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Wohin für den schnellen Trip übers Wochenende? Wir haben drei tolle Routen für dich zusammengestellt. | © Christian Moeller

3 Wochenendtrips mit dem Rad

Raus aus der Großstadt, rein ins Vergnügen. So kannst du ganz schnell dem Stress der Metropole entkommen und ein Wochenende auf dem Bike genießen. Los geht's.

Ostseeradweg zum Beispiel ab Berlin

Das Berliner Umland hat fast jeder Biker der Hauptstadt schon ausgiebig erkundet. Wohin also für den schnellen Trip übers Wochenende? Der Ostseeradweg muss keine tagelange Tour werden; wenn man sich den richtigen Abschnitt aussucht, kann man an einem Wochenende viel erleben und Erholung tanken.

In rund dreieinhalb Stunden ist man mit dem Zug vom Berliner Hauptbahnhof in Rostock-Warnemünde. Dort gibt es zahlreiche Hotels und Pensionen und eine sehr empfehlenswerte Jugendherberge direkt am Strand. Wer früh genug in Berlin loskommt, hat am Ostseestrand noch genügend Zeit für ein Abendessen mit frischem Fisch.

Am nächsten Morgen geht es aufs Rad und ab Richtung Osten. Mit der Fähre wird der kleine Fluss Warnow gequert. Zunächst durch die Rostocker Heide führt der Radweg immer am Strand der Ostsee entlang. Vorbei am Ostseebad Graal-Müritz geht es dann auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Absoluter Tipp für die Übernachtung: der Zeltplatz in den Dünen in Prerow. Die abendliche Dusche kann man sich sparen, wenn es vom Zelt nur ein paar Meter in die kühle Ostsee sind. Aber: Gerade in den Ferienmonaten sollte man unbedingt vorher auf dem Zeltplatz buchen. Manchmal ist nicht einmal mehr Platz für ein Zweimannzelt.

Einer der Geheimtipps für Radfahrer - einsam und naturbelassen: der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. | © Christian Moeller
Wer im Nationalpark zur richtigen Jahreszeit unterwegs ist, kann zehntausende Kraniche bei der Rast beobachten. | © iStock.com/TT

Tags darauf geht die Tour weiter entlang der Ostsee bis Zingst, um dann hart nach Süden über die Brücke nach Barth abzubiegen. Der Hafen der kleinen Stadt bietet sich für ein zweites Frühstück an. Ab dort folgt man einfach der Beschilderung des Radweges nach Stralsund, um tief in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft einzutauchen. Einer der Geheimtipps für Radfahrer. Einsam, naturbelassen und trotzdem ein hervorragender Radweg. Seevögel, wie sie an anderen Orten kaum noch anzutreffen sind. Und wer zur richtigen Jahreszeit unterwegs ist, kann zehntausende Kraniche bei der Rast beobachten. Das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf bietet jede Menge Infos rund um die Vögel des Glücks.

Dann ist es nur noch ein Katzensprung bis in die Hansestadt Stralsund, deren Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) einen Besuch lohnt. Von Stralsund aus ist die Bahn wieder in knapp drei Stunden in Berlin.

Allgemein
  • Gesamtlänge der Strecke: 136 Kilometer
  • Dafür braucht man: 1–2 Tage
  • Geeignet für: alle Fahrräder, breitere Reifen sind aber in der Rostocker Heide empfehlenswert
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Mehr Informationen: www.radreise-wiki.de

Fahr doch nach Hause – elbabwärts nach Hamburg

Einen Hamburger an die Elbe zu schicken erscheint zunächst wenig sinnvoll. Aber der Fluss hat mehr zu bieten als Strandperle, Landungsbrücken und Hafen. Warum also nicht mal an einem anderen Elbort starten und von dort einfach nach Hause fahren? In weniger als 90 Minuten ist der Regionalexpress in Bad Wilsnack in Brandenburg. Das liegt zwar nicht an der Elbe, hat aber einen Bahnhof und ist nur ein kleines Stück vom großen Fluss entfernt. Mit dem Rad von Bad Wilsnack nach Havelberg sind es gerade mal 20 Kilometer. Dafür ist der Zusammenfluss von Havel und Elbe ein großartiges Naturerlebnis. Und der Hamburger wird sich wundern: Auch Havelberg ist Hansestadt.

Ob man dann ein erfrischendes Bad in der Havel am Abend oder erst am nächsten Morgen nimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Tags darauf geht es elbabwärts. Der Radweg ist einwandfrei. Wenn Ortschaften passiert werden, muss man gelegentlich schon beinhartes Kopfsteinpflaster unter dem Sattel ertragen. Das sind aber nur kurze Abschnitte. Vorbei an Wittenberge immer am östlichen Ufer der Elbe entlang kommt schon bald Dömitz in Sicht.

