Der Wind kräuselt das Wasser. Eine schwache Brise weht über die Oberfläche. Der Albtraum für Windsurfer*innen. Normalerweise.
Manche Sportler*innen lockt es dennoch an die Seen und Meere. Nur eben nicht zum Wellenreiten oder Windsurfen, sondern um beim sogenannten Wingfoilen über dem Wasser zu schweben. Schon Windgeschwindigkeiten von zehn Knoten (etwa 18 km/h) genügen, um auf dem speziellen Surfbrett abzuheben.
In der Schifffahrt ist die Foil-Technologie bereits bedeutend länger verbreitet. Durch die kleinen Tragflächen (Foils) unter dem Boot hebt sich der Rumpf bei ausreichendem Tempo dank des dynamischen Auftriebs aus dem Gewässer. Dadurch, dass das Schiff förmlich schwebt und nur die schmalen Foils durch das Wasser preschen, sinken Wasserverdrängung und der Reibungswiderstand. Höhere Geschwindigkeiten sind möglich.

Schiffstechnik fürs Surfbrett
Die US-amerikanische Windsurfer-Legende Robby Naish adaptierte diese Technologie für Surfbretter. So initiierte er 2019 ein grundlegend neues Surferlebnis. Das Wingfoilen, auch bekannt als Wingsurfen oder Wingfoiling, wurde zum Hype.
Felix Quadfaß ist dem Schweben längst verfallen. Am Gardasee betreibt der Surflehrer eine seiner Kite-, Windsurf- und Wingfoil-Schulen unter dem Label Planet Allsports. Mit seinem Team bietet er Kurse an, will so mehr Menschen für den Wassersport begeistern.

Was ist Wingfoilen?
Das Wingfoilen ist eine neue Technik des Surfens. Im Gegensatz zum Windsurfen ist der aufblasbare Wing, eine Art Segel, nicht direkt am Brett montiert. Die Surfer*innen halten ihn in den Händen. „Der Wing ist trotz seiner großen Fläche sehr handlich. Dadurch können Surfer*innen ihn besser im Wind positionieren und sich auf dem Wasser geschmeidiger bewegen“, erklärt Felix.
Die zweite Neuheit befindet sich knapp einen Meter unter dem Board. Das Foil, der meist aus Carbon oder Aluminium gefertigt wird, erinnert optisch an ein Flugzeug. Stimmt die Geschwindigkeit, sorgt er dafür, dass sich das Brett aus dem Wasser hebt. „Das Hydrofoil ist wie ein kleines Modellflugzeug, das ab einem gewissen Tempo anfängt zu fliegen. Durch den Auftrieb der Tragflächen schwebt das Brett über dem Wasser. Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde sind möglich“, sagt der Experte.
Schnelle Erfolge auf dem Brett
Trotz der körperlichen Anstrengungen kann Felix auch Einsteiger*innen das Wingfoilen empfehlen. „Selbst wenn sie noch gar nichts mit Wassersport zu tun haben, können sie in einer Woche das Foilen lernen, weil es sehr intuitiv ist“, erklärt er.
Zu Beginn nutzen Einsteiger*innen nur den Wing, um sich daran zu gewöhnen. Meist reicht eine Stunde, bis sie selbstständig über das Wasser surfen. Später wird zusätzlich das Foil montiert. Die Geschwindigkeit steigt und damit auch der Spaßfaktor „Wir haben das Wingfoilen in seine Einzelteile zerlegt und lehren alles Schritt für Schritt“, sagt Felix.
Wingfoilen lernen
- Im ersten Schritt lernst du außerhalb des Wassers mit dem Wing umzugehen. Die Lehrer*innen zeigen dir, wie du ihn richtig festhältst und den Wind einfängst.
- Danach geht es mit einem Board aufs Wasser. Hier wendest du deine Kenntnisse mit dem Wing an und surfst die ersten Meter.
- Nach deiner erfolgreichen Jungfernfahrt lernst du das Foil kennen. Hinter einem Motorboot surfst du ohne Wing, um dich an das schwebende Gefühl zu gewöhnen.
- Zum Abschluss kombinierst du alle Faktoren und machst deine ersten Versuche beim Wingfoilen. Da der Wassersport sehr intuitiv ist, wirst du schnell Erfolge merken und immer sicherer auf dem Board stehen.
Mit dem Wing das Tempo regeln
Das Wingfoilen ist nicht nur aufgrund des hohen Tempos beliebt. Die Surfer*innen können enge Kurven fahren, Tricks wagen oder entspannt ein paar Runden drehen.
Das Brett steuern sie mit ihren Füßen, durch Gewichtsverlagerungen oder wenn sie den Wing bewegen. Mit dem Segelersatz können sie das Tempo erhöhen oder bremsen. Halten sie den Wing vor sich, erhöhen sie die Geschwindigkeit. Möchten sie etwas langsamer gleiten, platzieren sie ihn leicht über dem Kopf.

