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Bei Bühl vor der Kulisse des Schwarzwaldes. | © Wolfgang Witkop

5 Radtouren im Nordschwarzwald und in der Rheinebene

Schwarzwald und Rheintal sind attraktive Tourengebiete: mal steil, mal flach, landschaftlich abwechslungsreich und immer mit bester Infrastruktur – 5 Touren-Tipps!

Der Schwarzwald und die Rheinebene sind zwei Radreviere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und das nicht nur wegen der andersgearteten Topografie: Im Schwarzwald kannst du aus der Ebene über 1.000 Höhenmeter am Stück fahren – das entspricht einem ausgewachsenen Alpenpass, und ist im Schnitt nicht weniger steil. Das Rheintal nebenan ist hingegen flach.

„Waldautobahn“ im Schwarzwald

Im Schwarzwald gibt es gute Ausweichmöglichkeiten, um die mitunter stark befahrenen Straßen zu meiden. Über weite Strecken kannst du die breiten und ruhigen Waldwege – auch „Waldautobahnen“ genannt – nutzen. Diese Forstwege sind gut befahrbar, manchmal wird es, abhängig von der Federung und der Reifenbreite, allerdings aufgrund von größeren Unebenheiten unangenehm.

Radwege und Wirtschaftsstraßen in der Rheinebene

Auch das Rheingebiet bietet für Radler Alternativen zur Straße: Entweder gibt es einen Radweg oder für die Region typische Wirtschaftsstraßen, die meist parallel verlaufen. Sie stehen der eigentlichen Straße qualitativ in nichts nach, können allerdings besonders zur Erntezeit verschmutzt sein.

Anstiegsniveau – für jeden etwas dabei

Zwischen der Rheinebene und dem eigentlichen Schwarzwald liegen Vorhügel, an deren Hängen vor allem Obst angebaut wird. Sie bilden eine liebliche Landschaft, die mit moderaten Steigungen auch denjenigen Ausblicke bietet, die sich scheuen, in den bergigen Schwarzwald hochzufahren. Und möchtest du schon in der Rheinebene etwas mehr Anstieg, dann biegst du einfach in die Weinberge ab.

Die Hornisgrinde ist der höchste Berg des Nordschwarzwaldes und bietet eine großartige Aussicht. | © Wolfgang Witkop

An Flüssen entlang tief in den Wald

Neben Neckar und Donau, deren Quelle im Südschwarzwald liegt, entspringen auch drei weitere Flüsse im Norden. Die Flüsse Nagold, Murg und Kinzig haben ihren Ursprung in der Nähe von Freudenstadt und sind daher für eine Schwarzwalddurchquerung kombinierbar. Die Strecken ermöglichen dir als Tourenfahrer, ohne übermäßige Anstrengung, tief in den Schwarzwald einzudringen – besonders dann, wenn du mit der Bahn in die Nähe Quelle fährst und von dort aus startest. Der Nagoldtalradweg führt nordöstlich nach Pforzheim. Der Murgtalradweg verläuft nördlich nach Rastatt, und der Kinzigtalradweg bringt dich als Radfahrer nach einem südlichen Bogen ins westlich gelegene Offenburg. Auch wenn du flussabwärts fährst, wird es anstrengend, dafür sorgen Gegenanstiege und teilweise schlechte Oberflächen; rennradgeeignet sind diese Strecken nicht.

Fahrradtourismus im Schwarzwald

Der Tourismus im Schwarzwald Radfahrer in allen Varianten längst entdeckt und unterbreitet dir ein breit gefächertes Tourenangebot. Alle Strecken gibt es auch zum Runterladen für Navigationsgeräte. Weitere Informationen findest du auf den Webseiten der Regionen und Gemeinden, wie der von Ortenau oder Freudenstadt.

Fünf Touren-Ideen:

1. Bühl – Kehl – Bühl

Diese Strecke ist gut zu fahren und führt entlang der Rheinauen durch die Rheinebene. Ein Abstecher nach Frankreich ist leicht möglich, am besten mit der kostenlosen Fähre zwischen Greffern und Drusenheim oder von Kehl nach Straßburg. Eine Alternative, wenigstens für einen Teil der Strecke, wäre der geschotterte Rheindamm. Sehenswürdigkeiten sind das Münster in Schwarzach sowie die Königseiche Muckenschopf.

