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Intuitives Essen: Der Griff zu gesunden Lebensmitteln kommt dann schnell von ganz allein. | © iStock.com/Vasyl Dolmatov

Intuitives Essen: Abnehmen ganz ohne Diät

Genießen, worauf du Lust hast, keine Kalorien zählen und trotzdem abnehmen. Mit intuitivem Essen soll genau das klappen. Wir stellen das Konzept vor.

Diäten sind umstritten und auch ich bin kein Fan strenger Abnehmkonzepte. Zu viele Regeln und Verbote, dazu häufig einseitige Ernährungspläne, die man kaum langfristig durchhalten kann. Gesund ist das nicht und Spaß macht das auch selten. Ein relativ neues Konzept sagt jetzt klassischen Diäten den Kampf an. Und verspricht langfristige Abnehmerfolge ganz ohne Kalorienzählen: intuitives Essen.

Intuitives Essen: Lernen, dem Körper wieder zu vertrauen

Beim intuitiven Essen geht es darum, wieder ganz auf den eigenen Körper und seine Bedürfnisse zu hören. Also genau das zu essen, was der Körper verlangt. Ohne Verbote, ohne Kalorienzählen. Klingt zunächst ein wenig absurd – soll aber funktionieren. „Der Mensch ist für intuitives Essen gemacht“, sagt Mareike Awe, Gründerin des Konzepts intueat. „Kinder essen von Natur aus meist intuitiv richtig. Im Laufe der Zeit verlernen wir allerdings, auf unseren Körper zu hören. Dieses Vertrauen in sich selbst kann man sich aber zurückerobern. Dass intuitives Essen funktioniert, ist sogar wissenschaftlich erwiesen.“ Es gilt, die Ängste, die viele von uns heute mit dem Essen verbinden, zu überwinden. Die werden geschürt durch die unzähligen Ernährungs- und Abnehmweisheiten, die kursieren. Mal sind es die Kohlenhydrate, die man weglassen soll, mal die Fette, mal soll man seiner Blutgruppe entsprechend essen oder auf Säuren und Basen achten.

Es gibt so viele Regeln und Ratschläge, dass man das Gefühl hat, gar nichts ist mehr erlaubt. Kein Wunder, dass viele völlig verunsichert sind und nicht mehr wissen, was sie eigentlich noch essen dürfen.

Mareike Awe, Gründerin des Konzepts intueat

Beim intuitiven Essen lautet die Antwort: alles. Es ist das Gegenteil einer Diät. Statt Regeln von außen zu folgen, hörst du auf deine inneren Signale. „Der Körper nimmt sich genau das, was er braucht. Sagt uns, wann er Hunger hat und wann er satt ist. Wer sich daran hält und mit seinem Körper zusammenarbeitet, statt gegen ihn anzukämpfen, wird sich gesund ernähren, seinen Stoffwechsel ankurbeln und langfristig abnehmen“, verspricht Awe, die mit intuitivem Essen selbst zehn Kilo verlor.

Anleitung / How to

Die vier Grundsätze des intueat-Programms lauten:

1. Iss, wenn du körperlich hungrig bist.

2. Wähle intuitiv, was dir schmeckt und guttut.

3. Genieße langsam und achtsam.

4. Höre bei angenehmer Sättigung auf zu essen.

Echter oder emotionaler Hunger?

Entscheidend für den Erfolg ist, dass du spürst, wann du wirklich Hunger hast. Und wann du satt bist. „Man muss lernen, echten körperlichen Hunger zu erkennen – und ihn von emotionalem Hunger, etwa ausgelöst durch Stress oder Traurigkeit, zu unterscheiden“, erklärt Awe. Der Unterschied: Emotionaler Hunger kommt ganz plötzlich und erzeugt meistens Lust auf bestimmte Lebensmittel, oft auf Süßes oder Fettiges. Gegessen wird dann zur Entspannung, als Trost oder Ablenkung. Körperlicher Hunger hingegen macht sich auch tatsächlich körperlich bemerkbar und wird nach und nach stärker. Typische Signale sind ein leichtes Schwächegefühl, Magenknurren, eine verminderte Konzentration, manchmal auch Kopfschmerzen. Beim intuitiven Essen isst du nur bei körperlichem Hunger.

Natürlich muss man nicht immer so lange warten, bis der Magen laut knurrt. Aber man sollte schon warten, bis der Körper eindeutige Hungersignale sendet. Und nicht etwa nur aus reiner Gewohnheit essen.

