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Gefährliches Gemüse: Diese Sorten sind in rohem Zustand giftig. | © iStock.com/Muenz

Gefährliches Gemüse: Diese Sorten sind roh giftig

Gemüse ist gesund? Nicht grundsätzlich! Denn es gibt einige Sorten, die bei rohem Verzehr zu Mangelerscheinungen und tödlichen Vergiftungen führen können.

Grüne Smoothies & Rohkost – ein gefährlicher Trend

Neben dem Ernährungskonzept des Clean Eatings gewinnt auch die Raw-Food-Bewegung immer mehr Anhänger. Bei beiden Ansätzen geht es darum, ausschließlich unverarbeitete Lebensmittel zu verwenden, um eine maximale Nährstoffausbeute zu gewährleisten. Die Rohkost-Fans erwärmen ihre Zutaten dabei maximal bis 48 Grad, sodass bei der Zubereitung auch die Nährstoffe, die nicht hitzebeständig sind, erhalten bleiben. Doch Verbraucherzentralen schlagen regelmäßig Alarm, denn einen gefährlichen Haken haben manche rohen Gerichte und grünen Smoothies allerdings: Es gibt einige Gemüsesorten, die auf gar keinen Fall ungegart verzehrt werden sollten. In diesem Zustand und in gewissen Mengen sind sie extrem gesundheitsschädlich und können zu Vergiftungen und Mangelerscheinungen führen.

Entwarnung: Diese Gemüsesorten dürfen ROH verzehrt werden

Ob in Salaten, Smoothies oder als Dekoration auf Suppen – die meisten Gemüsesorten können zum Glück ohne Bedenken roh gegessen werden. Dazu gehören auch – wenn auch eher untypisch – Blumenkohl, Kohlrabi, Süßkartoffeln, Fenchel, Rote Beete oder sogar Spargel. Einige, wie beispielsweise Paprika, haben sehr empfindliche Nährstoffe, weshalb sogar empfohlen wird, die prallen Schoten lieber ungegart zu verzehren, da die Vitalstoffe beim Kochen zerstört werden würden.

Auch Brokkoli, der von den meisten Menschen gekocht wird, sollte idealerweise nur ganz kurz erhitzt werden, um Mineralien wie Kalzium, Magnesium oder Eisen zu erhalten. Bei Karotten, die aus gesundheitlicher Sicht ebenfalls problemlos roh gegessen werden könnten, wird hingegen empfohlen, sie kurz aufzukochen. Dadurch wird das Beta-Carotin in den Pflanzenzellen freigesetzt und kann vom menschlichen Körper leichter aufgenommen werden.

Auch Kürbisse und Zucchini können grundsätzlich roh verspeist werden, hier gilt aber die folgende Ausnahme: Wenn sie einen untypischen bitteren Geschmack haben, ist das ein Hinweis darauf, das sie Spuren des Giftes Cucurbitacine enthalten. Dieses wurde normalerweise herausgezüchtet, kommt durch besondere Kreuzungen aber immer mal wieder vor. In diesen Fällen auf keinen Fall essen, auch nicht gekocht, da diese Gifte hitzebeständig sind. Es kann sonst zu Lebensmittelvergiftungen mit tödlichem Ausgang kommen.

Vorsicht giftig: Diese Gemüsesorten NIEMALS ROH essen

Die folgenden Sorten enthalten für den Menschen giftige oder unverträgliche Inhaltsstoffe und sollten daher auf keinen Fall roh verzehrt werden:

Kartoffeln und Auberginen

© iStock.com/maloy40

Beide Sorten gehören zu den Nachtschattengewächsen. Kartoffeln können – wenn sie roh, unreif, gekeimt oder noch grün sind – das Alkaloid Solanin enthalten, gleiches gilt für unreife Auberginen und Tomaten. Solanin ist eine giftige, chemische Verbindung, bereits eine Menge von circa ein bis fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kann beim Menschen zu Durchfall, Krämpfen, Erbrechen oder auch Sehstörungen führen. 400 Milligramm davon sind sogar tödlich. Solanin ist hitzestabil, das heißt, es wird beim Kochen nicht zerstört. Es ist jedoch wasserlöslich und geht ins Kochwasser über, dieses sollte nach der Zubereitung daher weggeschüttet und nicht weiterverwendet werden. Bei Auberginen und Tomaten, die nicht gekocht werden, unbedingt darauf achten, dass sie reif sind, dann ist der natürliche Solanin-Gehalt geringer und somit verträglicher.

