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Ab in die Mikrowelle und rein in den hungrigen Magen. | © iStock.com/monkeybusinessimages

So ungesund sind Fertiggerichte wirklich

Zwölf Millionen Deutsche essen mehrmals im Monat aus der Tüte, Packung oder Dose. Ist ja praktisch! Doch die Zutaten in Fertiggerichten sind oft nicht gesund.

Sie sind praktisch, im Handumdrehen zubereitet und fast zwölf Millionen Deutsche essen sie mehrmals im Monat: Fertiggerichte. Allerdings ist es um ihren Ruf nicht zum Besten bestellt. Denn Fischstäbchen, Tiefkühlpizza oder Gulasch aus der Dose haben oft zu viel Fett, zu viel Zucker und zu viele Kalorien. Aber sind Schnellgerichte wirklich so schlecht wie ihr Image?

Wer keine Zeit, keine Lust oder kein Talent zum Kochen hat, kann bequem auf ein immer weiter steigendes Angebot an Gerichten für die Mikrowelle zugreifen. Kein Wunder, dass die Lebensmittelindustrie von Convenience-Food spricht, also verbraucherfreundliches Essen. Denn einfacher als aufmachen und aufwärmen geht es ja kaum – selbst das Abschmecken entfällt. Doch wie so oft gibt es auch hier eine Kehrseite der Medaille.

 

Je länger haltbar ein Gericht ist, desto mehr Zusatzstoffe enthält es

Auch den meisten Fans von Fertigkost ist wohl klar: Gesünder sind selbst zubereitete Gerichte aus frischen und natürlichen Zutaten. Aber ist die vorherrschende Meinung über Convenience Food heute so eigentlich noch gerechtfertigt? Fakt ist: Die Kritik an der Qualität von fertigen Mahlzeiten ist durchaus berechtigt. Sie sind häufig nicht nur zu fettig, sondern enthalten auch zu wenig Vitamine und zu viele künstliche Zusätze wie Geschmacksverstärker, Aroma- oder Konservierungsstoffe. Je länger haltbar und je stärker verarbeitet ein Gericht ist, desto mehr dieser künstlichen Zusätze sind in der Regel erforderlich. Auch künstliche Phosphate sind in Fertiggerichten beinahe überall drin – sie werden nicht einmal ausgewiesen.

Der Geschmack wird konditioniert

Neben den möglichen gesundheitlichen Folgen kann der von Food-Designern im Labor verstärkte Geschmack von Fertigkost vor allem bei Kindern dazu führen, dass sie das künstlich intensivierte Aroma als normal empfinden – und natürliches, selbst gekochtes Essen als zu fade. So sind manchen Kids echte Erdbeeren schon nicht mehr süß genug. Sie sind auf den Geschmack der industriell aufbereiteten Fruchtstücke in Joghurts oder Milkshakes getrimmt. Fraglich, ob sie später als Erwachsene frisches Obst und Gemüse zu schätzen wissen.

Fertiggerichte: Schell eingekauft, ausgepackt und warm gemacht. | © iStock.com/Vera_Petrunina

Viel Salz, viel Zucker

Ebenfalls bedenklich: Der hohe Gehalt an Salz und Zucker. Vielen Verbrauchern ist gar nicht bewusst, dass sie mit den praktischen Schnellgerichten oft zu viel Salz zu sich nehmen. Die Gerichte schmecken dadurch zwar intensiver, doch die empfohlene Höchstmenge von sechs Gramm am Tag für Erwachsene ist schnell überschritten. Das gilt auch für den in vielen Fertiggerichten versteckten Zucker. Hier hilft nur ein genauer Blick auf die Zutatenliste.

Selten werden wertvolle Fette verwendet

Außerdem lässt die Qualität der verwendeten Fette in Fertiggerichten oft noch zu wünschen übrig. Viele Hersteller verwenden nach wie vor gesättigte Fettsäuren, die weitläufig als besonders ungesund gelten und das Risiko von Herz- und Gefäßkrankheiten erhöhen sollen. Neue Studien relativieren diese Einschätzung zwar, aber noch bedenklicher ist ohnehin: In manchen Gerichten stecken schädliche Transfettsäuren. Die entstehen durch die industriell herbeigeführte Verhärtung von (eigentlich gesunden) ungesättigten Fettsäuren aus Pflanzenölen. Transfette erhöhen die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und treiben den Gehalt an schlechtem Cholesterin im Blut in die Höhe. In Deutschland sind sie auf der Zutatenliste immer noch erlaubt, in der Heimat der Fertiggerichte, den USA, hat man Transfette inzwischen verboten.

