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Eisbaden nach dem Sport: Was du wissen solltest

Nach dem Sport im Eisbad abtauchen? Viele Profi-Sportler schwören auf die Schocktherapie. Wenn du einige Dinge beachtest, profitierst auch du von der Kälte.

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Bekommst du beim bloßen Gedanken daran, bei Temperaturen unter null in klirrend kaltes Wasser zu steigen, eine Gänsehaut? Dann geht es dir wie vielen anderen hierzulande. In Finnland, Russland und China hingegen hat das Winterbaden eine lange Tradition. Die Schwimmer scheuen sich nicht davor, Löcher in die Eisdecke zugefrorener Seen und Flüsse zu schlagen und nackt hineinzusteigen. Anschließend baden sie minutenlang im eisig kalten Wasser. In Deutschland erfreut sich das Eisbaden immer größerer Beliebtheit – auch nach dem Sport. Die Anhänger des Eisbadens schwören auf die gesundheitsfördernde und regenerierende Wirkung des Winterbadens. Ist das kalte Wasser wirklich so gut für unseren Körper?

Gesundheitliche Vorteile des Eisbadens

1.Eisbaden stärkt das Immunsystem und stabilisiert den Kreislauf

Regelmäßige Eisbäder wappnen dich gegen Infekte. Mediziner wiesen nach, dass die kalten Bäder die Zahl der Leukozyten im Blut erhöhen. Die weißen Blutkörperchen sind sozusagen der Immunsicherheitsdienst deines Körpers.

Das Eiswasser bringt deinen Kreislauf in Schwung. Durch den starken Kältereiz ziehen sich unsere Blutgefäße zusammen. Dein Körper beginnt, das Blut von Armen und Beinen in die Körpermitte zu leiten, um wichtige Organe vor der Kälte zu schützen. Zusätzlich wandelt er mehr Energie in Wärme um. Dadurch weiten sich die Blutgefäße wieder und das Blut zirkuliert besser. Dieser Temperaturwechsel fördert die Durchblutung und regt so deinen Kreislauf an. Und auch dein Wärmehaushalt wird durch die frostige Maßnahme trainiert: Dein Körper lernt mit ungemütlicher Kälte und Temperaturschwankungen besser umzugehen. Ergebnis: Du wirst robuster.

Mit Eisschollen bedecktes Meer
Die Anhänger des Eisbadens schwören auf die gesundheitsfördernde und regenerierende Wirkung des Winterbadens. © iStock.com / Stanislav Ostranitsa

2. Eisbaden nach dem Sport hilft dir bei der Regeneration

Im Spitzensport wird das Bad in der Eistonne schon lange als Mittel zur Erholung eingesetzt. Bei starken Belastungen durch das Training sammeln sich in der Muskulatur Abfallprodukte des Energiestoffwechsels, und es kann zu feinen Gewebeverletzungen kommen. Sobald du ins kalte Wasser steigst, ziehen sich deine Gefäße zusammen. Dein Körper steuert mit Wärme gegen und wenn du das Eisbad verlässt, zirkuliert dein Blut und transportiert die Abfallprodukte ab. Auch Entzündungsreaktionen durch die Mikroverletzungen treten nach einem Eisbad seltener auf. Die gute Durchblutung erkennst du an der rosa Färbung deiner Haut und dem typischen Prickeln.

3. Eisbaden kann beim Abnehmen helfen

Kälte kurbelt den Stoffwechsel an, denn du verbrauchst Energie, um deine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Eisige Temperaturen aktivieren zudem die braunen Fettzellen in deinem Körper. Ihre Aufgabe ist es, Energie in Wärme umzuwandeln. Hast du das braune Fettgewebe durch die Kälte „aufgeweckt“, verbrennt es Glukose und Fett. Wenn du Sport treibst, um abzunehmen, kann ein Eisbad nach dem Training deinem Hüftgold zu Leibe rücken. Weil die Kältebehandlung außerdem die Durchblutung im Bindegewebe anregt, können regelmäßige Eisbäder auch Cellulite mindern und somit ein schöneres Hautbild fördern.

Für wen Eisbaden geeignet ist

Eisbaden ist vor allem nach dem Ausdauersport sinnvoll

Nach Ausdauerläufen oder intensiven Wettbewerben wie einem (Halb-)Marathon sind Eisbäder besonders hilfreich. Nach solchen Sporteinheiten benötigt dein Körper mehr Regeneration als sonst. Die Kältekur unterstützt ihn dabei und verkürzt die Erholungszeit. Sie stimuliert den Stoffwechsel in den Muskelzellen und die Bildung neuer Mitochondrien. Diese sind die Kraftwerke deiner Zellen und für die Energieproduktion zuständig.

Bei Vorerkrankungen das Eisbad mit dem Arzt abklären

Bei Bluthochdruck oder Herzerkrankungen solltest du von Eisbädern besser absehen. Der plötzliche Kälteschock kann in solchen Fällen deiner Gesundheit eher schaden, als sie zu fördern. Auf der sicheren Seite bist du, wenn du dich vorher von einem Arzt durchchecken lässt. Hat er keine Bedenken, steht dem frostigen Vergnügen nach dem Sport nichts mehr im Weg.

Wann es nach dem Training in die Eistonne geht

Die Kälteschocktherapie nach dem Sport wirkt nur, wenn du direkt nach dem Training ins Eiswasser steigst. Kommst du aus dem Fitnessstudio nach Hause, bist du bereits abgekühlt, und Eisbaden ist nicht mehr sehr sinnvoll. Stell dich besser direkt in der Umkleide unter die kalte Dusche. Anders sieht es zum Beispiel nach dem Lauftraining aus. Bist du nach dem Joggen wieder zu Hause, ist genau der richtige Zeitpunkt für ein Eisbad.

Kaltes Wasser läuft in die Badewanne für ein Eisbad
Gönn dir nach einer Trainingseinheit ein kaltes Bad. Vier bis sieben Minuten reichen schon aus. © iStock.com / Easy_Asa

Ein Eisbad ist schnell selbst gemacht

Wenn du von einer intensiven Lauf- oder Radeinheit nach Hause kommst, kannst du dir dein Eisbad zur Regeneration schnell selbst einlassen. Dazu lässt du etwa sechs bis zehn Grad kaltes Wasser in deine Badewanne laufen. Gib Eiswürfel hinzu, um es weiter abzukühlen. Es reicht schon, wenn du dich anschließend so in die Wanne setzt, dass deine Beine bedeckt sind. Wie lange du im Eisbad sitzen musst? Um von den positiven Effekten des kalten Wassers zu profitieren, solltest du mindestens vier, höchstens aber sieben Minuten in der Wanne bleiben.

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zu Garmin.com
Jule Fuchs

Jule Fuchs, Jahrgang 1979, berichtete mehrere Jahre für diverse Nachrichtenmagazine in Online und Print. Jetzt schreibt die Redakteurin auf #BeatYesterday.org über Leidenschaft und Sport. Sie liebt reiten ohne Sattel und trainiert den Tanz zu Pferde. Mit ihrer Tochter Hanna ist sie täglich in Stall und Garten anzutreffen.

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