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In Finnland, Russland und China hat das Eisbad eine lange Tradition. | © iStock.com/mihtiander

Eisbaden nach dem Sport: 8 Infos, die du kennen solltest

Nach dem Sport im Eisbad abtauchen? Viele Profisportler schwören auf die Schocktherapie. Wenn du einige Dinge beachtest, profitierst auch du von der Kälte.

1. Eisbaden als Volkssport hat eine lange Tradition

Bekommst du beim bloßen Gedanken daran, bei Außentemperaturen unterm Gefrierpunkt in klirrend kaltes Wasser zu steigen, eine Gänsehaut? Dann geht es dir wie vielen anderen hierzulande. In Finnland, Russland und China hingegen hat das Eisbad eine lange Tradition. Die Schwimmer scheuen sich nicht davor, Löcher in die Eisdecke zugefrorener Seen und Flüsse zu schlagen und nackt hineinzusteigen. Anschließend baden sie minutenlang im kalten Wasser. Doch auch in Deutschland erfreut sich das frostige Vergnügen immer größerer Beliebtheit – auch nach dem Sport. Aber woran liegt das? Die Anhänger des Eisbadens schwören auf die gesundheitsfördernde und regenerierende Wirkung des Winterbadens

2. Das kalte Bad nach dem Sport stärkt das Immunsystem

Regelmäßige Eisbäder wappnen dich gegen Infekte. Mediziner konnten nachweisen, dass die kalten Bäder die Zahl der Leukozyten im Blut erhöhen. Die weißen Blutkörperchen sind sozusagen der Immunsicherheitsdienst deines Körpers. Und auch dein Wärmehaushalt wird durch die frostige Maßnahme trainiert: Dein Körper lernt so, mit ungemütlicher Kälte und Temperaturschwankungen besser umzugehen. Ergebnis: Du wirst robuster.

Die Anhänger des Eisbadens schwören auf die gesundheitsfördernde und regenerierende Wirkung des Winterbadens. | © iStock.com/Stanislav Ostranitsa

3. Eisbaden nach dem Sport hilft dir bei der Regeneration

Der Wechsel von Kälte und Wärme fördert die Durchblutung und stabilisiert deinen Kreislauf. Im Spitzensport wird das Bad in der Eistonne – einer planschbeckenähnlichen, hohen Wanne – deshalb schon lange als Mittel zur Erholung eingesetzt. Bei starken Belastungen sammeln sich in der Muskulatur Abfallprodukte des Energiestoffwechsels und es kann zu feinen Gewebeverletzungen kommen. Sobald du ins kalte Wasser steigst, ziehen sich deine Gefäße zusammen. Das Blut fließt aus den Armen und Beinen zur Körpermitte, um lebenswichtige Organe zu schützen. Sobald du wieder aus dem eisigen Wasser herauskommst, weiten sich die Gefäße, das Blut zirkuliert auf Hochtouren und transportiert die Abfallprodukte ab. Auch Entzündungsreaktionen durch die Mikroverletzungen treten nach einem Eisbad seltener auf. Die gute Durchblutung erkennst du an der rosa Färbung deiner Haut und dem typischen Prickeln.

4. Eisbäder sind vor allem nach dem Ausdauersport sinnvoll

Nach Ausdauerläufen oder intensiven Wettbewerben wie einem (Halb-)Marathon sind Eisbäder besonders hilfreich. Nach solchen Sporteinheiten benötigt dein Körper mehr Regeneration als sonst. Die Kältekur unterstützt ihn dabei und verkürzt die Erholungszeit. Sie stimuliert den Stoffwechsel in den Muskelzellen und die Bildung neuer Mitochondrien. Diese sind die Kraftwerke deiner Zellen und für die Energieproduktion zuständig.

5. Eisbaden kann beim Abnehmen helfen

Kälte kurbelt außerdem den Stoffwechsel an. Denn dein Körper verbraucht Energie, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Eisige Temperaturen aktivieren zudem die braunen Fettzellen in deinem Körper. Ihre Aufgabe ist es, Energie in Wärme umzuwandeln. Hast du das braune Fettgewebe im Eisbad „aufgeweckt“, werden darin Glukose und Fett verbrannt. Wenn du Sport treibst, um abzunehmen, kann ein Eisbad nach dem Sport also tatsächlich deinem Hüftgold zu Leibe rücken. Weil die Kältebehandlung außerdem die Durchblutung im Bindegewebe anregt, können regelmäßige Eisbäder auch Cellulite mindern und somit ein schöneres Hautbild fördern.

Wenn du von einer intensiven Sporteinheit nach Hause kommst, kannst du dir dein Eisbad zur Regeneration schnell selbst einlassen. | © iStock.com/Easy_Asa

6. Ein Eisbad solltest du direkt nach dem Sport nehmen

Die Kälteschocktherapie nach dem Sport hat nur einen Effekt, wenn sie direkt im Anschluss an ein Workout erfolgt. Kommst du aus dem Fitnesscenter nach Hause, bist du bereits abgekühlt und ein Eisbad ist nicht mehr sehr sinnvoll. In so einem Fall stellst du dich besser direkt in der Umkleide des Fitnessstudios unter die kalte Dusche. Anders sieht es zum Beispiel nach dem Lauftraining aus. Erreichst du nach der Jogging-Runde wieder deine Wohnung, ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für ein Eisbad.

7. Ein Eisbad ist schnell selbst gemacht

Wenn du von einer intensiven Lauf- oder Radeinheit nach Hause kommst, kannst du dir dein Eisbad zur Regeneration schnell selbst einlassen. Dazu lässt du etwa sechs bis zehn Grad kaltes Wasser in deine Badewanne laufen. Gib Eiswürfel hinzu, um es weiter abzukühlen. Es reicht schon, wenn du dich anschließend so in die Wanne setzt, dass deine Beine gerade so bedeckt sind. Dein Oberkörper kann dabei ruhig bekleidet bleiben und braucht nicht nass zu werden. Wie lange du im Eisbad sitzen musst? Um von den positiven Effekten zu profitieren, solltest du mindestens vier, höchstens aber sieben Minuten im Wasser bleiben.

8. Eisbaden ist nicht für jeden geeignet

Bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen solltest du von einem Eisbad nach dem Sport – und auch generell – allerdings besser absehen. Der plötzliche Kälteschock kann in solchen Fällen deiner Gesundheit eher schaden, als sie zu fördern. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dich vorher von einem Arzt durchchecken lässt. Gibt er sein Okay, steht dem frostigen Vergnügen nach dem Sport nichts mehr im Weg.

Veröffent­lichungsdatum: 01.03.2018
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