Gesunde Fertiggerichte liegen im Trend

Doch die Branche ist zum Glück im Wandel und es wächst der Markt an gesünderen Fertiggerichten. Auf der einen Seite steigt zwar der Bedarf nach den praktischen Fertiggerichten, unter anderem, weil immer mehr Menschen in Deutschland in Single-Haushalten leben. Auf der anderen Seite wächst aber auch das Bewusstsein für eine gesündere Ernährung. Und: Es gibt inzwischen so viele verschiedene Fertiggerichte, dass pauschale Aussagen über ihre Qualität schwierig geworden sind. Manche ersetzen ein ganzes Mittag- oder Abendessen, andere sind Zwischenmahlzeit oder dienen nur als Beilage zu einem ansonsten frisch zubereiteten Gericht. Neben Tiefkühlkost und Konserven gibt es Instant-Produkte, Waren aus dem Kühlregal, ungekühlte Komplett-Mahlzeiten und Bio-Fertigprodukte.

Vakuumverpackte Nudeln und Soßen aus dem Kühlregal haben den Vorteil, dass sie meist aus frischen Zutaten bestehen und nur wenige oder gar keine künstlichen Stoffe enthalten. Dafür sind sie meist etwas teurer und nur bedingt haltbar. Die klassische Konservendose gilt unter Ernährungsexperten zumindest teilweise als empfehlenswert, nämlich wenn sie Hülsenfrüchte (außer Erbsen) oder Tomaten enthalten. Zu Bio-Fertiggerichten sollte man wissen: Hier stimmen zwar die Zutaten, doch eine Tiefkühl-Lasagne bleibt auch in Bio-Qualität eine Kalorienbombe.

Doch gegen selbst gekochtes Essen mit frischen Zutaten kommt kein Fertiggericht an. | © iStock.com/chabybucko

Vegane Fertigkost boomt regelrecht

Auch das Angebot für anspruchsvolle Kunden wird stets erweitert, vor allem vegetarische und vegane Fertiggerichte kommen in wachsender Zahl auf den Markt. Und gerade in diesem Bereich kann Tiefkühlkost überraschende Stärken ausspielen. Denn Obst und Gemüse, das direkt nach der Ernte eingefroren wurde, enthält sogar mehr Vitamine als die frische Ware aus dem Discounter oder vom Markt, die durch Lagerung und Transport Nährstoffe verliert. Außerdem bleiben Geschmack und Farbe so gut erhalten, dass kaum Zusatzstoffe notwendig sind. Manche Hersteller von Tiefkühlkost, wie zum Beispiel „Frosta“, verzichten sogar ganz darauf.

Vorfrittiertes lieber im Ofen zubereiten

Pommes oder Paniertes wie Fischstäbchen sind oft schon vorfrittiert und saugen sich bei der Zubereitung im Bratfett erneut mit Fett voll. Also nicht in der Pfanne, sondern im Ofen zubereiten. Da werden sie genauso knusprig.

Fertiggerichte zum Dämpfen erhalten Vitamine

Gut zu wissen: Es gibt zunehmend fettarme Fertiggerichte in Schalen oder Beuteln mit speziellen Ventilen, sodass sie in der Mikrowelle sanft gedämpft werden können. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten und die Kalorienbilanz stimmt ebenfalls.

Fazit: Wer also auf Herkunft und Inhaltsstoffe achtet, macht mit dem gelegentlichen Griff zu Fertiggerichten heute nicht mehr per se etwas falsch. Doch selbst gekochtes Essen mit frischen Zutaten ist weder preislich noch gesundheitlich zu toppen. Vom Geschmack ganz zu schweigen.

Bruntje Thielke

Über #BeatYesterday-Autorin Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (44, verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 14.09.2018
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