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Ein Wohnwagen am Strand. Kann es etwas relaxteres geben? | © Lars Gebert

Trips mit Kids – nur noch mit Wohnmobil

Es gibt sie, die eine Lösung, die alle Familienmitglieder glücklich macht: der Wohnmobilurlaub. Autorin Wiebke reist mit ihrer Familie nur noch im Haus auf Rädern.

Ich bin Mutter von zwei kleinen Kindern (1 und 3 Jahre) und reise gern. Am allerliebsten reise ich an Strände, an denen keine Strandkörbe stehen, keine Promenade ist und möglichst kein Massentourismus herrscht. Denn mein Freund und ich sind leidenschaftliche Kiter. Seit wir nicht mehr nur zu zweit sind,  ist die Urlaubszeit noch die einzige Möglichkeit, einige Tage am Stück aufs Wasser zu kommen.

Aber Wind und raue Wetterbedingungen sind für Kleinkinder nicht gerade die Idealbedingungen, um zufrieden zu sein. Zwei Urlaubsvisionen prallen quasi aufeinander.

Es gibt sie, die eine Lösung – die alle Familienmitglieder glücklich macht!

Für uns als vierköpfige Familie steht mittlerweile fest: Wir leihen uns das Wohnmobil der Schwiegereltern aus und wohnen direkt am Strand.

Wir haben in der Vergangenheit schon einige Urlaube ausprobiert: Finca-Urlaub auf Mallorca, Hüttenurlaub in den Bergen, Kurztrip ins All-inclusive-Hotel – doch schnell wurde klar: Urlaub mit „Haus-Regeln“ ist nichts für uns! Meine Kinder sind unruhig und laut. Sie rutschen auf ihren Stühlen herum und kleckern alles voll. Für mein Empfinden gibt es nichts Unentspannteres, als die Kleinen ständig ermahnen zu müssen.

Und überhaupt – wie kommen wir selbst auf unsere Kosten? Es geht. Urlaub muss nicht zum Familieneklat führen. Der Wohnmobilurlaub bietet die besten Voraussetzungen für alle Familienmitglieder, in Frieden gemeinsame Zeit zu verbringen. Vorausgesetzt, du beachtest einige Regeln.

1. Die Kinder geben das Reisetempo vor

Das bedeutet keinesfalls, dass unsere Kinder mit uns machen können, was sie wollen. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ legen wir das Land fest, in dem wir im Idealfall ankommen möchten. Nicht aber das Tagesreiseziel. In der Regel fahren wir nie mehr als 2 Stunden am Stück mit dem Wohnmobil durch die Gegend. Wir passen genau die Schlafzeiten der Kinder ab, um diese 2 Stunden überhaupt zu schaffen. Denn beide Kinder sind keine guten Autofahrer. Für uns ist die beste Reisezeit nach dem Mittagessen. Der Einjährige schläft im Kindersitz gut und gerne 2 Stunden, die Dreijährige gibt sich mit einem Hörspiel zufrieden. In dieser Zeit schaffen wir „Strecke“.

Entspannt mit Kind in den Urlaub. | © Lars Gebert

2. Stellplätze aufsuchen – schöner steht man selten!

Für uns hat es sich bewährt, Stellplätze luxuriösen Campingplätzen vorzuziehen – direkte Strandlage ist uns am wichtigsten. Manche bieten sogar einen Stromanschluss an. Kein „Must-have“, aber wenn er da ist, nehmen wir den Luxus gerne an. Die meisten Stellplätze bieten Toiletten und eine Kaltwasserdusche unter freiem Himmel. Für uns reicht es, um glücklich zu sein.  Denn wir müssen keine Taschen packen, um an den Strand zu gehen. Sollte „Klein-Enno“ müde werden, wird er ins Bett gelegt, während der Rest der Familie am Strand buddelt. Sollte etwas vergessen worden sein, braucht unsere Tochter nur einige Schritte zum Wohnmobil gehen und ihre vergessene Habseligkeit rausholen.

Das „Heim am Strand“ bietet schnelle Reaktionszeit. Sobald Wind aufkommt, springt einer von uns direkt in seinen Neoprenanzug, um für ein Stündchen Wassersport zu betreiben. Herrlich! Da ist sie, die „Me Time“ – im Beisein der Familie.

Übrigens sind Stellplätze noch preisgünstiger als Campingplätze. Das schont die Urlaubskasse.

3. Gleichgesinnte treffen und sich verbünden

Ein weiterer Vorteil von Stellplätzen ist, dass du dort deinesgleichen triffst. Und das schafft ganz selbstverständlich Synergien! Jeder passt abwechselnd auf die Kinder auf, so dass jeder Zeit für sich hat. Auch die Kinder sind viel entspannter, wenn sie unter sich sein können. Eine „Win-win“-Situation für alle.

