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Mikroabenteuer: Ein Nachtlager über Hamburgs Dächern

Übernachten mitten im Wow – das verspricht das Abenteuerkonzept von Sleeperoo. Autor Kevin Berg hat eine Nacht über den Dächern Hamburgs verbracht und Einmaliges erlebt.

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Zwischen Spitzdächern erhellt ein Feuerwerk die Hamburger Nacht. Ich habe einen exklusiven Logenplatz für diese kunterbunte Darbietung. Und auch für alles andere, was sich an diesem Abend am Himmel abspielt. Ich lehne entspannt an der Brüstung des Energiebunkers in Hamburg-Wilhelmsburg, 30 Meter über dem Boden, und bin in diesem Moment ganz allein mit mir und der Stadt.

Schlafen, wo andere staunen

Vor ein paar Stunden wuselten hier noch zahlreiche Menschen umher. Normalerweise befindet sich genau dort, wo ich gerade stehe, die Terrasse eines beliebten Cafés. Wenn die Sonne scheint, ist das Lokal besonders gut besucht. Ein Stück Blaubeerkuchen mit feinster Aussicht über die Hansestadt und den drittgrößten Hafen Europas – das lockt Touristen und Ortsansässige an.

Ich bin aber nicht zum Kuchenessen hier. Sondern zum Schlafen. Für eine Nacht werde ich mein Bett gegen einen Sleeperoo Cube eintauschen. Das Hamburger Unternehmen verspricht unvergessliche Erlebnisse an einzigartigen Orten. Zum Beispiel über den Dächern der Stadt.

Als ich meinen Schlafplatz das erste Mal sehe, weiß ich, dass das Unternehmen nicht übertreibt. Mitten auf der Terrasse des Energiebunkers steht mein Wohnwürfel. Er bietet zwölf Kubikmeter Platz zum Ausruhen, Schlafen und Träumen. An den Seiten und der Front gewähren große Panoramafenster aus wetterfester Folie einen Blick ins Freie. Auf der Matratze sind das Gästebuch und ein Paket drapiert. In diesem erwarten mich Snacks und Getränke in Bio-Qualität. Alles ist hergerichtet für eine einzigartige Nacht.

Innenausstattung des sleeperoo Zeltes auf dem Hamburger Energiebunker
Warme Bettwäsche und eine weiche Matratze: Alles ist hergerichtet für eine ungewöhnliche Nacht. © Kevin Berg

„Das Leben ist bitter“

Seit meinem Check-in bin ich ganz allein hier oben. Ein paar Gäste des Cafés machten noch letzte Fotos von der fantastischen Aussicht, doch kurz vor 18 Uhr mussten sie gehen. Nur ich durfte bleiben.

Zum Zeitvertreib habe ich mir ein Buch mitgenommen. Zunächst gibt es Spannenderes zu tun. Ich schlendere die Terrasse entlang, die mir einen Panoramablick über die gesamte Stadt gewährt. Mein Blick schweift kilometerweit. In der Fassade der Elbphilharmonie spiegelt sich das Sonnenlicht, das spärlich durch den dichten Wolkenschleier dringt. Der Anblick hält mich fest, die Schönheit lässt mich nicht gehen.

Doch kurz darauf siegen die Wolken, sie bringen Wind und Regen. Ich verkrieche mich in den Cube und begutachte das Snackpaket. Eine bunte Auswahl an Kleinigkeiten soll mir den Abend versüßen. Ich mags lieber salzig und lasse mir die Chips schmecken. Durch ein Fenster beobachte ich den kleinen Fußballplatz gegenüber des Energiebunkers. Zwei Kinder versuchen unaufhörlich, einem Jugendlichen den Ball abzujagen. Vergeblich. Wieder und wieder wetzen sie auf ihn zu. Bei jedem Anlauf hoffe ich, dass sie es schaffen. Eine Körpertäuschung später stehen sie erneut ohne Ball da. Das Leben ist bitter zu meinen Füßen.

Chillbox von Sleeoeroo
Im Snackpaket erwarten mich Chips, Salzstangen und Kekse in Bio-Qualität. © Kevin Berg

Unerwarteter Besuch

Je dunkler es wird, desto mehr Licht erhellt die Fenster Hamburgs. Die Beleuchtung der Köhlbrandbrücke im Westen zieht sich wie zwei leuchtende Schlangen durch die Dunkelheit. Trotz fortgeschrittener Uhrzeit tauchen immer wieder Autos am Scheitel der Brücke auf. Ich schalte meine Lampe im Cube ein und verschlinge Seite um Seite meines Buches Durst”, ein Krimi von Jo Nesbø.

