreichbaren extremen Winkel gegen den Wind sich in nahezu jede Richtung bewegen zu können. Dadurch wird der Sport weniger stationär.

Frank Rosin, Hydrofoil-Kiter
Allgemein

Warum können Hydrofoiler gegen den Wind fahren?

Es bedarf viel „nerdigen“ Fachwissens, um das „Fliegen“ wirklich zu verstehen. Vereinfacht ausgedrückt, hebt der Hydrofoil-Kiter ab einer gewissen Geschwindigkeit aus dem Wasser ab. Dadurch minimiert sich der Wasserwiderstand, was es wiederum möglich macht, bei deutlich weniger Wind extreme „Upwindkurse“ zu fahren.

Frank schafft es im Durchschnitt 150 Tage im Jahr aufs Wasser. Laut dem Kieler wären auch gut und gerne 300 Tage möglich. Doch dazu fehlt dem Familienvater die Zeit. Frank ist es egal, welche Jahreszeit gerade vorherrscht und ob die Temperaturen gegen den Gefrierpunkt steuern. Hydrofoiling ist also kein Sport, der nur ab und zu bei idealen Wetterbedingungen betrieben werden kann. Der bärtige Kieler ist so infiziert vom Foilen, dass er mittlerweile selbst Foilboards in Kiel vertreibt.

Platzgerangel auf dem Wasser? Fehlanzeige! | © Enno Oldigs

Das Gefühl, zu fliegen, ist einfach genial, einige vergleichen es auch mit dem Surfen der perfekten Welle oder Powder Snowboarden. Dazu kommen die vielen Möglichkeiten, verschiedene Manöver zu fahren bzw. zu fliegen und immer etwas Neues lernen zu können.

Frank Rosin, Hydrofoil-Kiter

So kannst du Foilen lernen

Solltest du als erfahrener Kiter nun auch Lust bekommen haben, über das Wasser zu schweben, stell dich auf ein Lern-Zeitfenster von zirka fünf bis zehn Tagen ein. Deine Kite-Erfahrung bringt dir Vorteile, allerdings erlernst du dennoch einen neuen Sport und wirst nicht direkt am ersten Tag munter hin und her fahren können. Nach dem Besuch einer Kiteschule, die sich auf Foilkurse spezialisiert hat, solltest du in der Lage sein, selbst zu fliegen. Alternativ kannst du auch Foilcamps besuchen. Camps bieten in der Regel eine noch intensivere Schulung an.

Klar, je mehr Zeit du auf dem Wasser trainierst, umso schneller wirst du das Foilen beherrschen. Wobei „beherrschen“ wohl das falsche Wort ist. Selbst Frank berichtet, dass er nach etwa 500 Tagen und 10.000 geflogenen Kilometern mit dem Hydrofoil noch nicht ausgelernt hat. Dieser Aspekt ist für ihn gerade der Reiz an diesem Sport!

Das kostet die Ausrüstung

„Zu der normalen Kiteausrüstung braucht man eigentlich erstmal nur ein Hydrofoil und ein passendes Board neu dazu“, erklärt Frank. Die Preise dafür variieren stark, je nach verwendeten Materialien. Im Schnitt liegen die Kosten der Erstanschaffung dennoch um die 1.500 Euro. Je nach Qualität gibt es Spielraum nach oben und unten. „Natürlich lässt sich fast die gesamte Ausrüstung später anpassen und optimieren, wenn man merkt, dass man sehr viel oder sogar nur noch mit Hydrofoil kiten geht. Das ergibt sich dann wie von selbst mit fortschreitender Sucht. Am Anfang sind ein Helm und eine Prallschutzweste sehr empfehlenswert“, rät Frank.

Wann macht Foilkiten für dich Sinn?

Foilkiten ist für alle Rider die Offenbarung, die stets unter zu wenig Wind leiden. Auch für alle, die gerne lange Erkundungstouren entlang der Küste absurfen, bereits bei leichtem Wind ungeahnt hohe Sprünge anstreben oder sich an neue Tricks wagen möchten.

Wenn du Frank und seinen Hydrofoil-Erlebnissen folgen möchtest, klicke hier.

© Chris Zielecki

Über #BeatYesterday-Autorin Wiebke Heygster


Wiebke Heygster arbeitet seit nun 20 Jahren im Medienbereich. Sie ist viel gereist, beruflich wie privat. Seit der Geburt ihrer beiden Kinder ist das Thema Nachhaltigkeit für Wiebke noch ein bisschen wichtiger geworden. Ihre persönliche Challenge ist, jeden Tag ein bisschen ökologischer zu leben und ihren Kindern eine saubere Umwelt zu hinterlassen. Sportlich ist das geborene „Küstenkind” entweder auf der Yogamatte oder am Strand beim Kitesurfen zu finden.

Veröffent­lichungsdatum: 04.09.2018
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