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Warum ist das lange als Arme-Leute-Essen verschmähte Gemüse inzwischen ein Liebling der deutschen Top-Köche? I © iStock.com/Karisssa

Kürbis-Boom: gesundes Grusel-Gemüse zu Halloween

Der Gartenkürbis ist zu Halloween beliebt, er lässt sich am besten Schnitzen. Aber auch der Hokkaido-Kürbis ist zum Liebling avanciert. Warum? Die wichtigsten Infos.

Zu Halloween sieht man sie wieder überall grinsen, in Fenstern und als Party-Deko leuchten: schaurig-schön geschnitzte Kürbisgesichter in allen Variationen. Doch woher kommt eigentlich diese heute auch bei uns so populäre Tradition? Warum ist das lange als Arme-Leute-Essen verschmähte Gemüse inzwischen ein Liebling der deutschen Top-Köche? Und werden Hokkaido-Kürbisse tatsächlich aus Japan importiert? Wir beantworten die spannendsten Fragen rund um den beliebten Herbst-Klassiker.

Warum ist der Kürbis heute so beliebt?

Rund 86.000 Tonnen Speisekürbisse werden heute jedes Jahr in Deutschland geerntet – mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Einer der Gründe für den Boom: die stark gestiegene Nachfrage zu Halloween. Von den weltweit rund 800 Sorten gehen bei uns vor allem drei über den Ladentisch: Hokkaido, deutscher Gartenkürbis und Muskat-Kürbis. Den orangen Gartenkürbis sieht man zu Halloween fast überall – mit seiner Größe und festen Schale eignet er sich besonders gut zum Aushöhlen und Schnitzen.

Doch woher kommt der Spuk mit den hohlen Fratzenköpfen eigentlich?

Halloween ist in den USA schon lange so beliebt wie bei uns der Karneval. Seit gut zwei Jahrzehnten erobert der Herbstbrauch zunehmend auch Deutschland, wo sich in der Nacht des 31. Oktobers Kinder verkleiden und von Haus zu Haus ziehen, um „Süßes“ zu ergattern oder „Saures“ zu geben. Auch bei Erwachsenen erfreuen sich Halloween-Partys wachsender Beliebtheit. Doch der herbstliche Hokuspokus hat Wurzeln, die viel weiter zurückliegen. Die keltischen Druiden feierten so das Sommerende: Zur Abschreckung der bösen Geister verkleideten sie sich dabei mit Masken. Dieser Druiden-Kult war bei den Iren ab dem neunten Jahrhundert als „All Hallows Eve“ bekannt, also als Abend vor Allerheiligen.  Irische Auswanderer machten das Fest dann später in den USA bekannt. Und erst dort entstand der Brauch, Kürbisse auszuhöhlen und die ausgeschnittenen Geister-Grimassen von innen mit Kerzen gruselig zu beleuchten.

Die Geschichte des herbstlichen Hokuspokus geht weit zurück: Die keltischen Druiden feierten so das Sommerende. I © iStock.com/Asolvas

Welche Sorte eignet sich zum Schnitzen?

Allerdings eignet sich nicht jeder Kürbis zum Schnitzen. Zierkürbisse etwa sind so hart, dass man sie mit dem Messer kaum bearbeiten kann. Am besten zum Schnitzen sind Garten- oder Butternut-Kürbisse. Gut geeignet sind auch die Sorten Rocket, Early Harvest oder Aspen.

Extra-Tipp:

  • Da der Kürbis nach dem Bearbeiten ja noch etwas halten muss, solltest du ihn nicht zu reif kaufen.
  • Den Kürbisdeckel abgeschrägt abschneiden, dann fällt er nicht rein, wenn der Kürbis ausgehöhlt ist.
  • Den Kürbis erst aushöhlen, dann das Gesicht schnitzen.
  • Bevor du mit dem Schnitzen (perfekt dazu: ein Teppichmesser) anfängst, solltest du das Motiv mit wasserfestem Filzstift auf der Schale vorzeichnen.
  • Und zum Schluss: Das Auswaschen mit Essig verhindert, dass der pflanzliche Halloween-Schmuck zu schnell schimmelt.

