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Lost Places: 7 Fakten zum Abenteuer Urban Exploring

Du hast genug Kirchen, Schlösser und Museen gesehen? Dann könnte Urban Exploring genau dein Abenteuer sein: Lost Places - das Erkunden von verlassenen Orten.

1. Urban Explorer sind Jäger der verlassenen Orte

Sie bewegen sich abseits der ausgetrampelten touristischen Pfade. Was sie sehen wollen, sind keine aufwendig restaurierten Kirchen, keine schön herausgeputzten Schlösser und Burgen oder andere überlaufene Sehenswürdigkeiten. Urban Explorer, oder auch Lost Place Hunter, haben es auf die verlassenen Orte abgesehen: Ruinen, leer stehende Häuser, geschlossene Freizeitparks, ehemalige Krankenhäuser oder unbewohnte Dörfer. Viel brauchen sie dafür nicht. Zur Urban-Exploring-Ausrüstung zählen höchstens eine Taschenlampe, festes Schuhwerk, Handschuhe, Kamera, Proviant und Trinkwasser.

2. Nicht nur Nervenkitzel: Gründe für Urban Exploring

Die Erkundungstouren sind nicht immer ungefährlich, denn viele alte Gebäude sind einsturzgefährdet. Was also bewegt die Anhänger des Urban Exploring, kurz Urbex, dazu, sich freiwillig an genau den Orten zu bewegen, von denen sich andere Menschen lieber fernhalten? Bei einigen mögen Nervenkitzel und Adrenalinkick die Hauptmotivation sein, bei anderen ist es geschichtliches Interesse.

Wieder andere Lost Place Hunter fasziniert die Schönheit des Morbiden, die sie in den verlassenen Orten sehen. Das Unperfekte, das Dreckige und Staubige, das Chaos ohne System – in einer Welt, in der fast alles strukturiert ist, bieten die Abandoned Places Oasen der Unordnung, an denen die Zeit stehen geblieben ist.

© iStock.com/Artem Sidorov

3. Das Fotografieren der Lost Places ist erwünscht

Genau diesen Zustand wollen die Urban Explorer sehen, fühlen, inhalieren und oft auch visuell festhalten. Viele von ihnen haben die Kamera dabei, wenn sie zu einer Tour aufbrechen. Mittlerweile gibt es beeindruckende Bildbände über die verlassenen Orte. Auch im Internet findet sich so einiges an außergewöhnlicher Lost-Places-Fotografie, die beim Urban Exploring entstanden ist, und den Zustand eines Ortes konserviert, der in kurzer Zeit so vielleicht nicht mehr vorzufinden sein wird.

4. Urban-Exploration-Touren bewegen sich am Rande der Illegalität

Rechtlich bewegen sich die Urban Explorer allerdings am Rande der Illegalität. In Deutschland gilt es beispielsweise als Hausfriedensbruch, wenn ein leer stehendes Gebäude oder ein abgesperrtes Gebiet betreten wird, selbst wenn dieses nicht offensichtlich, etwa durch Zäune, abgegrenzt ist. Auch öffentlich zugängliche Orte dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers – egal, ob es sich dabei um eine Privatperson oder den Staat handelt – eigentlich nicht betreten werden.

So die Theorie, in der Praxis sieht es meist doch anders aus. Denn viele Eigentümer haben gar kein Interesse daran, Gebäude, Plätze und Orte vor „Eindringlingen“ zu schützen. Die Polizei ermittelt erst gegen Urban Explorer, wenn der Eigentümer Anzeige erstattet. Aber: Unter Umständen zahlt die Unfall- und Krankenversicherung nicht, wenn es beim Urban Exploring zu Stürzen oder anderen Unglücken kommt.

© iStock.com/Igor Krasilov

5. Urban Explorer verraten ungern die genaue Lage der Lost Places

Ein wenig Geschick und Recherche-Qualitäten musst du mitbringen, um spannende, verlassene Orte zu entdecken. Einige Lost Places lassen sich relativ einfach im Internet ausfindig machen, andere wiederum sind schwer zu lokalisieren.

Denn in der Urbex-Szene gilt das ungeschriebene Gesetz, dass die Hunter die genaue Lage von Ruinen und anderen interessanten Plätzen nicht im Internet verraten, um sie zu schützen. Das bedeutet, dass mit der Online-Community zwar Bilder und Erfahrungen geteilt, die Koordinaten aber nicht unbedingt preisgegeben werden. Echte Geheimtipps erfährst du von anderen Urban Explorern über Mundpropaganda.

6. Die Urbex-Szene hat einen Kodex

Genau genommen gibt es gar keine homogene Urbex-Szene. Die Fans von Urban Exploration kommen aus unterschiedlichen Altersklassen und Gesellschaftsschichten. Hier trifft der Zahnarzt auf den Mechaniker, der Student, der im Backpacking-Urlaub das Abenteuer sucht, auf den Vollblut-Hunter.

Eine goldene Regel gibt es allerdings: Es gilt, die Lost Places zu schützen und so zu verlassen, wie sie vorgefunden wurden. Vandalismus ist tabu, auch seinen Müll zu hinterlassen, gehört sich nicht. Das bewusste Arrangieren von Gegenständen, um eine bessere Komposition fürs Foto zu bekommen, wird ebenfalls nicht gern gesehen. In der Geisterstadt Prypjat beispielsweise, nahe dem Unglücks-Kernkraftwerk Tschernobyl, hat sich die Umgebung durch solche Eingriffe stark verändert, und ähnelt wohl kaum noch dem ursprünglichen Umfeld nach der Reaktorkatastrophe.

© iStock.com/Stefan90

7. Abandoned Places findest du überall auf der Welt

Urban Exploration kannst du eigentlich überall betreiben: In deiner Stadt, in Deutschland, in Europa – überall auf der Welt warten Abandoned Places darauf, von den Jägern der verlassenen Orte wiederentdeckt zu werden. Das muss nicht immer illegal sein. Einige Lost Places in Berlin können ganz legal im Rahmen von geführten Touren besichtigt werden, etwa ehemalige Luftschutzbunker, nie vollendete U-Bahnhöfe oder die Kanalisation. Das ist auch in anderen Städten möglich.

Urban Explorer, die es riskanter mögen, haben sicherlich das bereits erwähnte Prypjat auf ihrer Bucketlist. Auch die Katakomben von Paris sind ein beliebtes Ziel. Das Labyrinth aus Gängen haben übrigens schon Menschen im 18. Jahrhundert beim Schein einer Kerze durchstreift. Ganz so neu ist das Phänomen Urban Exploring also nicht.

Tipp aus unserer Bloglese: Die 7 spannendsten Lost Places der Welt – hier erfährst du mehr.

Veröffent­lichungsdatum: 21.09.2017
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