Work

Intrinsische Motivation: Durch inneren Antrieb zu mehr Leichtigkeit im Leben

Wir kennen ihn alle – den inneren Schweinehund. Doch was wäre, wenn du ihn mit Leichtigkeit überwinden könntest? Intrinsische Motivation hilft dir, von innen heraus anzutreiben – sei es beim Sport, Lernen oder der Arbeit.

Teilen
0

Intrinsische und extrinsische Motivation: Was ist der Unterschied?

Auf deine Hobbys wie Sport, Lesen oder Freunde treffen freust du dich. Leichtfüßig und motiviert gehst du an die Sache heran. Aber unangenehme Aufgaben wie die Steuererklärung, die Vorsorgeuntersuchung oder auch die Arbeit schiebst du vor dir her, bis du dich regelrecht dazu zwingen musst. Woran liegt das? Der Unterschied liegt in der Art der Motivation: intrinsisch oder extrinsisch.


Was ist intrinsische Motivation?

Intrinsische Motivation ist der Antrieb, der aus dir selbst heraus entsteht. Sie basiert auf dem inneren Wunsch, eine Tätigkeit auszuführen, weil sie dir Freude bereitet oder dich erfüllt – ohne äußeren Druck oder Belohnungen. Klassische Beispiele sind Hobbys: Niemand zahlt dir etwas dafür, wenn du in deiner Freizeit liest, in einem Sportverein spielst oder dich auf einen Halbmarathon vorbereitest. Die Begeisterung kommt aus dir heraus und treibt dich an.

Was ist extrinsische Motivation?

Extrinsische Motivation hingegen wird von äußeren Faktoren bestimmt. Sie basiert auf Belohnungen wie Geld, Anerkennung oder dem Vermeiden negativer Konsequenzen. Auch erlernte Bedürfnisse und Strukturen spielen eine Rolle: Du gehst zur Arbeit, weil es dir Sicherheit gibt. Ein weiteres Beispiel ist die Steuererklärung. Du erledigst sie letztlich, weil „es sich gehört“ und du mögliche Rückzahlungen nicht verpassen willst. Die Motivation kommt also von außen.

Die Grenze zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation ist oft fließend. Eine Tätigkeit wie die Steuererklärung empfinden manche als unangenehm. Andere sehen sie als Herausforderung oder haben Spaß daran, Ordnung zu schaffen. Motivation ist oft subjektiv und hängt von der persönlichen Perspektive ab.

Wichtig zu wissen: Beide Motivationsarten können nebeneinander bestehen und sich ergänzen. Beispielsweise kann jemand, der Freude an der Arbeit hat (intrinsische Motivation), gleichzeitig ein gutes Gehalt schätzen (extrinsische Motivation). Es ist also nicht sinnvoll, extrinsische Motivation grundsätzlich als weniger wertvoll zu betrachten – beide Arten können zusammenwirken, um Antrieb zu schaffen.

Welche Faktoren beeinflussen die intrinsische Motivation?

Stell dir vor, ein neuer Sport packt plötzlich dein Interesse. Was tust du? Du folgst dem Gefühl, beschäftigst dich mehr mit deinem neuen Lieblingsthema, meldest dich im Sportverein an und trainierst mehrmals die Woche. Du setzt dir Ziele und spürst, wie du in der Sache aufgehst. Das tut extrem gut!

Wer mit einer offenen Haltung durchs Leben geht, kann solche Impulse leichter empfangen. Es ist auch ein bisschen Typsache. Ehrliches Interesse und Freude an neuen Herausforderungen beeinflussen die intrinsische Motivation.

Auch das Gefühl von Autonomie spielt eine wichtige Rolle. Also die Freiheit, selbstbestimmt zu handeln. Das beginnt bereits im Kindesalter. Ab etwa drei Jahren durchlaufen wir die Autonomiephase. Wer hier lernt, dass autonomes Handeln gut ist, stärkt sich selbst und kann sich später leichter intrinsisch motivieren.

Natürlich spielen auch andere Faktoren wie Erziehung, Kultur und persönliche Erfahrungen eine Rolle, wenn es darum geht, wie ausgeprägt diese Fähigkeit im Erwachsenenalter ist.

Das Empfinden von Kompetenz ist ein weiterer Schlüssel. Wenn du dich in einer Tätigkeit gut fühlst, Fortschritte erlebst und Hürden überwindest, bleibst du eher am Ball. Erfolgserlebnisse fördern die Motivation nachhaltig.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die soziale Eingebundenheit. In einem unterstützenden Umfeld fühlst du dich stärker angespornt.

Wie kann man intrinsische Motivation fördern?

Intrinsische Motivation lässt sich nicht erzwingen. Du kannst jedoch Rahmenbedingungen schaffen, die sie begünstigen.

