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Tritt bei Laufsportlern häufig in Folge einer Überlastung auf: der Fersensporn. | © iStock.com/kieferpix

Fersensporn: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Der Fersensporn tritt bei Laufsportlern häufig in Folge einer Überlastung auf. Aber woran erkennst du ihn und wie wirst du ihn wieder los? Wir erklären es dir.

Fersensporn: Dornartiger Knochenauswuchs an der Hacke

Ein Fersensporn – auch Kalkaneus- oder Hackensporn – ist ein dornenförmiger Auswuchs des Fersenknochens. Der Fersenknochen ist der größte Knochen des Fußes und befindet sich an dessen hinterem Teil, der Hacke. Umgeben ist der Fersenknochen von Fettgewebe. Außerdem setzen an ihm sowohl die sogenannte Sehnenplatte der Fußsohle als auch die Achillessehne an. Während die Sehnenplatte zu den Zehen verläuft, verbindet die Achillessehne das Fersenbein mit dem Wadenmuskel.

Auf der Ferse lastet ein großer Teil des Körpergewichts. Diese Belastung vervielfacht sich noch bei dynamischen Bewegungsabläufen, wie beispielsweise dem Laufen oder Springen. Wird die Ferse über einen langen Zeitraum hinweg falsch oder übermäßig belastet, verstärkt sie sich selbstständig. Sie lagert vermehrt Kalk in dem Bereich ab, in denen der Knochen in eine Sehne übergeht. Diese Kalkablagerung wächst nach und nach zu einem knöchernen Sporn heran, dem Fersensporn. Über ihn versucht der Fuß, den übermäßigen Druck aufzufangen und den Körper zu stabilisieren. Es wird hierbei zwischen dem unteren (plantaren) und dem oberen (kranialen) Fersensporn unterschieden. Während der untere Fersensporn an der Unterseite des Fersenknochens in Richtung der Zehen wuchert, befindet sich der obere Fersensporn an der Rückseite des Fersenbeins an der Achillessehne.

Auftretende Probleme

Der Fersensporn selbst bereitet keine gesundheitlichen Probleme. Erst wenn sich das umliegende Fettgewebe oder die Ansatzstelle der Achillessehne entzündet, treten Schmerzen auf. Schwelt eine Entzündung am Fersensporn, machen sich Schmerzen in der Ferse beim Auftreten bemerkbar. Beim unteren Fersensporn tritt ein stechender, brennender oder bohrender Schmerz an der Unterseite der Ferse auf. Beim oberen Fersensporn schmerzt der Fußbereich am Ansatz der Achillessehne. Besonders stark ist der Schmerz nach längeren Ruhephasen, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen, spürbar. Nach einiger Zeit des „Einlaufens“ klingt er in der Regel etwas ab.

Ursachen eines Fersensporns

Der Fersensporn ist weit verbreitet, wobei der untere Fersensporn weitaus häufiger auftritt als der obere. Ungefähr jeder Zehnte in Deutschland hatte schon einmal einen solchen harmlosen Knochenauswuchs. Oftmals sind Menschen mittleren Alters, zwischen 40 und 60 Jahren, betroffen. Da dieser nicht in allen Fällen schmerzhaft ist, wird er häufig nicht bemerkt. Erst wenn die ständige Überlastung des Fersenbeins eine Entzündung hervorgerufen hat, wird in der Regel nach deren Ursache geforscht. Eine Abtastuntersuchung kann dann einen ersten Verdacht erhärten. Um sicherzugehen, dass tatsächlich ein Fersensporn für die körperliche Beeinträchtigung verantwortlich ist, muss der Fuß geröntgt werden.

Eine Überbelastung des Fußes und die Entwicklung eines Fersensporns können verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Übergewicht, Veranlagung, Alter, eine zu schwache Beinmuskulatur, eine zu kurze Wadenmuskulatur, eine krankhafte Fehlstellung des Fußes und die Ausübung eines fußbelastenden Ausdauersports, wie beispielsweise Langstreckenlauf.

Um einem Fersensporn vorzubeugen, solltest du auch Dehnübungen regelmäßig in dein Training einbinden. | © iStock.com/LimaEs

Gib dem Fersensporn keine Chance

Um deine Füße während des Sports zu schonen und der Bildung eines Fersensporns vorzubeugen, solltest du unbedingt auf qualitativ hochwertige Schuhe achten. Diese sollten für deine spezielle Sportart vorgesehen sein, sehr gut sitzen und keinen Druck auf deinen Fuß ausüben. Zudem muss die Sohle der Schuhe eine gute Dämpfung haben, damit sie die ständigen Stöße beim Laufen weich abfedert und so deine Füße entlastet. Neben schlechtem Schuhwerk können auch eine ungünstige Lauftechnik, bei der du deine Ferse falsch belastest, die Bildung eines Fersensporns begünstigen. Versuche regelmäßig zu trainieren und deine Leistung so langsam und kontinuierlich zu steigern. Auch ein zu kurzes Aufwärmen vor dem Sport kann ein Auslöser sein. Von daher nimm dir am besten ausreichend Zeit für eine optimale Trainingsvorbereitung und lass auch die Dehnübungen nicht zu kurz kommen.

