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Achtung, Mogelpackung: So ungesund sind Lightprodukte

Einfach zur Light-Variante greifen und ohne Reue genießen? So einfach ist es leider nicht. Schlimmer noch: Lightprodukte können richtig ungesund sein.

Automatisch mit Lightprodukten abnehmen? Fehlanzeige!

Der Gedanke ist verlockend: Einfach zu Light-Versionen der gewohnten Lebensmittel greifen und schon purzeln die Kilos quasi von selbst und ohne große Ernährungsumstellung. Doch die Realität sieht meist anders aus. Zudem tun wir unserem Körper mit einer solchen Ernährung keinen Gefallen – viele Lightprodukte gelten nämlich als ungesund und sind daher eine schlechte Alternative. Und der Genuss bleibt oftmals auch noch auf der Strecke.

Zusatzstoffe machen fettarme Lightprodukte ungesund

Es gibt unterschiedliche Arten von Lightprodukten – die einen sind light, weil sie weniger Fett enthalten, bei anderen wird Zucker durch Süßstoff ersetzt. Gesetzlich vorgeschrieben ist seit 2007, dass Nahrungsmittel mindestens 30 Prozent weniger Kalorien, Fett, Zucker oder Alkohol enthalten müssen, um sich „light“ nennen zu dürfen, wie unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung informiert. Genau dieses „Oder“ ist allerdings einer der Gründe, warum Lightprodukte nicht selten ungesünder sind als die herkömmliche Variante. Wird beispielsweise beim Joghurt der Fettanteil deutlich reduziert, geht das zu Lasten des Geschmacks, da Fett als Geschmacksträger wirkt. Um das wieder auszugleichen, fügen einige Hersteller dem Produkt zusätzlichen Zucker hinzu – die eingesparten Kalorien durch den geringeren Fettgehalt werden also durch mehr Zucker wieder aufgehoben. Weniger Fett bedeutet außerdem, dass der Körper die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Vitamine schlechter aufnehmen kann. Ungesund macht Lightprodukte auch, dass in ihnen häufig Geschmacksverstärker und andere künstliche Zusatzstoffe enthalten sind. Die sollen dafür sorgen, dass Geschmack und Konsistenz möglichst stark dem Originalprodukt ähneln.

© iStock/adrian825

Vorteile und Nachteile von Süßstoffen

Bei zuckerreduzierten Lightprodukten, wie zum Beispiel Limonaden, wird der Zucker durch Süßstoff ersetzt – und der enthält so gut wie keine Kalorien. Klingt erst einmal gut. Es gibt noch ein weiteres Argument, das für Süßstoffe spricht: Zuckerfreie Kaugummis und Bonbons sind besser für die Zähne als zuckerhaltige. Die Bakterien, die für Karies verantwortlich sind, können mit der künstlichen Süße nämlich nichts anfangen. Auch auf den Insulinspiegel im Blut haben die meisten Süßstoffe laut Bericht von „n-tv“ keinen Einfluss. Als Ausnahme gelten Aspartam und Thaumatin. Trotzdem stehen Süßstoffe – und damit auch viele Lightprodukte – im Verdacht, bestimmte Beschwerden auszulösen oder zu begünstigen. Sie sollen bei übermäßigem Verzehr kurzfristig zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen können, und langfristig unter anderem zu Altersdiabetes, Übergewicht und verschiedenen schwereren Erkrankungen. Eindeutig wissenschaftlich belegt wurde das bislang jedoch noch nicht.

Tägliche Höchstmenge an Süßstoff

Dennoch gibt es für jeden Süßstoff eine empfohlene Tageshöchstmenge, die sogenannte ETD (kurz für: erlaubte Tagesdosis) oder ADI (Acceptable Daily Intake). Dieser Wert beschreibt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung die Menge, „die täglich lebenslang aufgenommen werden kann, ohne dass unerwünschte Wirkungen zu erwarten sind“. Verbraucher sollen so, vor möglichen negativen gesundheitlich Auswirkungen der synthetischen Süßer geschützt werden. Diese Mengen selbst zu ermitteln, ist allerdings nicht so einfach. Welche Süßstoffe in einem Produkt enthalten sind, müssen die Hersteller zwar angeben. Wie viel davon, allerdings nicht. Die meisten Lightprodukte enthalten zudem gleich mehrere Süßstoffe. Deshalb ist es schwierig, sich ganz bewusst an die empfohlenen Höchstmengen zu halten.

Ein Rechenbeispiel:

In einer Laboruntersuchung wurde laut „n-tv“ ermittelt, dass ein Liter Light-Cola 250 Milligramm des Süßstoffs Natriumcyclamat enthält. Die empfohlene Tagesdosis für Cyclamat liegt bei maximal 7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das bedeutet: Bei einem 70 Kilogramm schweren Erwachsenen ist die empfohlene Tageshöchstmenge schon beim zweiten Liter der Light-Cola überschritten. Für ein Kind mit 20 Kilogramm Gewicht wird die empfohlene Maximaldosis schon mit 560 Milliliter erreicht. Also weniger als zwei Dosen Cola light.

Wenn du allerdings nur deinen Morgenkaffee mit einer Süßstofftablette statt einem Löffel Zucker süßt, musst du dir keine Sorgen um deine Gesundheit machen. Gleiches gilt, wenn du gelegentlich Lust auf ein Glas Limo hast und zum Lightprodukt greifst.

Lightprodukte als Dickmacher? Nicht ganz ausgeschlossen!

Langfristiger und häufiger Genuss von Light-Softdrinks steht zwar im Verdacht, mitverantwortlich für den weltweiten Anstieg von Übergewicht zu sein, doch auch hierfür gibt es trotz verschiedener Studien noch keinen wissenschaftlichen Beleg. Gesichert ist hingegen, dass Süßes das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn aktiviert: Es reagiert auf Zucker, indem es Dopamin ausschüttet. „Dieses dopaminare Belohnungssystem führt dazu, dass alles, was mit dem Konsum von Süßigkeiten zu tun gehabt hat, als etwas Wichtiges, die Aufmerksamkeit erregendes markiert wird“, erklärt Professor Falk Kiefer von der Universität Heidelberg. Außerdem wird süßer Geschmack mit Kohlenhydraten assoziiert. Unser Körper erwartet beim Genuss von etwas Süßem also eine Ladung Energie. Doch die bleibt bei Lightprodukten oft aus. Kein Wunder also, wenn sich nach dem Verzehr ein unbefriedigtes Gefühl in uns breitmacht – und wir noch einmal zuschlagen. Viele Menschen nehmen fett- und zuckerreduzierte Lebensmittel außerdem frei nach dem Motto: „Ist ja light, da kann ich ruhig noch einmal zugreifen“ zu sich. Kalorien spart man so natürlich nicht.

© iStock/Minerva Studio

Gesunde Alternativen zu Lightprodukten

Statt auf ungesunde Lightprodukte zu setzen, kannst du dir auch leichtere Alternativen zu bestimmten Nahrungsmitteln suchen, wenn du Kalorien sparen möchtest. Wenn du statt einer Scheibe Salami eine Scheibe fettarmen Lachsschinken aufs Brot legst, frühstückst du gleich deutlich kalorienärmer. Butter und Margarine kannst du dir auch einmal ganz sparen, ohne dass du es bemerken wirst. Und Limonade lässt sich beispielsweise leicht durch leckere Saftschorlen ersetzen.

Veröffent­lichungsdatum: 18.01.2017
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