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Pilgerreisen: Warum sie sich auch heute noch lohnen

Rein religiöse Motive spielen bei Pilgerreisen heute seltener eine Rolle. Stattdessen helfen sie vielen Menschen, dem Alltagsstress zu entkommen und sich neu zu ordnen.

Was ist Pilgern?

Ursprünglich hat das Pilgern in erster Linie religiöse Beweggründe. Traditionell unternehmen Pilger eine Reise zu einem bestimmten Ort und bewegen sich dabei hauptsächlich zu Fuß fort. Das Ziel einer Pilgerreise kann beispielsweise eine Kirche oder das Grab eines Heiligen sein. Im Gegensatz zur Wallfahrt, die zu bestimmten Terminen und grundsätzlich in Gruppen unternommen wird, muss eine Pilgerreise aber nicht zwangsläufig ein definiertes Ziel haben, sondern kann ganz individuell stattfinden. Es zählen dabei vor allem die Begegnungen und persönlichen Erlebnisse auf dem Weg.

Wie unterscheidet sich Pilgern von Weitwandern?

Laut der ursprünglichen Idee sind Pilger Suchende, die sich auf die Reise machen, um mit Gott eine Verbindung aufzubauen und göttliche Kräfte zu spüren. Doch auch wenn kein religiöses Motiv zugrunde liegt, sind Pilgerreisen spirituell. Der Reisende ist immer auch auf dem Weg zu sich selbst. Sein Ziel ist also nicht vornehmlich das geografische, sondern eines in sich selbst. Viele Weitwanderer sind auf einer ähnlichen Suche, stellen aber Naturerfahrungen eher in den Vordergrund als die Selbsterfahrung.

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Mittelalter bis Moderne: Bedeutung von Pilgerreisen früher und heute

Im Mittelalter war das Pilgern besonders populär. Dabei gab es drei bedeutende Pilgerziele: Rom, Jerusalem und Santiago de Compostela. Die Beweggründe der Pilger waren vielfältig. Man pilgerte aus Dankbarkeit, aufgrund eines Gelübdes, für das Seelenheil oder als Buße. Im 15. Jahrhundert pilgerten schließlich immer mehr Menschen auf der Suche nach Abenteuerlust oder um neue Kulturen kennenzulernen.

Heute ist die Pilgerreise, neben religiösen Motiven, vor allem zu einer Möglichkeit geworden, eine Auszeit vom Alltag zu nehmen und sich auf sich selbst zu besinnen – ohne die alltäglichen Pflichten und jenseits der ständigen Erreichbarkeit durch Telefon oder E-Mail. Wer sich heute auf Pilgerfahrt begibt, ist oft auf der Suche nach Entschleunigung, Einfachheit und Selbstbestimmung. Auf historischen Pfaden und in der Natur finden Pilger zurück zum Wesentlichen. Sich zu Fuß fortzubewegen, ist für viele daher ein wichtiger Aspekt der Reise. Das Wandern schafft zum einen eine Verbindung zu den Orten und Wegen, auf denen sich ein Pilger bewegt. Zum anderen stärkt es das eigene Körperbewusstsein. Und gleichzeitig gibt es dem Pilger die nötige Zeit, um nachzudenken oder die Gedanken schweifen zu lassen. So wird sowohl Inneres als auch Äußeres stärker erlebbar.

Was ihre Dauer angeht, kann eine Pilgerreise stark variieren, je nachdem wie viel Zeit sich ein Pilger dafür nehmen möchte und kann. So kann sie beispielsweise den Sommerurlaub ersetzen oder Teil eines Sabbatjahres sein.

Moderne Pilger treibt zum Teil auch heute noch die Sehnsucht nach Abenteuer an. Die Grenzen zwischen Pilgern und Touristen verschwimmen dabei. In den letzten Jahrzehnten ist das Pilgern wieder zunehmend populärer geworden. Vor allem der Jakobsweg gilt heute als klassischer Pilgerweg. Im Jahr 1987 wurde er vom Europarat zur europäischen Kulturroute erhoben. In Deutschland ist die Pilgerreise spätestens seit der Veröffentlichung von Hape Kerkelings Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ wieder präsent geworden.

Die bekanntesten Pilgerwege

Der beliebteste Pilgerweg ist und bleibt der erwähnte Jakobsweg, der zum Grab des Apostels Jakobus im nordspanischen Santiago de Compostela führt. Wer ihn begeht, führt in der Regel einen Pilgerausweis mit sich, der an verschiedenen Stationen des Weges abgestempelt wird und am Ziel als Nachweis darüber dient, wie weit die Strecke war, die der Pilger zurückgelegt hat. Laut Informationen der katholischen Kirche in Deutschland trafen im Jahr 2013, einem der pilgerstärksten Jahre der Geschichte, über 200.000 anerkannte Pilger in Santiago de Compostela ein. Aber auch andere traditionelle Pilgerwege christlichen Ursprungs wie der Frankenweg oder der Weg nach Jerusalem sind noch immer populär. Es werden auch alte Pilgerwege in Form von Sinnenpfaden wiederentdeckt. Zum Beispiel der Rothaarsteig oder der spanische Camino a Fisterra. Auch Kultstätten wie Machu Picchu, Stonehenge und der Berg Kailash in Tibet ziehen Pilger an. Innegehalten wird auch in Klöstern und auf Berggipfeln. Es gibt fast überall auf der Welt Pilgerwege in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

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Möglichkeiten zum Pilgern – ohne weite Reise

Um das Pilgergefühl zu bekommen, den Alltag hinter dir zu lassen und den Kopf frei zu bekommen, musst du nicht unbedingt in die weite Welt fahren. Auch direkt vor der Haustür finden sich Möglichkeiten zu kurzen Pilgerreisen. In Hamburg kannst du beispielsweise eine geführte Kurz-Pilgerreise antreten. Auf der Internetseite www.pilgern-im-norden.de findest du Informationen und Termine über Pilgerwanderungen in der Hansestadt. Auch in vielen anderen Regionen Deutschlands werden Teile von alten Pilgerwegen als Sinnenpfade wiederentdeckt. Die Idee dahinter ist das Erleben, Genießen und Besinnen. Zudem gibt es diverse ausgewiesene Pilgerpfade in Deutschland, die zum Jakobsweg zählen. Wo auch immer du pilgerst, eines gilt immer: Der Weg ist das Ziel!

Veröffent­lichungsdatum: 06.02.2017
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07.02.2018

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