Den leckeren Hokkaido-Kürbis lieber essen

Der beliebte Hokkaido-Kürbis wird erst seit rund 20 Jahren in Deutschland verkauft. In dieser Zeit ist er hierzulande zum ungekrönten König der Herbstgemüse aufgestiegen. Und das liegt nicht nur daran, dass er noch gesünder ist als seine Verwandten. Denn aufgrund seines geringeren Wassergehaltes liefert der Hokkaido pro 100 Gramm mehr Nährstoffe und Vitamine als andere Kürbisse. Praktisch: Seine Schale, die besonders inhaltsreich ist, kann mitgegessen werden. Was ihn so beliebt macht, ist sein Geschmack und seine Vielseitigkeit. Du kannst ihn kochen, braten oder backen. Das Aroma seines samtweichen, mehlig kochenden Fruchtfleisches ist nussig-süß und erinnert an Kastanien. Er ist damit perfekt für Suppen, Risottos, Pürees, Pasteten-Füllung oder Chutneys geeignet und aus Deutschlands Alltagsküche genauso wie aus der Top-Gastronomie nicht mehr wegzudenken. Auch zubereitet als Babybrei ist er wegen seiner Bekömmlichkeit sehr beliebt.

Bei uns ist vor allem der rotschalige Hokkaido bekannt. Dabei gibt es auch graue und grüne Hokkaido-Kürbisse, Letztere sind in Japan besonders beliebt.

Woher stammt der Hokkaido?

Genau genommen ist der Hokkaido-Kürbis gar kein waschechter Japaner. Denn seine Vorfahren kamen aus Nordamerika. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Hubbard-Kürbis von US-Agrarberatern auf die dünn besiedelte Insel Hokkaido gebracht und dort angepflanzt. Da das amerikanische Gemüse aber ziemlich hart und geschmacksarm war, verbesserten die japanischen Bauern und Züchter es im Laufe der Jahre, bis der kleine strahlend orangerote Hokkaido-Kürbis (japanisch: Uchiki kuri) entstand, den wir heute so schätzen. Mit einem Gewicht von maximal zwei Kilo gehört er zu den leichteren Kürbissorten und ist ideal für die Verarbeitung in einem Gericht geeignet.

Dank des geringeren Wassergehaltes liefert der Hokkaido pro 100 Gramm mehr Nährstoffe und Vitamine als andere Kürbisse. | © iStock.com/Asolvas

Kommt der Kürbis heute noch aus Japan?

Nein, von dort muss er schon lange nicht mehr importiert werden: Seit den 90er Jahren werden Hokkaido-Kürbisse auch in Deutschland angebaut und von September bis Dezember geerntet. Da der Kürbis, richtig gelagert, bis zu ein Jahr lang haltbar ist, wird er auch außerhalb der Saison angeboten.

Gut zu wissen:

Beim Kauf solltest du darauf achten, dass Schale und Strunk unversehrt sind. Und wenn du die dünne, nährstoffhaltige Schale mitkochen und -essen möchtest, solltest du zu biologisch angebauter Ware greifen.

Ebenfalls in der deutschen Küche beliebt: der Muskat-Kürbis

Der Muskat-Kürbis ist ein echtes Schwergewicht: Er kann bis zu 30 oder 40 Kilo wiegen, weshalb er oft in bereits geschnittenen Teilen im Handel angeboten wird. Seinen Namen verdankt er seinem würzigen Geschmack und Duft. Muskatkürbisse sind auch deshalb beliebt, weil sie weniger Kerne haben als andere Sorten und die Schale nicht ganz so hart ist. Sie punkten mit viel Beta-Carotin und sind mit einem Wasseranteil von mehr als 90 Prozent besonders kalorienarm (24 Kalorien bei 100 Gramm).

Bruntje Thielke

Über #BeatYesterday-Autorin Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 11.10.2018
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