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So schlimm ist Schnupfen für Männer wirklich

Vorbei die Zeit, in der sich Frauen über kranke Männer lustig machen durften. Sie leiden wirklich: Männerschnupfen ist kein Mythos, sondern eine ernste Sache.

Blutergüsse beim Kite-Surfen? Gehören dazu. Mit dem Mountainbike überschlagen? Eben dumm gelaufen. Erfrierungen beim Bergsteigen? Kann passieren. Was sie nicht umbringt, macht sie härter. Doch wehe, sie sind krank! Dann verwandeln sich die härtesten Kerle in wahre Muttersöhnchen. Klettert die Körpertemperatur auf mehr als 37 Grad, leiden die Herren der Schöpfung mit Leidenschaft. Und schaffen es, einen harmlosen Schnupfen in eine Qual homerischen Ausmaßes zu verwandeln.Grundlos und völlig übertrieben – davon waren zumindest wir Frauen lange überzeugt. Doch jetzt ist Schluss mit dem (natürlich nur liebevoll gemeinten) Schmunzeln angesichts des leidenden Mannes.

Männern fehlt es an Östrogen

Denn endlich machten sich Forscher auf, uns eines Besseren zu belehren. Ausgerechnet eine Frau trat den Beweis an, dass das starke Geschlecht alles ist – nur eben nicht wehleidig. Nein, Männerschnupfen sei kein Mythos, stellte das Team um Beatrix Grubeck-Loebenstein von der Universität Innsbruck fest. Männer erkranken tatsächlich häufiger und vor allem schwerer an Infekten als Frauen. Der Grund dafür: Ihnen fehlt es schlicht an Östrogen. Dieses weibliche Hormon beeinflusst die Virenlast im Körper und wie unser Immunsystem darauf reagiert. Und da wir Frauen davon deutlich mehr haben, sind wir besser gegen Infektionskrankheiten gewappnet.

Sie entwickeln weniger Antikörper

Und es kommt noch härter für die Männer: Nach Grippeimpfungen, so stellten es Forscher der renommierten kalifornischen Stanford Universität fest, entwickelten Frauen deutlich mehr Antikörper als Männer. Man mag es kurios finden, aber es gilt tatsächlich: Je höher der Testosteron-Spiegel, desto weniger Antikörper. Der lange als wehleidig belächelte Mann – plötzlich erscheint er als das Opfer seiner fehlenden Hormone.

Weibliche Zellen sind aktiver im Kampf gegen Erreger

Mächtig auf Trab gebracht wird das weibliche Immunsystem offenbar durch das doppelte X-Chromosom, von bestimmten Genen haben wir also zwei Mal so viel in unseren Zellen. Man muss kein Rechenkünstler oder Biologe sein, um sich vorzustellen, was das bedeutet – bei rund 1.000 Genen, die unser Immunsystem beeinflussen. Die weiblichen Zellen können einfach viel aktiver die Krankheitserreger bekämpfen.

© iStock.com/September15

Das weibliche Immunsystem reagiert schneller über

Doch – wie bei so vielen Dingen im Leben – hat auch das eine Kehrseite: Das schwächere Immunsystem (also das der Männer) reagiert auch nicht so schnell über. Das bedeutet für uns Frauen, dass wir deutlich häufiger unter Autoimmun-Erkrankungen leiden. So haben Frauen etwa dreimal so häufig rheumatoide Arthrose, doppelt so oft multiple Sklerose und auch die Hashimoto-Patienten sind zu 80 Prozent weiblich.

Egal, ob Mann oder Frau – so schützt du dich vor Erkältungen

Doch letztendlich gilt: Wie gut unser Immunsystem uns schützt, das hängt letztendlich von vielen Faktoren ab – vom Alter, der Ernährung, Alkohol, Sport, ob wir Stress haben, wie wir schlafen…

Deshalb gilt – gerade jetzt in der Erkältungszeit – völlig unabhängig vom Geschlecht:

  • Regelmäßig die Hände waschen! Damit kannst du vermeiden, dass die Erreger über die Hände in die Schleimhäute von Mund, Augen oder Nase gelangen.
  • Ausgewogen essen! Unser Immunsystem braucht Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Also: Jetzt sollte viel Gemüse und Obst auf deinem Speiseplan stehen.
  • Ausreichender Schlaf ist wichtig! In der Nacht kann der Körper regenerieren, das stärkt das Immunsystem. Umgekehrt wird es geschwächt.
  • Wechselduschen und Saunagänge härten durch den Temperaturwechsel ab und kurbeln das Immunsystem an. Allerdings: Wenn du bereits erkältet bist, ist die Sauna tabu.
  • Dauerhafter Stress schwächt das Immunsystem. Versuch also immer wieder Entspannungspausen in deinen Alltag einzubauen.
  • Frische Luft ist gut – für den ganzen Körper. Denn über UV-Strahlung kann unser Körper Vitamin D erzeugen. Und das ist wichtig für ein starkes Immunsystem. Also: Scheint die Sonne auch an kalten Tagen, nichts wie raus.
  • Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus – deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu lüften.
  • Regelmäßiger Sport stärkt die Abwehr – allerdings sollte das Training nicht zu anstrengend sein, sonst erreichst du das Gegenteil.

Bruntje Thielke

Über Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (44, verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.

Veröffent­lichungsdatum: 10.11.2017
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