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Der Fahrrad-Airbag wird wie ein Kragen um den Hals getragen und fällt nicht viel mehr auf als ein Schal. | © Julia Lindemalm

Fahrrad-Airbag: Ein unsichtbarer Helm sorgt für mehr Sicherheit

Der Fahrrad-Airbag des schwedischen Herstellers Hövding ist eine echte Alternative zum ungeliebten Fahrradhelm. Wir haben die Fakten für dich.

Du möchtest keinen Helm tragen?

Damit bist du nicht allein. Viele Radfahrer in Deutschland verzichten darauf – teils, weil sie sich damit nicht wohlfühlen, teils wohl auch, weil sie sich damit direkt mehr bedroht fühlen, wie Studien belegen: Wer glaubt, sich durch einen Helm schützen zu müssen, steigt deutlich weniger häufig aufs Rad als sonst, weil er es als gefährlicher empfindet. So weit, so schräg. Allerdings sollte man auch die gute alte Eitelkeit nicht unterschätzen. Wie viele Menschen finden, dass sie mit einem Fahrradhelm blöd aussehen, oder möchten nicht mit zerstörter Frisur im Büro ankommen? Das sollte zwar logisch gesehen kein Grund dafür sein, dass man ein potenziell lebensrettendes Hilfsmittel nicht trägt, aber der menschliche Geist lässt sich nun einmal nicht immer von der Logik diktieren.

Innovation aus Schweden

Der Fahrrad-Airbag von Hövding kann dieses Dilemma für dich auflösen: Zwei Studentinnen entwickelten das innovative Gadget, das wie ein Kragen um den Hals getragen wird und auch nicht viel mehr auffällt als ein Schal – es sei denn, du entscheidest dich für einen der zusätzlich erhältlichen, auswechselbaren Überzüge in schreienden Farben. In diesem Kragen steckt der Airbag aus ultra-reißfestem Nylon. Aufgeblasen wird er bei Bedarf durch den Kaltgasgenerator, der im Nacken des Kragens sitzt. Das verwendete Gas ist Helium. Der Fahrrad-Airbag bläst sich innerhalb von Sekundenbruchteilen auf und legt sich als schützende Haube über den ganzen Kopf. Er steht ein wenig über, um auch das Gesicht zu schützen, lässt aber das Sichtfeld frei. Der Airbag ist so konzipiert, dass er eine größere Schutzzone für den ganzen Kopf bietet als ein herkömmlicher Helm.

Woher weiß der Airbag, was ein Unfall ist?

In ausgedehnten Tests wurden immer und immer wieder Bewegungen während des Fahrens, eines Sturzes oder des Angefahrenwerdens aufgezeichnet. Daraus wurde ein Algorithmus entwickelt, der es dem Fahrrad-Airbag von Hövding erlaubt, sehr genau zwischen normalen Fahr-, Brems- und Absteigebewegungen und einer ernsten Gefahrensituation zu unterscheiden. Ein Sensor registriert 200-mal in der Sekunde die Bewegungen des Trägers, und sobald eine Unfallbewegung erfasst wird, öffnet sich der Airbag sofort. Aber tatsächlich auch nur dann – wenn du mit dem Kragen nicht exzessiv herumalberst oder artistische Faxen machst, öffnet er sich wirklich ausschließlich, um dich vor sehr ernsten Verletzungen zu bewahren.

Fällt kaum auf und ist bis zu achtmal sicherer als ein gewöhnlicher Fahrradhelm. | © Julia Lindemalm

Wie sicher ist das Gadget von Hövding?