Zusätzlich zu den spontanen „Ferien-Freundschaften“ verabreden wir uns ganz gezielt mit Familien und Freunden aus der Heimat, die entweder auch Kinder im ähnlichen Alter haben oder einfach selbst Kiten und unsere Kinder mögen! Denn so sind entweder Spielgefährten (für Eltern und Kind) oder Babysitter vor Ort.

Aufgabenteilung: Während Autorin Wiebke sich gleich auf dem Wasser austoben darf, sind ihre Kids in sicherer Obhut. | © Lars Gebert

4. Camping ist Abenteuer – nicht nur für die Kinder!

Es gibt eigentlich keine größere Herausforderung als Campen: Abwaschen auf einem wackeligen Campingtisch, draußen Zähne putzen, duschen – nur wenn eine Dusche vorhanden ist, schlafen mit allen in einem Bett, jeden Tag Picknick – kurz: Alles, was zu Hause verboten ist, ist auf dem Wohnmobiltrip erlaubt und sogar erwünscht.

Unsere Kinder müssen im Alltag so vielen Regeln folgen und sich anpassen. Ich freue mich, ihnen zumindest während der Ferien mehr Freiheiten einräumen zu können. Gefühlt wächst ihr Selbstvertrauen während der Urlaubszeit. Am Anfang entfernt sich unsere Tochter maximal 5 Meter vom Wohnmobil und am Ende des Urlaubs müssen wir sie suchen gehen, da sie mit neu gewonnenen Freunden im Spiel vertieft ganz woanders gelandet ist. So soll es sein!

5. Pläne sind dazu da, um geändert zu werden

Ja, auch wir schmieden im Vorfeld Reisepläne. Wir bereiten unsere mögliche Route vor, überlegen, wen wir besuchen wollen, welche Stellplätze wir nutzen möchten. Und am Ende kommt doch meistens alles anders, als wir es uns gedacht haben.

Das ist das Schöne am mobilen Zuhause! Sollte das Wetter auf der angedachten Route schlecht sein, ändern wir unsere Pläne. Sollte sich spontan Besuch von Freunden ankündigen, bleiben wir spontan länger an einem Ort. Sollten wir unterwegs Tipps für kinderfreundliche Ausflüge bekommen, biegen wir eben ab. Pläne sind schön. Aber schöner sind die überraschenden Momente eines Urlaubs. Es sind gerade diese Erlebnisse, von denen wir noch lange erzählen.

Stellplatz mitten im Leben anderer

Es lohnt sich, neben den gängigen Stellplatzführern auch den Reise-und Genussführer „Landvergnügen“ zu scannen. Dort sind 585 Höfe in ganz Deutschland gelistet, die für eine Nacht Gastgeber sein wollen. So kann es ein Ziegenhof, eine Imkerei oder ein Weingut sein, auf dem ihr – meist sehr idyllisch – mit eurem Wohnmobil oder Bulli steht – Verköstigung der selbst hergestellten Produkte inklusive. Die Höfe werden mit viel Liebe privat geführt. Entsprechend herzlich ist die Gastfreundschaft. Du musst im Vorfeld nur den Landvergnügen-Katalog erwerben, der eine Jahresvignette beinhaltet. Mit dieser Vignette kannst du, nach kurzer Vorankündigung, auf diesen besonderen Stellplätzen einchecken. Via App kannst du dich auch spontan während deiner Tour leiten lassen. Meist landest du mitten in der Natur. Kinder sind sehr willkommen und lernen automatisch etwas über die Tierhaltung.

Die letzten drei Urlaube verbrachten wir in Dänemark, Schweden und Schleswig-Holstein. Dieses Jahr reisen wir nach Holland. Und vielleicht schaffen wir es im nächsten Jahr bis nach Sardinien. Das ist auf jeden Fall unser Ziel. Aber die Kinder geben das Tempo der Reise vor. Und so tasten wir uns langsam an den Süden heran.

In diesem Sinne: Euch allen eine gute Reisezeit!

© Chris Zielecki

Über #BeatYesterday-Autorin Wiebke Heygster


Wiebke Heygster arbeitet seit nun 20 Jahren im Medienbereich. Sie ist viel gereist, beruflich wie privat. Seit der Geburt ihrer beiden Kinder ist das Thema Nachhaltigkeit für Wiebke noch ein bisschen wichtiger geworden. Ihre persönliche Challenge ist, jeden Tag ein bisschen ökologischer zu leben und ihren Kindern eine saubere Umwelt zu hinterlassen. Sportlich ist das geborene „Küstenkind” entweder auf der Yogamatte oder am Strand beim Kitesurfen zu finden.

Veröffent­lichungsdatum: 09.08.2018
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