  • Ziele setzen: Klare und realistische Ziele motivieren enorm. Beim Sport kannst du dir kleine Etappen setzen, wie etwa zunächst 5 Kilometer ohne Pause zu laufen. Danach kannst du dich auf die nächste Herausforderung vorbereiten. Solche Zwischenziele machen Fortschritte sichtbar und halten die Motivation aufrecht.
  • Persönliches Interesse: Finde Tätigkeiten, die dir persönlich bedeutsam und interessant erscheinen. Hast du immer schon gerne gezeichnet? Dann probiere doch einen Malkurs aus, um deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Oder lies Bücher zu einem Thema, das dich fasziniert. Indem du Tätigkeiten wählst, die dir wirklich Spaß machen oder dich inspirieren, wird es dir leichter fallen, dranzubleiben.
  • Stärkendes Umfeld: Kritik hemmt Motivation. Ein unterstützendes Umfeld, das dich in deinem Handeln bestärkt, fördert dagegen Autonomie und Entscheidungsfreiheit. Verabrede dich mit Freunden, die ähnliche Interessen haben, wie etwa gemeinsames Kochen oder Fitness, um deine Motivation zu steigern.

Dabei ist es wichtig, die Balance zwischen äußeren Anreizen und der inneren Freude an einer Tätigkeit zu wahren. Zu viel externe Belohnung kann die intrinsische Motivation untergraben. Dieses Phänomen, bekannt als „Korrumpierungseffekt“, tritt auf, wenn äußere Anreize wie Geld oder Lob die eigentliche Freude an der Tätigkeit verdrängen. Deshalb sollte man äußere Anreize so gestalten, dass sie intrinsische Motivation unterstützen, statt sie zu verdrängen.

Intrinsische Motivation: So wichtig ist sie für deine persönliche Entwicklung

Intrinsische Motivation ist eine Schlüsselkraft. Besonders in Schule, Beruf und persönlicher Entwicklung unterstützt sie langfristige Erfolge. Wer aus eigenem Antrieb lernt oder arbeitet, ist kreativer und ausdauernder.

Schülerinnen und Schüler beispielsweise erzielen tiefere Lernfortschritte, wenn sie aus Interesse lernen und nicht nur aus Pflichtgefühl. Ein Negativbeispiel: Ein Kind malt im Kindergarten begeistert. Doch in der Schule, wo es „muss“ und benotet wird, verliert es plötzlich das Interesse. Was ist also passiert? Die intrinsische Motivation ist flöten gegangen.

Um das zu verhindern, ist es wichtig, immer wieder Anreize zu schaffen, die die intrinsische Motivation aufrechterhalten.

Am Arbeitsplatz sorgt intrinsische Motivation für mehr Engagement und bessere Ergebnisse. Auch in der persönlichen Weiterentwicklung – sei es beim Erlernen neuer Fähigkeiten oder sportlichen Herausforderungen – führt sie oft zu beständigeren Ergebnissen und einem größeren Gefühl der Erfüllung.

Intrinsische Motivation: Psychologische Theorien dahinter

Das Konzept der intrinsischen Motivation wird durch verschiedene psychologische Theorien untermauert. Eine der bekanntesten ist die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan. Sie betont, wie wichtig Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit sind, um Motivation von innen heraus zu fördern. Sind diese Grundbedürfnisse erfüllt, fühlen sich Menschen eher intrinsisch motiviert.

Neben der Selbstbestimmungstheorie liefert auch die Flow-Theorie von Mihály Csíkszentmihályi wertvolle Einblicke in die Mechanismen der intrinsischen Motivation. Sie beschreibt den Zustand, in dem du völlig in einer Tätigkeit aufgehst, getragen von Freude und Fokus. Menschen erleben diesen Flow-Zustand meist, wenn sie völlig in einer Tätigkeit aufgehen, die sie interessiert und fordert, aber nicht überfordert. Solche Momente entstehen häufig bei Tätigkeiten, die sie aus eigenem Antrieb verfolgen. Auch klare Ziele und unmittelbares Feedback sind entscheidend, um diesen Zustand zu erreichen.

Fazit: Intrinsische Motivation ist eine kraftvolle Energiequelle, die dich langfristig erfolgreicher, kreativer und zufriedener macht. Indem du die Grundlagen dieses inneren Antriebs verstehst und gezielt förderst, kannst du nicht nur deinen Alltag erleichtern, sondern auch deine Ziele mit mehr Freude und Ausdauer erreichen.

Auch Interessant

Optimiere dein Training und hole das Beste aus dir heraus

Ob Ironman, Marathon, 10 Kilometer joggen oder einfach nur ballern – die Uhren der Forerunner-Serie unterstützen dich dabei, deine Ziele zu erreichen. Kontrolliere dein Tempo mit der Pace. Optimiere dein Training gezielt und behalte deine Fitness immer im Blick.

Über diesen Artikel

Eva Gür

Autor:in:

Eva Gür

Eva ist seit über 12 Jahren als Journalistin und Redakteurin aktiv. Für Themen rund um …

Mehr Infos
Weitere Themen
Meinungen

Diskutiere über diesen Artikel und schreibe den ersten Kommentar:

Jetzt mitdiskutieren
Keine Kommentare

Diskutiere über diesen Artikel