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Ein Gläschen in Ehren: Wie schädlich ist Alkohol? | © iStock.com/franticstudio

Wie schädlich ist Alkohol?

Weihnachtsfeier, Heiligabend, Silvester: Im Winter fließt oft viel Alkohol. Was der bewirkt und welche alkoholfreien Alternativen es gibt, weiß Autorin Nicole.

„Ein Gläschen in Ehren!“, heißt es immer so schön. Und das kann tatsächlich sehr genussvoll sein. Ich denke da zum Beispiel an ein gutes Glas Wein zum Essen. Alkohol ist – wohl dosiert – durchaus auch gesellig, verbindend und lockert die Stimmung. Lass dir deinen Champagner oder dein Bier auf der Weihnachtsfeier also bitte schmecken. Solange du deine Grenzen kennst, ist alles gut.

Das Feierabendbier ist gesellschaftsfähig

Ich selbst trinke auch gern Wein. Finde aber, dass Alkoholgenuss mitunter verharmlost wird. Das Glas Wein am Abend oder auch das Feierabendbier sind bei uns gesellschaftsfähig. Man wird eher schief angeguckt, wenn man sagt, dass man keinen Alkohol trinkt. Dabei ist Alkohol nicht ungefährlich. Das Problem ist eigentlich immer die Menge: Bei vielen bleibt es eben nicht bei einem Bier nach der Arbeit. Oder bei einem Glas Wein zum Dinner. Und wenn aus Genuss Gewohnheit wird und Alkohol zur Regel, statt zur Ausnahme, dann kann das durchaus ernste gesundheitliche Folgen haben.

Gut zu wissen

Alkohol schränkt die Aufnahme von Nährstoffen ein und fördert zugleich ihre Ausscheidung. Nährstoffe sind jedoch enorm wichtig für die Regeneration und auch den Aufbau von Muskeln. Gerade nach dem Training solltest du deshalb keinen Alkohol trinken.

Alkohol fördert viele Krankheiten

Zwar gibt es Studien, die bestimmten alkoholischen Getränken auch gesundheitlich positive Wirkungen bescheinigen. Etwa Rotwein, der – in geringen Mengen konsumiert – das Herz schützen soll. Aber die negativen Folgen überwiegen leider. Wenn du viel und regelmäßig Alkohol trinkst, leiden nachweislich Organe und Psyche. Alkohol macht nicht nur unkonzentriert, schlapp und abhängig, sondern erhöht das Risiko für diverse Krankheiten. Er begünstigt Magengeschwüre und Bluthochdruck, aber auch Krebs, Leberzirrhosen und Herz-Kreislauferkrankungen. Als Richtwert nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) deshalb für gesunde Erwachsene eine Höchstgrenze von maximal zehn Gramm Alkohol pro Tag für Frauen und maximal 20 Gramm für Männer. Und die sind schnell erreicht: Bei Frauen bereits mit einem Glas Wein (0,15 Liter), bei Männern mit zwei Bieren (je 0,3 l).

Volksdroge Nr. 1: Alkohol - bei vielen bleibt es nicht bei einem Glas. | © iStock.com/g-stockstudio

Mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche müssen sein!

Wenn du nicht ohnehin ganz auf Alkohol verzichtest, behalte also die Mengen im Blick und lege bewusst mindestens zwei bis drei komplett alkoholfreie Tage pro Woche ein. Das erspart dir auch einen dicken Kopf am nächsten Tag, der dich erheblich in deiner Leistungsfähigkeit einschränkt.

Alkohol stört außerdem den Schlaf: Er reduziert die sogenannten REM-Phasen, in denen wir träumen und die wichtig für die Regeneration sind. Ein Mangel an REM-Schlaf wirkt sich langfristig auf deine Konzentration und Gedächtnisleistung sowie die motorischen Fähigkeiten aus.

Bei Stress trinkt man mehr

Alkohol wird mitunter auch als Anti-Stress-Mittel wahrgenommen – als „Belohnung“ und zur Entspannung nach einem anstrengenden oder aufreibenden Tag. Tatsächlich spricht Alkohol im Gehirn unser Belohnungszentrum an, indem es die Ausschüttung vom Glückshormon Dopamin anregt. Doch bei Stress zu trinken ist trotzdem keine gute Idee. Wissenschaftler zeigten in ersten Studien, dass Stress sich auf den Neurotransmitter-Stoffwechsel auswirkt. Die Ausschüttung von Dopamin wird dadurch gehemmt und du musst bei Stress sehr viel mehr Alkohol trinken, um eine „belohnende“ Wirkung zu verspüren.

Kalorientabelle Alkohol: viele leere Kalorien

Abgesehen davon ist Alkohol auch Gift für die Figur. Pro Gramm liefert er sieben Kilokalorien – Softdrinks zum Mischen noch nicht mitgerechnet. Da kommt schnell einiges zusammen. Außerdem fördert Alkohol Heißhungerattacken. Vor allem die Lust auf Fettiges und Salziges steigt. Und die Snacks setzen auch noch mehr an als normalerweise. Denn dein Körper baut immer zuerst Alkohol ab. Und solange das passiert, ist die Fettverbrennung weitestgehend lahmgelegt.

