Weltweit trinken Menschen etwa 2,6 Milliarden Tassen Kaffee am Tag. Ob schwarz, mit Milch verdünnt oder mit Gewürzen und Aromen verfeinert. Kaffee dient sowohl als Wachmacher am Morgen als auch als Begleiter im stressigen Arbeitsalltag. Allein in Deutschland konsumiert jede Person im Durchschnitt 4,79 Kilogramm Kaffee pro Jahr – das entspricht etwa vier Tassen täglich.
Viele Menschen sind sich einig: Kaffee schmeckt, duftet gut und hilft dabei, den Körper in Schwung zu bringen. Doch die gesundheitlichen Auswirkungen sind umstritten. Expertinnen und Experten warnen beispielsweise vor Bluthochdruck durch einen übermäßigen Konsum. Andere hingegen schreiben Kaffee positive gesundheitliche Effekte zu. Aber was stimmt nun wirklich?
Wie Kaffee auf dich wirkt
Was Kaffee ist, muss dir vermutlich nicht erklärt werden. Spannender ist jedoch, wie das braune Getränk in deinem Körper wirkt. Mit dem Mund und der Nase nimmst du zuerst den Geschmack von Kaffee wahr. Er enthält rund 400 bis 600 Aromen.
Hast du Kaffee getrunken, erreicht er deinen Magen. Dort wird er über die Magenschleimhaut und den Dünndarm aufgenommen und regt die Darmtätigkeit an. Die meisten Inhaltsstoffe gelangen anschließend in dein Blut.
Koffein hingegen verteilt sich nicht nur mit dem Blut im Körper, sondern gelangt gezielt in dein Gehirn. Dort hemmt es die Wirkung des Botenstoffs Adenosin, der dich normalerweise müde macht. Stattdessen wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet, was die Müdigkeit vertreibt.
Außerdem produziert dein Körper Hormone wie Cortisol und Adrenalin. Diese steigern den Herzschlag, erhöhen den Blutdruck und erweitern die Blutgefäße. Expertinnen und Experten vermuten zudem, dass Kaffee beim Abnehmen helfen kann, da er den Fettstoffwechsel anregen soll.
Wie viel Kaffee trinkst du am Tag?

Kann Kaffee deine sportliche Leistung verbessern?
Kaffee kann auch deine Muskeln und sportliche Leistung positiv beeinflussen. Das klingt zunächst ungewöhnlich, doch Forschende der Universität in Ontario haben genau das herausgefunden. Durch die Aufnahme von Koffein werden die Muskeln leistungsfähiger. Zwar erhöht sich deine maximale Sauerstoffaufnahme nicht, aber die Studie zeigt, dass du mit höherer Intensität trainieren kannst.
Interessant: Bis 2004 stand Kaffee aus diesem Grund auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
Gesundheitliche Vorteile von Kaffee
Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten
Das im Kaffee enthaltene Koffein setzt zahlreiche Prozesse in deinem Gehirn in Gang. Forschende der Medizinischen Universität Seoul haben herausgefunden, dass Kaffee dein Gehirn effizienter arbeiten lässt und Netzwerke neu anordnen kann. Sowohl die Gedächtnisleistung als auch die Konzentration wurden bei den Teilnehmenden verbessert.
Interessant: Auch die Entscheidungsfindung kann durch Kaffee positiv beeinflusst werden.
Prävention von Diabetes- und Lebererkrankungen
Kaffee galt lange Zeit als Risiko für verschiedene Krankheiten. Eine Studie der Universität Amsterdam zeigte jedoch Gegenteiliges: Kaffee kann präventiv gegen Typ-2-Diabetes wirken. In der Untersuchung sank das Diabetes-Risiko der Teilnehmenden um 28 Prozent – vorausgesetzt, sie tranken zwei bis vier Tassen Kaffee täglich.
Ähnliche Ergebnisse fanden Forschende aus Oakland bei Lebererkrankungen: Wer vier oder mehr Tassen Kaffee am Tag konsumierte, hatte ein um 80 Prozent geringeres Risiko für eine alkoholbedingte Leberzirrhose.
Gut zu wissen: Schwarzer Kaffee gilt als besonders gesund. Laut einem dänischen Forschungsteam können die positiven Effekte jedoch durch Milch sogar verdoppelt werden, während Zucker die Wirkung mindern könnte.