Therapie des Fersensporns

Erst wenn das entzündete Gewebe wieder abschwillt und die Entzündung abklingt, lässt der Schmerz im Fuß nach. Um den Heilungsprozess anzustoßen und voranzutreiben, hast du verschiedene Therapiemöglichkeiten:

  • Die simpelste Therapie sind maßgefertigte Schuheinlagen. Sie werden extra auf deine Fußform zugeschnitten und sorgen mit einer Schaumgummiunterfütterung unter der Ferse oder Hohllegungen dafür, dass du dein Gewicht richtig verteilst und deine Fersen entlastest.
  • Gepolsterte Fersenkissen mit Loch- oder Geleinlagen wirken beim Laufen als Stoßdämpfer und nehmen so Druck von der Ferse.
  • Trainiere mit einem Fersensporn immer nur im schmerzfreien Bereich. Ein Physiotherapeut hilft dir mit speziellen Krankengymnastik-Übungen, gezielt die Sehnen an deinen Fußsohlen zu dehnen und stützende Muskelpartien zu stärken. So verringert sich der Zug auf deine Ferse und die Entzündung klingt schneller ab. Einige Therapeuten setzen bei der Behandlung eines Fersensporns auch kinesiologische Tapes ein.
  • Ist Übergewicht die Ursache für die Bildung eines Fersensporns, hilft es deinen Füßen, wenn du ein paar Pfunde verlierst.
  • Eine Stoßwellentherapie mit Ultraschall soll bei einem Fersensporn den Heilungsprozess in Knochen und Gewebe schonend vorantreiben und schmerzlindernd wirken.
  • Leidest du unter großen Schmerzen, kann dir dein Arzt schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verschreiben. Diese können dich allerdings nur vorübergehend bei der eigentlichen Therapie unterstützen.
  • Tritt durch die Behandlung keine Besserung ein, hilft unter Umständen nur noch eine Operation. Das ist allerdings nicht die Regel und kommt zum Glück ausgesprochen selten vor.

Fehlalarm Fersensporn

Du leidest seit einiger Zeit an Schmerzen in der Ferse beim Auftreten? Dann könnte es sich auch um die vielmals zitierte „verkürzte Wadenmuskulatur“ handeln. Mittlerweile spricht man allerdings eher von „verklebten oder verfilzten Faszien“.

Eine simple tägliche Dehnübung wird dir Linderung verschaffen: Nimm ein Handtuch oder ein Seil und lege dich auf den Rücken. Halte je eines der Enden des Seils oder Handtuchs mit je einer Hand fest und platziere deinen Fußballen so hinein, dass dein Bein die Strecke teilt (wie eine Art Steigbügel). Während das seil- bzw. tuchlose Bein ausgetreckt am Boden liegen bleibt, hebst du das zu dehnende Bein samt Tuch oder Seil mit Spannung auf beiden Seiten senkrecht in die Luft. Dein Fuß ist dabei flex, deine Ferse zeigt nach oben zur Decke. Ziehe es in dieser Position für mindestens 30 Sekunden (besser wären 60) noch weiter zu dir heran und dehne es. Versuche dabei dein Knie die ganze Zeit über so gut wie möglich durchzustrecken. Winkle dann das Bein an, um aus der Dehnung zu gehen und lege es neben dem anderen am Boden ab. Spüre nach. Es fühlt sich vermutlich vergleichsweise länger an. Mache die Übung auch mit dem anderen Bein, auch wenn du dort keine Beschwerden hast.

Definitiv ein Fersensporn?

Sollte es jedoch tatsächlich ein Fersensporn sein, der dir die Probleme bereitet, hilft alles nichts: Nun musst du sportlich eine Zeitlang kürzertreten, um deine Füße nicht zu stark zu belasten. Doch die Geduld zahlt sich aus. Sobald die Entzündung abgeklungen ist, kannst du mit neuem Schwung und völlig schmerzfrei wieder loslegen. Dann aber nur mit perfekt sitzenden Schuhen an den Füßen und nach einem gewissenhaften Aufwärmtraining.

Veröffent­lichungsdatum: 19.10.2016
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