GetränkKilokalorien*
Weißwein (0,1 l)ca. 60 kcal
Rotwein (0,1 l)ca. 67 kcal
Sekt (0,1 l)ca. 80 kcal
Prosecco (0,1 l)ca. 83 kcal
Bier (0,3 l)ca. 130 kcal
Hefeweizen (0,5 l)ca. 215 kcal
Gin Tonic (0,2 l)ca. 140 kcal
Cola-Rum (0,2 l)ca. 168 kcal
Caipirinha (0,3 l)ca. 322 kcal
Gesund, lecker und eine gute Alternative zu alkoholhaltigen Getränken: Infused Water. | © iStock.com/ehaurylik

Mythos Verdauungsschnaps

Ein Schnaps gehört für viele nach einem üppigen Essen dazu. Schließlich regt der die Verdauung an! Doch das stimmt nicht. Im Gegenteil: Alkohol belastet deine Verdauungsorgane sogar. Der einzige Schnaps, der überhaupt eine kleine Wirkung hat, ist Kräuterschnaps – und das liegt nicht am Alkohol, sondern an den Kräutern. Viel effektiver und auch noch um Längen gesünder ist deshalb ein Kräutertee nach dem Essen.

Alkoholfreier Sekt und Wein: lecker geht anders

Es müssen also alkoholfreie Alternativen her. Im Supermarkt findest du immer mehr alkoholfreie Weine und Schaumweine. Leider muss ich sagen, dass die alkoholfreien Varianten, die ich bislang probiert habe, ziemlich ernüchternd geschmeckt haben. Alkohol ist nun mal auch ein Geschmacksträger und gerade bei Wein enorm wichtig für das Aroma und das Bouquet. Den Weinen wird in der Regel nach der Herstellung der Alkohol einfach wieder entzogen – und das schmeckt man. Etwas besser ist die Situation meiner Meinung nach in Sachen Bier. Alkoholfreies Weizen ist geschmacklich tatsächlich eine Alternative zu normalem Weizenbier. Und dank der Craft-Beer-Bewegung experimentieren immer mehr Brauereien auch mit anderen alkoholfreien Bierstilen, etwa IPAs oder Pilsenern. Die sind zum Teil wirklich lecker und kaum vom Original zu unterscheiden.

Übrigens ist ein gut gebrautes Bier auch isotonisch und aufgrund der Vitamine, natürlichen Polyphenole und der Kohlenhydrate ein besserer After-Workout-Drink als ein meist nur zuckerhaltiger Iso-Drink. Bevor du aber eine Flasche nach der nächsten köpfst, musst du wissen: alkoholfrei ist nicht gleich kalorienfrei. Die alkoholfreien Biere enthalten meist deutlich mehr Zucker als die Biere mit Alkohol.

Gut zu wissen

Laut Lebensmittelrecht ist ein Alkoholgehalt von bis zu 0,5 % vol. auch bei alkoholfreien Getränken erlaubt. Viele alkoholfreie Weine, Schaumweine und Biere haben daher noch einen Restgehalt Alkohol.

Echte Alternativen: gute Säfte, Infused Water und PriSecco

Aber keine Sorge, du musst jetzt nicht immer nur Wasser trinken. In Bars wirst du in der Regel eine große Auswahl an alkoholfreien Cocktails finden. Ein roter oder weißer Traubensaft guter Qualität ist pur oder als Schorle eine köstliche Alternative zu Wein und Weinschorle und schmeckt meistens besser als alkoholfreier Wein. Mineralwasser kannst du mit einem Schuss Sirup (z.B. Holunderblüte, Himbeere oder Granatapfel) und ein paar frischen Kräutern wie Rosmarin oder Minze ganz leicht zu oder einem Infused Water aufpeppen. Und dann habe ich nun schon in verschiedenen Restaurants PriSecco auf der Karte gefunden und probiert. Das sind aus altem Wiesenobst produzierte Säfte, die mit Kräutern, Blättern und Blüten aromatisiert sind und denen am Ende noch etwas Kohlensäure zugesetzt wird. Verdammt lecker und für mich als Cremant-Fan eine super alkoholfreie Alternative als Aperitif (gibt es z.B. hier).

Nicole Benke
© Martin Szymanski

Über Nicole Benke


Nicole Benke (37) liebt gutes Essen – am liebsten selbst gekocht aus frischen Produkten der Saison. Von Crash-Diäten hält die Food-Journalistin gar nichts. Sie findet: Eine gesunde Ernährung soll Spaß machen, darf nicht verkrampft sein und muss auch mal Raum für Genuss bieten. Denn strikte Verbote machen nur schlechte Laune. Und wer kann die schon gebrauchen?

Veröffent­lichungsdatum: 14.12.2017
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