Schutz vor neurodegenerativen Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz können durch die antioxidativen Eigenschaften von Kaffee und die Wirkung von Koffein eingedämmt werden. Eine Studie der Universität Kuopio in Finnland zeigte, dass vier bis acht Tassen Kaffee täglich das Risiko solcher Erkrankungen um bis zu 65 Prozent senken können.
Vorbeugung gegen Depressionen
Auch die mentale Gesundheit profitiert vom Kaffeekonsum, wie eine Studie der Harvard-Universität belegt. Vor allem Frauen mit einem hohen Kaffeekonsum hatten ein um 20 Prozent verringertes Risiko für psychische Erkrankungen.
Wichtig: Diese Effekte treten nicht bei entkoffeiniertem Kaffee auf.
Gesundheitliche Risiken von Kaffee
Vorsicht! Auch bei Kaffee gilt: Zu viel des Guten kann schädlich sein. Konsumierst du täglich mehr als sechs Tassen, können sich die positiven Effekte des Getränks ins Gegenteil verkehren. Eine hohe Menge an Koffein belastet das Herz-Kreislauf-System und kann Herzrhythmusstörungen auslösen.
Außerdem steigert übermäßiger Kaffeekonsum das Risiko für Krebserkrankungen. Laut einer Studie der medizinischen Fakultät in Cambridge steht Speiseröhrenkrebs dabei an erster Stelle. Die Gefahr von Eierstockkrebs könnte hingegen durch Kaffee verringert werden.
Ein weiterer Effekt, der kaum überrascht: Kaffee beeinflusst deinen Schlaf – besonders, wenn du ihn am Nachmittag oder Abend trinkst. Koffein kann die Schlafdauer verkürzen und auch die Schlafqualität beeinträchtigen. Langfristig kann dies dazu führen, dass du morgens schwerer in den Tag startest.
Wer sollte keinen Kaffee trinken?
Kaffee mag viele gesunde Effekte haben, doch das Heißgetränk ist nicht für jeden geeignet. Menschen mit Herzvorerkrankungen sollten auf regelmäßigen Kaffeekonsum verzichten, da Koffein die bestehenden Probleme verstärken kann. Schwangere hingegen sollten nur geringe Mengen konsumieren – bis zu 200 Milligramm Koffein täglich gelten für das Ungeborene als unbedenklich.
Auch bei Schlaf- oder Magenproblemen ist Vorsicht geboten. Koffein fördert die Ausschüttung von Adrenalin, was zwar wach macht, aber auch die Schlafqualität beeinträchtigen kann. Zudem kann Kaffee die Magensäureproduktion anregen und Beschwerden wie Sodbrennen fördern.
Menschen mit Angststörungen sollten Kaffee ebenfalls nur in Maßen oder gar nicht trinken. Koffein hemmt die Ausschüttung von Adenosin, das beruhigend wirkt, und kann so Ängste verstärken. Auch bei der Einnahme von Medikamenten ist Vorsicht geboten: Koffein kann die Wirkung von Arzneimitteln verstärken und Nebenwirkungen wie Unruhe oder einen erhöhten Herzschlag verursachen.

Das sind die besten Bohnen
Die Vielfalt der Bohnen für das beliebte Getränk ist nahezu unendlich. Einige Sorten sind besonders gesund für deinen Körper. Arabica-Bohnen zeichnen sich durch einen niedrigen Koffeingehalt aus und liefern zahlreiche Antioxidantien.
Noch wirksamer sollen Robusta-Bohnen sein. Diese schmecken zwar bitterer und enthalten mehr Koffein, dafür aber auch mehr Chlorogensäure. Dieser Stoff bindet freie Radikale und hat positive Effekte auf deinen Körper, kann jedoch auch Magenreizungen verursachen. Achte deshalb auf die Menge deines täglichen Kaffeekonsums.
Neben der Bohnensorte spielt auch die Zubereitung eine wichtige Rolle für die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee. Schwedische Forschende fanden heraus, dass Filterkaffee die wohl gesündeste Variante ist. Diese Zubereitung enthält weniger Diterpene – Naturstoffe, die den Cholesterinspiegel erhöhen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern können.
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