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Zwei Autoren, zwei Meinungen: Warum Weihnachtsbäume im Wald bleiben sollen und Geschenke trotzdem darunter gehören. | © HHN/Fabian K., Marleen L.

Alle Jahre wieder: O du grässlich-schöne Weihnachtszeit

Unsere Autoren sind auch zur Weihnachtszeit unterschiedlicher Meinung: Warum Weihnachtsbäume im Wald bleiben sollen und Geschenke trotzdem darunter gehören.

© privat/Marleen L.

Marleen: Genau die richtige Menge Kitsch und Kalorien

Ich finde die (Vor-)Weihnachtszeit herrlich! Die Dekoration, die Lichter, das Essen – alles ein bisschen too much. Und doch genau die richtige Menge Kitsch und Kalorien, um nicht im grauen Wintersumpf zu versinken. Stell dir mal den Winter ohne Advent und die Weihnachtsfeiertage vor. Ziemlich trist, oder?!

Dekorieren mit Weihnachtshits

Im Sommer liebt man Sonne und Wärme, im Winter Lichterkette und Glühwein. „Jingle Bells“-singende Weihnachtsmänner im Tischformat ersetzen Vogelgezwitscher. Statt auf die Picknickdecke im Park kuschelt man sich zu Hause aufs Sofa. Denn da ist schließlich alles geschmückt.

Vor dem 1. Advent ziehe ich los und decke mich mit Kerzen, vielleicht auch einer neuen Lichterkette, Kugeln und anderem Gedöns ein. Dann plündere ich zu Hause die Kiste mit der Weihnachtsdeko aus den vergangenen Jahren und schmeiße die Weihnachtshits-Playlist an. Denkt nichts Falsches: Ich verwandle meine Wohnung nicht in ein glitzerndes Winter-Wonderland. Aber hier und da ein wenig kuschelig-leuchtende Gemütlichkeit muss schon sein. Auch der Adventskranz – seit vergangenem Jahr in Silber und Weiß – darf nicht fehlen. Von wegen früher war mehr Lametta!

Must-haves: Weihnachtsbaum und Adventskalender

Das einzige, was mir zu meinem wohnlichen Weihnachtsglück fehlt: ein eigener Weihnachtsbaum. So richtig mit Nadeln, Waldduft und so. Der gehört für mich zur Bescherung einfach dazu. Da ich Weihnachten jedoch nicht bei mir in der Wohnung feiere, lohnt sich die Anschaffung nicht. Meinem Freund ist das auch ganz recht. Er hat nicht viel für das ganze Weihnachtstrara übrig. Ich würde mich allerdings wie eine Schneekönigin freuen, wenn er mich mal wieder mit einem Adventskalender überrascht – vor allem, wenn es 24 kleine Geschenke sind, wie Mama sie früher immer in die selbst genähten Säckchen gefüllt hat.

Stell dir mal den Winter ohne Advent und die Weihnachtsfeiertage vor. Ziemlich trist, oder?! I © iStock.com/photohomepage

Die volle Dröhnung im Advent

Immerhin geht er wenigstens einmal mit mir auf den Weihnachtsmarkt. Die anderen Male schnappe ich mir Arbeitskollegen und Freundinnen. Vielleicht kommt Fabian dieses Jahr ja auch mal wieder mit. Für viele ist das Gewusel mit „Last Christmas“-Gedudel an jedem dritten Stand eine Horrorvorstellung. Ich kann das Gedränge und Geschiebe auch mal ignorieren, inhaliere abwechselnd Schmalzkuchen-, Bratwurst- und Glühweingeruch und freue mich, in aller Ruhe meinen Lumumba zu schlürfen. Mit kalter Nase, aber warm ums Herz.

Weihnachten ohne Geschenke ist nur halb so schön

Über die Geschenke muss ich mir keine Gedanken mehr machen: Die kaufe ich schon im November. Es ist einfach zu schön, kleine Herzenswünsche zu erfüllen und Familie und Freunden eine Freude zu machen. Ich packe alles liebevoll ein und freue mich auf den Moment, wenn die Geschenke unterm Weihnachtsbaum liegen – schön geordnet, sodass jeder seinen eigenen Geschenkehaufen hat. Und erst die Freude beim Auspacken … Apropos: Ich muss los, noch schnell Geschenkpapier kaufen! (Obwohl ich natürlich weiß, dass Papier und Schleifen nach der Bescherung ruckzuck in der Tonne landen. Aber ich werde nicht wie meine Oma das Geschenkpapier einsammeln, bügeln und fürs nächste Jahr aufbewahren.)

© privat/Fabian K.

Fabian: X-Mas – (m)eine Hassliebe

Ich freue mich auf Weihnachten. Auf die gemeinsamen Momente mit meiner Familie, auf das Wiedersehen mit alten Freunden in der Heimat und natürlich auf das leckere Essen an den Feiertagen. Was ich nicht mag an der Weihnachtszeit, ist das ganze Brimborium drum herum.