Grüne Bohnen

© iStock.com/marylooo

Grüne Bohnen enthalten das Lektin „Phasin“, es ist eine toxische Eiweißverbindung. Bereits drei bis zehn rohe Bohnenstangen können innerhalb einer Stunde Symptome einer Vergiftung auslösen, wie etwa Bauchschmerzen, Erbrechen, Krämpfe, Durchfall oder Fieber. Phasin kann darüberhinaus dazu führen, dass die roten Blutkörperchen verklumpen, was den Sauerstofftransport behindert. In größeren Mengen kann es die Darmschleimhaut zudem auch langfristig schädigen. Da Phasin ein Protein ist, wird es beim Kochen zerstört, die Giftstoffe werden also abgetötet. Empfohlen sind 20 Minuten, danach ist der Verzehr absolut unschädlich.

Hülsenfrüchte

© iStock.com/ChamilleWhite

Auch Hülsenfrüchte wie beispielsweise Kichererbsen, Linsen, Soja- und Mungbohnen, sowie rote und weiße Bohnen enthalten Lektine. Zudem auch noch Proteaseinhibitoren, diese Moleküle hindern andere Enzyme daran, Proteine zu spalten, wodurch deren Abbau verhindern wird. Dieser Pflanzenstoff wird bereits durch den Keimprozess minimiert, daher sollte man Hülsenfrüchte entweder einweichen und dann für einige Minuten blanchieren, oder wie angegeben kochen.

Wildpilze

© iStock.com/Foxys_forest_manufacture

An dieser Stelle sind nicht die bekannten Giftpilze gemeint, auch die meisten der beliebten Speisepilze, wie etwa Maronen, sind im rohen Zustand toxisch. Wildpilze deshalb mindestens 15 Minuten durchgaren. Ausschließlich Zuchtchampignons, Austernpilze oder Shiitake sind auch ungegart gut verträglich.

Rhabarber

© iStock.com/Nadezhda_Nesterova

Ja, auch Rhabarber ist aus botanischer Sicht ein Gemüse und enthält sowohl in den Blättern als auch in den Stangen Oxalsäure. Diese kann in großen Mengen verzehrt ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen führen. Außerdem bindet sie wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen, die dann nur noch schwer vom menschlichen Organismus aufgenommen werden können. Unser Körper scheidet diese Komplexe dann unverarbeitet wieder aus. Darüberhinaus begünstigt Oxalsäure Nierensteine. Besonders Menschen mit Nierenerkrankungen, Rheuma oder Gicht sollten auf stark oxalsäurehaltige Nahrungsmittel verzichten. Rote Stangen haben eine vergleichsweise geringere Konzentration, man sollte sie aber zusätzlich noch schälen und kochen.

Zusammengefasst: Diese Gemüse dürfen NICHT ROH gegessen werden!

  • Kartoffeln
  • Auberginen
  • Unreife Tomaten
  • Grüne Bohnen
  • Hülsenfrüchte
  • Wildpilze
  • Rhabarber
  • Bitter schmeckende Zucchinis und Kürbisse

Portrait Anna-Lena Koopmann

Über Anna-Lena Koopmann


Für ihren Job hat die Lifestyle-Journalistin Anna-Lena Koopmann schon die verrücktesten Fitness- und Food-Trends ausprobiert, von absurden Promi-Diäten bis hin zu abgefahrenen Workout-Hypes. Das Einzige, was sie bisher wirklich überzeugt hat: HIIT-Training und die basische Ernährung. Warum? Beides ist gesund, wahnsinnig effektiv und macht zuverlässig bessere Laune. Was will man mehr?

Veröffent­lichungsdatum: 27.12.2017
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