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Zucker macht nicht nur dick, sondern auch süchtig. I © iStock.com/EvgeniiAnd

Süßes Gift: So gefährlich ist Zucker

Etwa 35 Kilo Zucker konsumiert jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Das kann dramatische gesundheitliche Folgen haben. Komme dem versteckten Zucker auf die Spur.

Zucker gehört für viele im Alltag einfach dazu. Ganz gleich, ob wir ihn bewusst genießen, wie in Form eines Stücks köstlicher Torte, oder nebenbei im Keks, Schokoriegel oder im Kaffee konsumieren. Sich das Leben buchstäblich versüßen zu wollen, oder sich für etwas zu belohnen, dagegen ist nichts einzuwenden. Das ist auch nicht das eigentliche Problem. Denn am Ende macht die Dosis das Gift. Viele Zuckerquellen sind den Konsumenten gar nicht als solche bewusst. Eine beachtliche Menge Zucker steckt in industriell hergestellten Lebensmitteln: in Nudeln, Brot, Fertiggerichten und Fastfood. Das macht nicht nur dick, sondern auch süchtig – und es ist auf Dauer schädlich für unsere Gesundheit.

Deutsche nehmen täglich im Schnitt 90 Gramm Zucker zu sich – fast das zweifache der empfohlenen Höchstmenge. I © iStock.com/OcusFocus

Warum ist Zucker so gefährlich?

Ist es der verführerische Geschmack, der uns zu immer mehr gezuckerten Produkten greifen lässt? Liegt es an den Kalorien? Oder sind es Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden, Karies oder Leberprobleme, die Zucker so riskant machen? Die Antwort: Alle drei Faktoren treffen zu – Zucker macht süchtig, dick und krank. Jedes dritte Kind in den westlichen Industriestaaten ist mittlerweile übergewichtig. Und die Zuckerindustrie hat dazu in erheblichem Maße beigetragen. Studien des Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch (NIDA) in den USA belegen, dass Zucker ebenso süchtig machen kann wie Kokain. Doch im Gegensatz zu Drogen, Alkohol oder Nikotin zeigt die Politik hierzulande bislang wenig Initiative, den Zuckerkonsum gesetzlich zu regulieren. Jeder Deutsche nimmt im Durchschnitt täglich 90 Gramm Zucker zu sich – das ist fast das Doppelte der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Höchstmenge von 50 Gramm.

Ist Zucker gleich Zucker?

Die süße Verführung hat viele Namen. Der klassische weiße Haushaltszucker (Saccharose) wird aus Zuckerrüben und Zuckerrohr hergestellt. Außerdem gibt es Fruchtzucker (Fructose), Traubenzucker (Glukose) und Milchzucker (Lactose). Reine Fructose ist doppelt so süß wie Glukose und in der Herstellung deutlich günstiger – deswegen ist der Fruchtzucker in der Lebensmittelindustrie so verbreitet. Glukosesirup, der häufig in Schoko- oder Müsliriegeln enthalten ist, wird aus Stärke gewonnen und besteht aus Glucose und Fructose. Maltodextrin ist ein Gemisch aus Stärke und Zucker, und kommt bei der Verarbeitung von Wurstprodukten oder Fertiggerichten zum Einsatz.

Zucker hat viele Namen – problematisch sind weniger bestimmte Sorten: Der übermäßige Konsum ist das Übel. I © iStock.com/Manuta

Braucht unser Körper nicht auch Zucker?

Ja, das Gehirn und andere Organe benötigen Glukose, also Traubenzucker, als Energielieferanten, um zu funktionieren. Aber: Diese Zuckerform produziert unser Körper selbst, und zwar aus den Kohlenhydraten ganz vieler Lebensmittel, etwa Kartoffeln oder Getreide. Das heißt: Zucker ist kein Nahrungsmittel, das wir gezielt oder zusätzlich zu uns nehmen müssen.

Was sind die größten Zuckerfallen?