Mareike Awe, Ernährungsexpertin

Zudem geht es darum, nicht über das Sattgefühl hinaus zu essen. Auch so sparst du Kalorien. „Die meisten von uns essen mehr, als nötig“, sagt Awe. „Auch hier gilt es, genau in sich hineinzuhören. Und bereits bei einem angenehmen, leichten Sättigungsgefühl mit dem Essen aufzuhören. Das kann man trainieren.“ Alte Gewohnheiten aufbrechen und neue etablieren lautet das Motto. Nimm zum Beispiel immer erst mal eine kleine Portion und fülle den Teller nur nach, wenn du noch Hunger hast. Iss außerdem möglichst langsam und ohne Ablenkungen.

Hör auf deinen Bauch! | © iStock.com/metamorworks

Achtsamkeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Achtsamkeit lautet das Zauberwort. So umgehst du auch Kalorienfallen. Denn beim intuitiven Essen ist grundsätzlich alles erlaubt. Was also, wenn der Körper permanent signalisiert, dass er Lust auf einen Muffin hat? Dann wird das ja nie etwas mit dem Abnehmen! „Doch, wird es“, verspricht Awe. „Man muss sich nur immer fragen: Schmeckt mir das gerade wirklich? Brauche ich das jetzt wirklich? Wie fühle ich mich beim Essen, wie fühle ich mich danach? Der Griff zu gesunden Lebensmitteln kommt dann schnell von ganz allein. Wenn man in sich hineinhört und die Lebensmittel von innen heraus auswählt.“ Dafür ist regelmäßiges Mentaltraining wichtig. „Mehr als 90 Prozent unserer Gewohnheiten sind im Unterbewusstsein verankert“, erklärt Awe. Erst mit Mentaltraining wie Meditationen oder Achtsamkeitsübungen werden diese umprogrammiert. „Die wöchentlichen mentalen Audio-Übungen sind bei unserem Programm deshalb einer der wichtigsten Bausteine überhaupt“, sagt Awe. „Ohne Mentaltraining geht es einfach nicht, denn nur so wird das Unterbewusstsein aktiviert und die Basis für neue Gewohnheiten gelegt.“

Wichtig

Stress fördert die Bildung vom Hormon Cortisol – und das wiederum fördert die Einlagerung von Fett. Entscheidend ist, dass du mit deinem Körper zusammenarbeitest und nicht gegen ihn ankämpfst. Also Stress vermeidest und achtsam lebst und isst. Spezielle Entspannungsübungen helfen dir dabei, Stress zu reduzieren.

Das individuelle Wohlfühlgewicht erreichen

Gib deinem Körper, was er braucht und verlangt. Das darf auch mal Zucker sein – du musst dann kein schlechtes Gewissen haben. Denke dran: Intuitives Essen ist keine Diät. „Es ist eine Reise und man braucht auch Geduld“, sagt Awe. Das Ziel ist, das persönliche Idealgewicht zu erreichen. Jeder von uns hat ein genetisches Wohlfühlgewicht. Das lässt sich nicht pauschalisieren und ist nicht bei jedem Kleidergröße XS. „Es liegt meistens im unteren Normalgewichtsbereich und ist das Gewicht, das individuell für den einzelnen gesund und richtig ist“, erklärt die Expertin und beruhigt: „Wer seine Gewohnheiten ändert, wird mit intuitivem Essen abnehmen. Kein Körper will freiwillig übergewichtig sein. Man muss ihm nur vertrauen.“

Allgemein

© intuMIND GmbH

Mareike Awe und Marc Reinbach (Bild) haben mit intueat ein zehnwöchiges Anti-Diät-Programm entwickelt, mit dem du lernst, intuitiv zu essen, mit deinem Körper zusammenzuarbeiten – und so ganz natürlich abzunehmen. Alle Infos zum Programm auf www.intueat.de.

Tipp: Zum Einstieg bietet Mareike Awe täglich ein kostenloses Webinar zum Thema an. Ebenfalls interessant für alle, die mehr zum Thema wissen möchten: das Buch „Intuitiv abnehmen. Zurück zu natürlichem Essverhalten“ (Goldmann Verlag, 9,99 Euro).

Nicole Benke
© Martin Szymanski

Über #BeatYesterday-Autorin Nicole Benke


Nicole Benke (37) liebt gutes Essen – am liebsten selbst gekocht aus frischen Produkten der Saison. Von Crash-Diäten hält die Food-Journalistin gar nichts. Sie findet: Eine gesunde Ernährung soll Spaß machen, darf nicht verkrampft sein und muss auch mal Raum für Genuss bieten. Denn strikte Verbote machen nur schlechte Laune. Und wer kann die schon gebrauchen?

Veröffent­lichungsdatum: 02.07.2018
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