Einfache Basics, viel Übung
Wer das Abenteuer Wingfoilen erleben möchte, braucht zunächst die richtige Ausrüstung. Zur Basisausstattung gehören ein Surfbrett samt Hydrofoil, ein Wing für den Antrieb und zwei Fangleinen, sogenannte Leashes. Die dienen als Verbindung zum Brett und zum Wing, damit die Utensilien im Falle eines Sturzes nicht abhandenkommen. „Einsteiger*innen können für mehr Sicherheit einen Neoprenanzug anziehen und einen Helm tragen. Zusätzlich schützt eine Prallschutzweste bei Stürzen“, weiß Felix.

Obwohl die Sportart noch jung ist, wird bereits viel mit Formen und Größen der Hydrofoils und Wings experimentiert. Für den Einstieg rät Felix zu einem Foil, dessen Frontflügel um die 2.000 Quadratzentimeter groß ist. Das bringt bei den ersten Fahrten mehr Stabilität.
Mit Rücksicht surfen
Momentan ist Wingfoilen an allen Gewässern erlaubt. Trotzdem sollten Surfer*innen aufpassen. Das Foil besitzt spitze Kanten und Ecken, die beispielsweise Schwimmer*innen verletzen können. Such dir lieber Stellen, an denen wenige Menschen sind. Wenn du nicht ständig ausweichen oder abbremsen musst, macht das Surfen direkt viel mehr Spaß und du vermeidest Konflikte mit Badegästen. Felix empfiehlt, bei der Ausrüstung einen Wing mit möglichst großem Sichtfenster zu wählen. Das macht es dir leichter, Personen im Wasser zu erkennen.
Ganzkörpertraining auf dem Brett
Wingfoilen macht Spaß und ist dazu ein wirksames Workout. Durch die kontinuierlichen Bewegungen trainieren die Surfer*innen Kondition und Kraftausdauer. Das Halten des Wings und die Beinarbeit auf dem Brett beanspruchen die gesamte Oberkörper-, Arm- und Beinmuskulatur. Wingfoilen ist schweißtreibend. Mit seiner Garmin Instinct Solar Surf trackt Felix seine Fahrten. Sein durchschnittlicher Puls beim lockeren Wingfoilen liegt bei 105 Schlägen pro Minute. Schweben kann ganz schön anstrengend sein.
Präzise Messung auf dem Wasser
Eine Garmin-Uhr am Handgelenk bereichert dein Surferlebnis. Schon bevor du aufs Wasser gehst, hilft sie dir. Mit dem Wetter-Widget kannst du überprüfen, ob dich Sonne satt erwartet oder sich ein Schauer ankündigt. Während des Surfens misst dein Wearable deine Geschwindigkeit und die zurückgelegte Distanz. Nach dem Training kannst du dir die Daten bei Garmin Connect in der Gesamtübersicht anschauen. Wenn du dir wie Felix eine Aktivität fürs Wingfoilen erstellst, siehst du zusätzlich deinen Maximalpuls und deinen durchschnittlichen Herzschlag. Gehe dazu in den Bereich Aktivitäten und scrolle ganz nach unten bis zum Bereich „Hinzufügen“. Dort hast du die Möglichkeit eine Aktivität wie beispielsweise „SUP“ zu kopieren. Im Anschluss kannst du die neue Aktivität in „Wingfoiling“ umbenennen und die Datenfelder ganz nach deinen Wünschen gestalten.

spannender Sport, aber ich wäre wahrscheinlich zu ängstlich dafür.
Diskutiere über diesen Artikel
spannender Sport, aber ich wäre wahrscheinlich zu ängstlich dafür.