Die ein oder zwei Löffel Zucker im Kaffee oder Tee sind nicht das Problem. Was im wahrsten Sinne des Wortes ins Gewicht fällt, ist der Zucker, den wir nicht sofort erkennen. Und damit ist nicht nur der industriell zugesetzte Zucker gemeint. „Fettarmer Fruchtjoghurt“ klingt gesund. Doch wer näher hinschaut, sieht: Ein Becher davon enthält oft über 20 Gramm Zucker. Selbst Naturjoghurt, der eigentlich wie die Milch 4,5 Gramm Zucker auf 100 Gramm enthalten sollte, ist oft wesentlich süßer. Viele Hersteller verwenden zur Zubereitung Milchtrockenmasse, in der mehr Zucker steckt.

Und was ist mit Fruchtzucker?

Der Name klingt gesund, doch auch Fruchtzucker (Fructose) ist ein Dickmacher mit gefährlichen Nebenwirkungen für unsere Gesundheit. Er wird im Körper schneller in Fett umgewandelt als Glukose. Dabei sind vor allem Softdrinks, Joghurts und Fertiggerichte mit billig hergestellter Fructose gesüßt. Manche Fruchtdrinks enthalten sogar 40 Prozent Fruchtzucker und sind damit wahre Kalorienbomben.

Natürlich enthält auch Obst Fruchtzucker, doch hier isst du ihn zusammen mit wertvollen Ballaststoffen, die uns sagen, wann wir satt sind. Hier stehen Nährstoffe und Zucker in einem ausgewogenen Verhältnis. Presst man Äpfel dagegen aus und trinkt nur ihren Saft, sieht die Sache schon wieder anders aus. Denn ein Glas Apfelsaft enthält nicht das Beste aus vier Äpfeln, sondern vor allem den Zucker aus vier Äpfeln – ganze sechzehn Teelöffel. Deswegen sollten frisch gepresste Säfte bewusst und nur in Maßen, aber nicht als Durstlöscher getrunken werden. Wie ungesund Fruchtzucker wirklich ist, erfährst du hier.

Gepresste Säfte sollten bewusst und nur in Maßen, aber nicht als Durstlöscher getrunken werden. I © iStock.com/artisteer

Was taugen die süßen Zucker-Alternativen?

Honig ist zwar natürlichen Ursprungs – aber leider nicht besonders gesund. Denn das Bienenprodukt besteht zu mehr als drei Vierteln aus Traubenzucker, Fruchtzucker und weiteren Zuckerarten. Das Gleiche gilt für die aus Äpfeln, Trauben oder Agaven per Vakuumverfahren gewonnenen dickflüssigen Sirupe. Sie enthalten zwar deutlich mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als Industriezucker, aber sie haben auch einen hohen Fruchtzuckergehalt.

Deswegen greifen viele ernährungsbewusste Menschen zu Süßstoffen wie Stevia, die viel weniger Kalorien haben und als gesünder gelten. Allerdings ist das im Handel erhältliche Stevia meist kein Naturprodukt mehr, da die süßenden Stoffe des Krautes in einem aufwendigen chemischen Verfahren isoliert werden.

Der per Handarbeit in Asien gewonnene Kokosblütenzucker dagegen soll gesünder als normaler Zucker sein, weil er den Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigen lässt. Der Nachteil: Er hat weite Exportwege hinter sich und ist mit bis zu 40 Euro pro Kilo ziemlich teuer.

Muss ich ganz auf Zucker verzichten?

Nein, strikte Verbote fördern nur die Lust auf Süßes. Wer sich bewusst ernährt, mit frischen Zutaten häufig selbst kocht und versteckte Zuckerfallen gezielt meidet, der kann sich ab und zu mit einem köstlichen Dessert, Schokolade oder Kuchen belohnen. Denn auch Genuss gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu.

Bruntje Thielke

Über #BeatYesterday-Autorin Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 22.10.2018
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