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Runner's High: So entsteht das sagenumwobene Läuferhoch

Viele Läufer kennen das Glücksgefühl, das sich während eines Laufs einstellen kann. Wissenschaftler sind nun der Frage auf den Grund gegangen, wie es zum "Runner's High" kommt!

Definition: Bedeutung des Runner‘s High

Der englische Begriff Runner’s High bezeichnet einen rauschähnlichen Zustand, den viele Läufer während ihres Trainings erreichen. Das euphorische Gefühl von Glück und Schmerzfreiheit tritt nach etwa einer Stunde bis eineinhalb Stunden ein. Nach dieser Zeitspanne kommen die meisten Sportler für gewöhnlich zunächst an den Punkt, an dem sie glauben, ihnen fehle die Kraft zum Weiterlaufen. Jetzt setzt das Hochgefühl ein. Dann funktioniert das Laufen scheinbar mühelos und ganz von allein, schmerzende Muskeln nimmt der Sportler kaum noch wahr und ihn durchströmt ein warmes Glücksgefühl. In diesem Moment durchlebt der Läufer sein persönliches Runner’s High.

Auch bei einigen anderen Sportarten ist das Phänomen bekannt: Unter anderen beim Fußball und beim Basketball. Hier wird es allerdings nicht als Runner’s High, sondern als Flow bezeichnet. Vollständig entschlüsselt sind die Ursachen des Runner’s High bisher noch nicht. Es gibt allerdings verschiedene Thesen, die die Euphorie beim Laufen versuchen zu erklären.

Theorien für die Ursachen des Läuferhochs

Eine weit verbreitete Theorie zu den Ursachen des Runner’s High macht ein morphinähnliches Glückshormon für das Läuferhoch verantwortlich: Endorphin. Dieses schüttet der Körper in dem Moment vermehrt aus, in dem der Sportler seine Leistungsgrenze und damit auch seine Schmerzgrenze erreicht und überschritten hat. Diese Reaktion auf die extreme körperliche Belastung dient dem Organismus als Selbstschutz. Endorphine heben nämlich nicht nur die Stimmung, sie fungieren auch als körpereigene Schmerzstiller.

Auch ein weiterer wissenschaftlicher Ansatz erklärt, weshalb das Laufen nach dem Überschreiten der persönlichen Leistungsgrenze plötzlich wieder mühelos funktioniert. Diese Theorie nimmt an, dass das Gehirn bei der langandauernden hohen Belastung nicht mehr ausreichend Sauerstoff zur Verfügung hat. Infolgedessen schaltet es Hirnareale, die es zurzeit nicht unbedingt benötigt, in den Ruhemodus, um so Energie und wertvollen Sauerstoff einzusparen. Die Wahl fällt in diesem Fall auf einen speziellen Teil der Großhirnrinde, in dem höhere kognitive Prozesse wie das Lernen, das Vergleichen, das Planen und das Problemlösen stattfinden: den präfrontalen Cortex. Demnach laufen die komplexeren geistigen Vorgänge beim Runner’s High auf Sparflamme. Das würde erklären, weshalb das Laufen nach dem Überschreiten des toten Punktes plötzlich wieder so leicht fällt. Denn: Schweigen die Gedanken und der Kopf ist leer, tritt ein rauschähnlicher Zustand ein. Die Füße laufen nun scheinbar automatisch.

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Wissenschaftlicher Versuch belegt Endorphin-Theorie

Für die Endorphin-Theorie spricht ein Versuch einer Forschergruppe aus Neurologen, Anästhesisten und Nuklearmedizinern der Universität Bonn und der Technischen Universität München. Sie erprobten an zehn Langstreckenläufern, wie viel Endorphin sich im Gehirn festsetzt und ob die Menge für den Glücksrausch ausreicht. Dafür verabreichten sie den Probanden die radioaktive Substanz Diprenorphin, die sich im Gehirn an den Rezeptoren der Nervenzellen andockt, an denen sich auch Endorphine festsetzen – beide Substanzen konkurrieren also um dieselben Andockstationen. Die Konzentration der Stoffe konnte sie durch ein bildgebendes, medizinisches Gerät am Computerbildschirm sichtbar machen. Dann kontrollierten die Wissenschaftler die Diprenorphinmenge im Gehirn der Sportler vor und nach einem zweistündigen Lauf. Dabei stellten sie fest, dass sich die Konzentration nach dem Lauf erheblich verringert hatte – auch in dem Bereich des Gehirns, das für die Unterdrückung des Schmerzgefühls mitverantwortlich ist. Daraus schlossen sie, dass Endorphine den Platz des radioaktiven Stoffes im Gehirn eingenommen hatten. Das Ergebnis legt nahe, dass eine erhöhte Ausschüttung von Endorphinen ganz offensichtlich mitverantwortlich für das Runner’s High bei Langstreckenläufern ist.

Persönliche Erfahrungen mit dem Glücksgefühl

Freizeitsportler Sebastian hat das Runner’s High schon zweimal während seiner Halbmarathondistanzen im Training erlebt: „Es ist ein berauschendes Gefühl des mühelosen Laufens, wobei der Kopf vollkommen frei von Gedanken ist. Du läufst sprichwörtlich wie von selbst, befindest dich im Hier und Jetzt und genießt jeden Moment des Aktivseins. Mein Lauf war in diesem euphorischen Zustand einfach nicht mehr anstrengend. Dass es sich um ein Runner’s High gehandelt hat, habe ich erst kurz vor Schluss, beziehungswiese hinterher realisiert. Sehr schade, dass dieses Glücksgefühl nicht permanent existiert. Wahrscheinlich würde es dann jedoch auch seinen Reiz verlieren und zur Selbstverständlichkeit avancieren. So ist und bleibt es etwas Besonderes, ein Runner’s High eben.“

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Anfänger sollten sich auf der Suche nach dem Flow nicht zu Fehlern verleiten lassen

Da das Runner’s High einerseits von vielen Läufern als erstrebenswerter Zustand empfunden wird, es andererseits aber immer im Zusammenhang mit den körperlichen Leistungsgrenzen steht, sollten Anfänger nicht „auf Teufel komm raus“ dem Erlebnis hinterherjagen. Sich mit zu langen Einheiten zu überfordern, ist ein häufiger Fehler beim Einstieg ins Training. Zu Beginn ist es ganz normal, dass man daher diesen Zustand nicht erreicht. Das Laufprogramm sollte schließlich immer im Kontext eines vernünftigen Trainingsplans stehen. Bei uns findest du auch Tipps, um mit dem Laufen anzufangen oder für konkrete Zielstellungen wie etwa einen Halbmarathon.

Der Glückskick ist übrigens nur ein guter Grund für’s Laufen: Hier liest du 5 Gründe, warum du jetzt mit dem Joggen anfangen solltest!

Veröffent­lichungsdatum: 19.09.2016
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20.11.2018

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