Wir MÜSSEN uns ganz viel schenken!

Bitte liebevoll verpacken, mit einem reizenden Geschenkpapier. Das Auge freut sich schließlich mit. Die Kaufwütigen sind im Vorfeld total hektisch und super gestresst. „Ich habe keine Zeit, ich muss noch ganz viel besorgen.“ Warum dieser Krampf? Wozu diese Panik? Ehrlich, ich finde diesen Konsumwahnsinn schrecklich. Geschenke sind nicht der Grund für Weihnachten. An diesem christlichen Fest zählen andere Dinge. Zum Beispiel Nächstenliebe.

Ich habe selten eine Idee, wenn ich gefragt werde, was ich mir wünsche. Schenken macht mir Spaß, beschenkt werden nicht so. Es stimmt schon, Weihnachten ist ein guter Anlass, anderen eine Freude zu bereiten. Aber ich neige nicht zur Übertreibung. Seit einigen Jahren schenken wir uns in der Familie nur noch Kleinigkeiten. Als nette Geste.

Weihnachtsbäume sollen im Wald bleiben

Ich schmücke gar nicht. Wenn mir mal so richtig nach Weihnachten ist, dann zünde ich eine Kerze an. Mehr Deko gibt’s bei mir in der Wohnung nicht. Vor allem keinen Weihnachtsbaum. Leute, lasst die Tannenbäume doch bitte im Wald, wo sie hingehören! Ich finde es traurig, dass zigtausend Tannen in deutschen Wohnzimmern Nadeln weinen, um für ein wenig „O du Fröhliche“ nach zwei Wochen auf dem Müll zu landen.

Fabian hält nichts von abgeholzten Festtagstannen und sieht sie viel lieber im Wald, wo sie hingehören! | © iStock.com/Nadtochiy

Aus die Maus mit Fenster auf

Apropos Müll: Einen Adventskalender hatte ich das letzte Mal als Kind. Es ist doch so: Entweder die billige Schoki schmeckt sch**** oder das Gute daran ist das Gute darin. Dann kostet das hässliche Ungetüm allerdings viel zu viel. Wenn ich Lust auf etwas Süßes habe, kaufe ich es mir einfach so. Das snacke ich dann, ganz ohne an Türchen zu fummeln. Außerdem stehen die Verpackung und der dadurch produzierte Müll in keinem Verhältnis zum Inhalt.

Warum wollen immer alle auf den Weihnachtsmarkt?

Es ist einfach nur kalt da. Gefühlt 10.000 Menschen quetschen sich durch enge Gassen zwischen Buden mit komischem Kram, den sowieso niemand braucht. Was viele so toll am Glühwein finden, ist mir ein Rätsel. Weil der so gut knallt? Mit Freunden oder Arbeitskollegen heißt es: Jeder holt mal eine Runde mit Schuss, ist 50 Euro ärmer und hat ruckzuck die Lampen an. Das Problem: Hat man ohne zu kleckern einen Stehplatz erkämpft, ist der klebrige Becher zunächst kochend heiß und ganz schnell nur noch lauwarm – für mich kein Genuss. Auch wenn das Pfandkonzept an sich eine sinnvolle Sache ist und so weniger Abfall durch Einwegbecher produziert wird …

Ich beruhige mich jetzt mal wieder und höre „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea. Das ist der einzige Weihnachtssong, den ich wirklich mag und der jedes Jahr erfolgreich recycelt wird. Da trällert sogar der Grinch in mir.

Über #BeatYesterday-Autorin Marleen L.


Jeden Morgen schwingt sich Marleen auf ihr Hollandrad und fährt an der Alster entlang zur Arbeit. Im Sommer genießt die ehemalige Leichtathletin jede freie Minute an der frischen Luft, joggt mit Leidenschaft am Eilbekkanal oder träumt beim Stand Up Paddling vom Aktivurlaub am Meer. Auf den Mief im Fitti steht sie gar nicht, powert sich lieber regelmäßig beim Ganzkörper-Workout zu Hause aus. Ausgewogen und frisch zu kochen, ist für die 27-Jährige selbstverständlich. Fast Food? Ein No-go. Healthy Life: voll ihr Ding.

Über #BeatYesterday-Autor Fabian K.


Fabian kommt ursprünglich aus Frankfurt am Main und fühlt sich inzwischen rund um den Hamburger Stadtpark zu Hause. Für den 29-Jährigen kann es gar nicht sportlich genug zugehen. Der Judoka startet schon vor seinem Frühstück aus Overnight Oats, Hanfsamen, Leinöl und Obst mit Tabata oder Stretching in den Tag. Abends lässt er in der Muckibude oder im Dojo Dampf ab. Mehr Spaß als Laufen bereiten ihm Bouldern, Bergwandern im Allgäu und Cruisen mit dem Longboard. Sein Ziel: andere motivieren, fitter zu werden und gesünder zu leben!

Veröffent­lichungsdatum: 29.11.2018
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