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Die Brennnessel liefert sechsmal mehr Vitamin C als Spinat. | © iStock.com/Smile

Von wegen unnütz: So gesund ist „Unkraut“ wie Löwenzahn & Co.

Gärtner „hassen“ es, Fitness-Gurus feiern es als Superfood: Unkraut. Denn der Wildwuchs vom Wegesrand ist nicht nur unverwüstlich, sondern auch total gesund.

Viele halten sie schlicht für lästiges Kraut: Löwenzahn, Brennnessel, Vogelmiere und Kollegen. Dabei sind die Pflanzen viel besser als ihr Ruf. Sie sind dank ihrer Inhaltsstoffe nicht nur gesund, sondern besitzen sogar Heilkräfte. Und: In Salaten, Smoothies oder als Zutat in einigen Gerichten schmecken sie mit ihren intensiven Aromen auch noch richtig gut.

Brennnessel

Dass die Berührung mit dem wehrhaften Gewächs schmerzt und juckende Hautausschläge verursacht, weiß jeder. Weit weniger bekannt: Brennnesseln zählen zu den gesündesten Wildkräutern in unseren Breitengraden. Die Blätter enthalten eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und wertvollen sekundären Pflanzenstoffen.

So liefert die Brennnessel sechsmal mehr Vitamin C als etwa Spinat. Und mit 4,1 Milligramm pro 100 Gramm hat sie fast doppelt so viel Eisen wie Rindfleisch. Weiterhin punktet sie mit den Vitaminen A und E, jeder Menge ungesättigter Fettsäuren und einem sehr hohen Eiweißgehalt. Das in ihr enthaltene Kalzium baut Knochen, Haare, Haut und Nägel auf. Der grüne Farbstoff Chlorophyll hält die Zellen jung und unterstützt die geistige Fitness. Mit ihren Gerb- und Bitterstoffen stärkt die Brennnessel dazu Galle und Leber.

Um frische und mit Handschuhen geerntete Brennnesseln genießbar zu machen, legst du die Blätter zwischen Küchenpapier und rollst mit dem Nudelholz ein paar Mal darüber. Dadurch brechen die spitzen kleinen Härchen ab, die das Brennen verursachen und die Pflanze kann nun problemlos verzehrt werden.

Am besten zum Verzehr geeignet sind die neuen Triebe, also die oberen Blattpaare. Die unteren Blätter schmecken wegen der eingelagerten Nitrate oft holzig.

Löwenzahn

Das gleiche gilt für den Löwenzahn, der bei uns ebenfalls buchstäblich an jeder Ecke wächst. Und auch der hat es richtig in sich. Die Pflanze, die im Frühsommer viele Wiesen in ein gelbes Blütenmeer verwandelt, wurde schon im Mittelalter als Heilpflanze eingesetzt. Das Wunderkraut ist so unverwüstlich, dass es auch noch aus der kleinsten Ritze in Felsen oder Asphalt sprießt und allen Wetterbedingungen trotzt. Und einen Teil seiner Power, so scheint es, überträgt der Löwenzahn als Salat, Smoothie oder Tee.

Dabei lassen sich sowohl Blätter als auch Blüten und Wurzeln verwenden. Die Blätter enthalten viel Vitamin A und C, Bitterstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Aminosäuren und Mineralstoffe wie Zink, Eisen, Kalium und Kupfer. Im Vergleich zu herkömmlichem Kopfsalat zeigt der Löwenzahn, was alles in ihm steckt: 40 Mal so viel Vitamin A, acht Mal so viel Kalzium und drei Mal so viel Eisen. Mit anderen Worten: Löwenzahn ist ein Turbo für unser Immunsystem. Wer ihn regelmäßig isst, beugt aktiv vielen Krankheiten vor.

Die Bitterstoffe, die dem Löwenzahn seinen typisch würzigen Geschmack geben, regen nicht nur unseren Stoffwechsel an, sondern auch Leber und Galle. Darüber hinaus helfen sie vor allem dem Magen und Darm bei der Verdauung.

Ein Turbo für unser Immunsystem: Löwenzahn. |© iStock.com/lola1960

Giersch

Wenn es ein unterschätztes Supergewächs gibt, dann ist es wohl der Giersch. Denn der wächst ohne große Ansprüche das ganze Jahr über, ist also stets frisch verfügbar, schmeckt gut, ist vielseitig in der Küche verwendbar und gleichzeitig ein wahres Vitamin- und Nährstoffwunder. Das Wildgemüse mit den dreigezackten Blättern schmeckt wie ein Mix aus Möhre und Petersilie, seine Blätter enthalten 15 Mal so viel Vitamin C wie herkömmlicher Kopfsalat. Und auch was seinen Gehalt an Mineralien angeht, hängt der Giersch viele Gemüsesorten locker ab.

Zum Verzehr am besten geeignet sind die zarten, jungen Blätter des Gierschs. Sie eignen sich hervorragend für Salate, als Gemüse, Gewürz und natürlich in grünen Smoothies. Die aromatisch-süßen Blüten sind nicht nur dekorativ, sondern bringen auch als Gewürz Abwechslung und Frische auf den Teller.

Sauerampfer

Die grünen Blätter werden oft übersehen, obwohl sie fast überall am Straßenrand und auf Wiesen wachsen. Ihrem Namen machen sie alle Ehre – der saure Geschmack rührt von der reichlich enthaltenen Oxalsäure her. Damit ist das Wildkraut eine clevere Alternative zu Essig oder Zitrone. Essen solltest du nur die jungen Blätter, da die alten holzig und unangenehm herb schmecken.

Da er sich nicht trocknen lässt, kann man Sauerampfer ausschließlich frisch genießen – gehackt oder in Streifen geschnitten in Salaten, Soßen, Suppen und Smoothies. Außerdem zählt er zu den sieben Kräutern der berühmten Frankfurter Grünen Soße. Wegen seines intensiven Geschmacks sollte er allerdings nur in Maßen zum Einsatz kommen. Wie alle Wildkräuter enthält er überdurchschnittlich viele Mineralien und einen sehr hohen Vitamin-C-Anteil.

Sauerampfer zählt zu den sieben Kräutern der berühmten Frankfurter Grünen Soße. | © iStock.com/Fotoplanner

Vogelmiere

Das unscheinbare grüne Kraut mit den weißen Blüten schmeckt überraschenderweise wie junger Mais. Schon die Kelten und Germanen setzten auf die Heilkraft der Vogelmiere und verabreichten sie nach anstrengenden Krankheiten. Ihre Wirkung beruht einerseits auf ihrem hohen Gehalt an Vitamin C (deutlich mehr als Zitronen), schon 50 Gramm decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Dazu kommen jede Menge pflanzliches Eiweiß, ätherisches Öl, Zink und viel Eisen. Da die Blätter sehr zart sind, kann man sie hervorragend in Salaten verarbeiten oder andere Gemüse damit aufwerten. Am besten belässt man die Vogelmiere dabei roh und frisch, da beim Blanchieren immer auch Nährstoffe verloren gehen.

Allgemein

Für alle Unkrautsorten gilt:

Sie sollten entweder im Garten oder in der Natur geerntet (oder beim Gemüsehändler gekauft) werden. Bei Pflanzen am Straßenrand oder auf gedüngten Feldern dagegen gilt: Finger weg, da die Schadstoffbelastung hoch sein kann.

Bruntje Thielke

Über #BeatYesterday Autorin Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (44, verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 29.05.2018
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