Am Elbufer lässt es sich schön und entspannt radeln. | © iStock.com/rpeters86

Eine in den letzten Kriegstagen gesprengte Eisenbahnbrücke ragt halb in den Fluss hinein und macht deutlich, dass hier über 40 Jahre die innerdeutsche Grenze war. In Dömitz bietet sich ein Kaffee im Panorama-Café am Hafen an. Nirgends hat man einen so phantastischen Ausblick auf die Flusslandschaft wie von dort. Wer will, kann in Dömitz bleiben. Ansonsten geht es weiter entlang der Elbe. Am Rande des Radweges gibt es aber etliche Bed-and-Breakfast-Gelegenheiten. Im Sattel muss hier niemand schlafen.

Am nächsten Tag folgen die Elbtalauen zwischen Hitzacker und Lauenburg. Steht der Wind günstig, können da richtig Kilometer gemacht werden. Und Hamburg kommt näher. Spätestens bei Lauenburg sollte man ans linke Elbufer wechseln, wenn man nicht auf Gewerbegebiete und Kraftwerke steht. Spätestens bei Lütjenburg dann aber wieder mit der Fähre über den Fluss und schon ist man am südlichsten Punkt Hamburgs. Der Rest ist wie die Schlussetappe der Tour de France. Gemütliches Ausradeln bis vor die eigene Haustür.

Allgemein
  • Gesamtlänge der Strecke: 199 Kilometer
  • Dafür braucht man: 2 Tage
  • Geeignet für: fast alle Fahrräder, das Rennrad ist auf den Kopfsteinpflasterstrecken nicht ideal
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, wegen ziemlich sicherem Gegenwind
  • Mehr Informationen: www.radreise-wiki.de

Ab München durch das Herz Bayerns

Eine kürzere Anreise geht kaum. 32 Minuten benötigt der IC vom Münchner Hauptbahnhof nach Augsburg. Da kann man schon am Freitagnachmittag ein paar Kilometer ab Augsburg auf der „Romantischen Straße“ runterreißen. Immer in Richtung Berge, aber nicht weiter. Füssen heißt das Ziel. In Augsburg angekommen, kann man sich natürlich ausführlich die Stadt anschauen und in Jahrtausende alte Geschichte eintauchen. Aber das wäre dann eher für den kurzen Städtetrip zu empfehlen.

Mit dem Rad sollte man sich eher darauf konzentrieren, den etwas komplizierten Weg aus der Stadt heraus zu finden. Am besten gleich auf die rechte Seite des Lech wechseln und über Hochzoll die Stadt verlassen. So umgeht man eine unangenehme Bundesstraße. Aber bald geht es schon wieder ans andere Ufer. Flussüberquerungen werden auf den ersten Kilometern schnell Routine.

Lech bei Füssen - durch das Herz Bayerns mit dem Rad: aktive Erholung pur. | © iStock.com/Nemo1963

Nach gemütlichem Einradeln ist Landsberg am Lech schnell erreicht. Und schon geht es in das Alpenvorland – das Herz Bayerns. Vor allem im Frühjahr und im Spätsommer bietet die Natur hier eindrucksvolle Bilder. Doch auch in anderen Jahreszeiten hat die Route so einiges zu bieten. Die zahlreichen Kirchen und Klöster am Weg ziehen jedes Jahr Touristen aus aller Welt an. Doch auch wer weniger an kulturellen Highlights interessiert ist, kommt bei den vielen Einkehrmöglichkeiten auf seine Kosten. Die sind dann auch willkommene Pausenplätze nach der einen oder anderen knackigen Steigung.

Vorbei an einer der berühmtesten Kirchen Bayerns, der Wies, ist schnell der Bannwaldsee erreicht. Je nach Jahreszeit und Wassertemperatur bietet sich hier noch einmal eine Rast an der Badestelle an. Die restlichen paar Kilometer nach Füssen sind dann kein Problem mehr. Und von dort ist man in weniger als drei Stunden mit der Bahn wieder in München.

Allgemein
  • Gesamtlänge der Strecke: 142 Kilometer
  • Dafür braucht man: 2 Tage
  • Geeignet für: alle Fahrräder
  • Schwierigkeitsgrad: mittel, weil mit knackigen Steigungen zu rechnen ist
  • Mehr Informationen: www.romantischestrasse.de

Christian Moeller
© Christian Moeller

Über #BeatYesterday-Autor Christian Moeller


„Egal wo du hingehst – du nimmst dich immer selbst mit.“ Die steilen Alpenüberquerungen zu Fuß, die brütend heißen Jakobswege durch Andalusien oder die Weite der ungarischen Puszta auf dem Rad empfindet Christian Moeller nicht als Fluchten. Mit sich selbst im Reinen und auf sich selbst gestellt sein, dazu muss er nicht in exotische Länder fahren und sich mit tropischen Krankheiten rumschlagen. Diese Erfahrungen kann der 52-jährige Weitwanderer und –radler vor der eigenen mecklenburgischen Haustür machen: „Das Abenteuer bist du selbst!“

Veröffent­lichungsdatum: 09.07.2018
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