Nach zahlreichen Tests hat sich herausgestellt, dass der Fahrrad-Airbag von Hövding bis zu achtmal sicherer ist als ein herkömmlicher Fahrradhelm. Die Gefahr von Schädelbrüchen eliminiert er fast vollständig. Dass der Airbag weicher ist und den Stoß beim Aufprall besser dämpft als ein normaler Helm, ist ein nicht unwesentlicher Vorteil. Außerdem stabilisiert er das Genick des Trägers. Der Kragen hat vom Schwedischen Technischen Forschungsinstitut die CE-Zertifizierung erhalten – die braucht er, damit er in Europa verkauft werden darf. Sie besagt, dass das Produkt die Mindestanforderungen der EU-Richtlinien für persönliche Schutzausrüstung erfüllt: Es ist sicher, komfortabel, bringt keine unnötigen Gefahren durch scharfe Kanten mit sich und widersteht Nässe, Kälte, Hitze und UV-Strahlung.

So benutzt du den Fahrrad-Airbag

Direkt, bevor du aufs Rad steigst, legst du dir den Kragen um. Er wiegt rund 700 Gramm. In der richtigen Größe ist er komfortabel zu tragen und schränkt dich in deinen Bewegungen nicht ein. Damit du ihn aktivieren kannst, musst du den Reißverschluss vorn am Hals ganz zuziehen. Dann schließt du auch noch den Druckknopf vorne. Er beginnt zu blinken, und der Airbag ist aktiviert. Sobald du vom Rad steigst, öffnest du den Druckknopf wieder und deaktivierst den potenziellen Lebensretter.

Das Gerät läuft mit Akkus. Neigt sich die Energie darin dem Ende, gibt es akustische und optische Hinweise, dass du die Akkus wieder aufladen solltest. Das machst du über das mitgelieferte USB-Kabel. Mit einer Ladung soll der Airbag gut neun Stunden lang halten.

Wo ist der Haken?

Bisher klingt alles positiv, doch nun kommt der Wermutstropfen: Der Fahrrad-Airbag ist nicht ganz günstig. 299 Euro kostet das gute Stück. Tatsächlich hat er zuerst sogar noch 100 Euro mehr gekostet, aber nach den ersten Erfolgen hat Hövding den Preis reduzieren können. Dennoch ist der Airbag deutlich teurer als ein herkömmlicher Fahrradhelm. Genau wie dieser ist er auch nach einem Unfall nicht wiederverwendbar. Du kannst ihn allerdings an den Hersteller schicken, wenn der Airbag bei einem Unfall ausgelöst wurde: Er zeichnet Daten über den Unfallhergang auf, und diese können die Fachleute bei Hövding zur Optimierung ihres Geräts verwenden. Du bekommst dafür bei der Bestellung des nächsten Modells einen Preisnachlass von 50 Prozent. Immerhin etwas.

Gibt es andere Alternativen zum Fahrradhelm?

Ein herkömmlicher Helm kommt für dich nicht unbedingt infrage, aber beim Preis für den Hövding-Airbag hast du kräftig geschluckt? Vielleicht ist dann der Hut-Fahrradhelm für dich geeignet. Diesem Modell sieht man den Helm nicht an – er wirkt täuschend echt wie ein stylisher Herren- oder Damenhut. Kommt es allerdings zu einem Unfall, schützt dich das robuste Material zuverlässig vor Kopfverletzungen. Wiederverwendbar ist aber auch dieses Modell nicht. Hat dich der Hut-Helm einmal gerettet, musst du ihn auch gegen einen neuen austauschen. Preislich bewegen sich die Modelle verschiedener Hersteller etwa zwischen 90 und 115 Euro.

Stört es dich vor allem, dass du den unhandlichen Helm den ganzen Tag mit dir herumschleppen musst, könnte auch der faltbare Helm eine passende Alternative für dich sein. Es gibt ihn in mehreren verschiedenen Ausführungen. Ihnen allen ist gemein, dass sie sich auf ein Drittel ihrer Größe zusammenfalten und in Taschen oder Rücksäcken verwahren lassen. So baumelt dir der Helm zumindest nicht die ganze Zeit am Handgelenk. Für einen faltbaren Fahrradhelm werden je nach Modell etwa 70 bis 150 Euro fällig.

Veröffent­lichungsdatum: 12.03.2018
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