Karte/Route:

Die Strecke führt entlang der Rheinauen durch die Rheinebene. | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA Legende

2. Offenburg – Sasbachwalden – Bühl – Steinbach - Offenburg

Diese Tour führt durch die ersten bergigen Anstiege des Schwarzwaldes. Die Steigungen sind nie sehr lang, aber zum Teil steil, besonders in den Weinanbauzonen. Die Strecke bietet schöne Ausblicke in die Rheinebene. Neben der malerischen, vom Obstanbau geprägten Landschaft, passierst du auch immer wieder reizende Ortschaften. Die Fahrt auf den Wirtschaftswegen in der Gegenrichtung entlang der (alten) B3 ist unproblematisch. Du kannst es rollen lassen.

Karte/Route:

Die Tour führt durch die ersten bergigen Anstiege des Schwarzwaldes. | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA Legende

3. Bühl – Hornisgrinde - Bühl

Bist du in der Region und scheust die Anstrengung nicht, solltest du auf die Hornisgrinde fahren. Es ist der höchste Berg (1163 Meter) des Nordschwarzwaldes. Es handelt es sich um einen lang gestreckten Bergrücken, auf dem sich ein Hochmoor befindet. Die Aussicht ist großartig, erst recht, wenn du den Hornisgrindeturm besteigst. Außerdem bietet sich ein Spaziergang auf den Bohlenwegen durch die baumlose Flora an. Die Hornisgrinde ist der einzige Nationalpark-Berg in Baden-Württemberg. Rund 100 Meter unter dem Gipfelplateau liegt der romantisch anmutende Mummelsee. Weniger romantisch ist allerdings, dass er eines der meistbesuchten Touristenziele im Nordschwarzwald ist. Verpflegungsgelegenheiten und Andenken-Shops gibt es in großer Anzahl. Diese Tour ist nicht unbedingt rennradgeeignet, aber ein MTB braucht man auch nicht.

Karte/Route:

Die Tour auf die Hornisgrinde ist nicht unbedingt rennradgeeignet. | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA Legende

4. Baden-Baden – Gernsbach – Enzklösterle – Achern

Die Tour ist anstrengend, und du solltest zwei Tage einplanen, da viele Höhepunkte des nördlichen Schwarzwalds angefahren werden, etwa das Kaltenbronner Hochmoor oder der Aussichtsgipfel Teufelsmühle. Landschaftlich herausragend – und trotz Asphalt streckenweise autofrei – sind das Schönmünzach- und das Langenbachtal. Ein Tourenrad ist völlig ausreichend. Zwischen Baden-Baden und Gernsbach liegt eine erhebliche Steigung. Möchtest du darauf, und damit auf die interessante Durchfahrt durch die Kurstadt verzichten, so kannst du auch in Rastatt starten und den moderat ansteigenden Kinzigtalradweg für die Anfahrt nach Gernsbach nutzen. Auch das wird mit einer sehenswerten Altstadt belohnt.

Karte/Route:

Die Tour ist anstrengend, und du solltest zwei Tage einplanen. | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA Legende

5. Bühl – Freudenstadt – St. Georgen – Offenburg

Eine typische Rennradstrecke, die fast nur über Straßen, hauptsächlich Bundesstraßen, führt. Lediglich im Abschnitt durch das flache Kinzigtal verläuft ein Flussradweg. Vorzugsweise solltest du in Bühl starten, da die Schwarzwaldhochstraße (B500) breiter ist als die B33 zwischen St. Georgen und Hausach; dort ist es besser, mit dem Verkehr abwärts zu fahren. Wer flexibel ist, sollte unter der Woche fahren, da der Verkehr dann deutlich geringer ist. Du kannst die Tour abkürzen, indem du einen der vielen Bahnhöfe zwischen St. Georgen und Offenburg ansteuerst. Flacher wird es in Hausach, das Tal ist dort auch weiter; danach gibt es nicht mehr viel, das du verpassen könntest.

Karte/Route:

Eine typische Rennradstrecke, die fast nur über Straßen führt. | HikeBikeMap.org © OpenStreetMap & contributors, CC-BY-SA Legende

© Wolfgang Witkopf

Über #BeatYesterday-Autor Wolfgang Witkop


Wolfgang Witkop, Volkswirt und Anglist, hat früher Fußball gespielt, bis ein Kreuzbandriss ihn vor die Entscheidung stellte: gar kein Sport oder Radfahren. Seitdem hat er mehr als 300.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, im Alltag und auf Reisen. Auf #BeatYesterday teilt er gerne seine Erfahrungen und gibt nützliche Tipps.

Veröffent­lichungsdatum: 24.08.2018
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