Das Prallen des Balles auf dem Bolzplatz ist irgendwann verstummt. Es bleibt das Rauschen der Autos, bis sich später das Wummern eines Dubstep-Beats unter den Sound der Straßen mischt. Hamburg ist wach und zelebriert den Samstagabend. Ich dagegen bin die Ruhe selbst. Entspannt, entzückt, entschleunigt.

Aussicht vom Energiebunker in Hamburg
Keine zusätzliche Beschäftigung nötig: Der Blick über die Dächer Hamburgs lädt zum Verweilen ein. © Kevin Berg

Eine Stadt für mich allein

Ich will noch einmal raus in die Nacht. Wolken und Regen haben sich verzogen. Ich setze mich auf die Bank neben meinem Schlafplatz und atme die klare kühle Luft. Und erschrecke, als plötzlich eine Gruppe von sechs Frauen vor mir steht. Mit Besuch hatte ich so spät nicht mehr gerechnet. Sie nehmen an einer Führung teil, deren Highlight der Blick über das nächtliche Hamburg ist. Auch mein Cube erntet Aufmerksamkeit. Mit der strahlenden Elbphilharmonie kann er aber nicht konkurrieren. Gegen 23 Uhr sind die Gäste weg und ich lege mich schlafen. Für einen letzten Moment genieße ich den Blick durch die großen Panoramafenster und bin immer noch fasziniert von meinem Nachtlager.

Schon um 7:30 Uhr wache ich auf. Die Helligkeit kitzelt mich munter. Hamburg schlummert noch unter einem unberührt blauen Himmel. Ich habe fantastisch geschlafen, die Daten meiner Garmin-Uhr zeigen über acht Stunden erholsamen Schlaf an. Meine Batterien sind vollgeladen. Noch etwas morgenmüde, aber erholt, klettere ich aus dem Cube. Es ist so still. Kaum Autos, keine fußballbegeisterten Jugendlichen und auch der Dubstep-Beat ist in der Nacht verstummt. Der Blick auf die Stadt lädt schon wieder zum Verweilen ein. Er macht süchtig. Und während ich den kostbaren Moment auf mich wirken lasse, ihn genieße, schleicht die Sonne langsam um den Bunker. Hamburg hat sich für mich rausgeputzt.

Sleeperoo-Zelt auf Energiebunker bei Sonnenaufgang
In dieser Höhe beobachtet sich ein Sonnenaufgang deutlich besser. © Kevin Berg

Was in Hamburg passierte, bleibt nicht in Hamburg

Bevor ich mich vom Dach stehle, verfasse ich einen Eintrag im Gästebuch und lasse den Cube mit einem eigenartig wehmütigen Glücksgefühl hinter mir. Dann strotze ich vor guter Laune und starte in den Tag. Erholsamer Schlaf macht frohen Mut. Auf dem Weg zum Bahnhof wird die Stadt langsam lebendiger. Ich begegne immer mehr Menschen. Manche sind verschlafen, andere sportlich und wieder andere hat das Hamburger Nachtleben erst kürzlich aus den Kaschemmen zurück in den Alltag gespuckt. Die müden, winzigen Augenpaare des Nachtvolkes nicken stoisch zum Beat.

Mir sehen die Menschen nicht an, wie ich meine Nacht verbracht habe. Und niemand ahnt, wie aufregend und erholsam sie ganz ohne Alkohol und Deep House war. Ich denke an den Ausblick, den ich von der Brüstung aus hatte. An das Feuerwerk, das bunte Funken am Himmel tanzen ließ. An die Lichter der Stadt. Die Ruhe in einer immer wachen Metropole. Manche sagen, dass das, was in Hamburg passiert, auch in Hamburg bleiben sollte. In diesem Fall stimmt das nicht. Diese Nacht nehme ich mit nach Hause. Und ich werde Freunden und Familie von ihr erzählen.

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Kevin Berg

Kevin Berg, Jahrgang 1993, studierte Journalismus in Berlin, ehe es ihn nach Schwerin verschlug. Wann immer der gebürtige Neubrandenburger Zeit findet, verfolgt er in diversen Medien alle möglichen Sportarten. Seit Kevin neun Jahre alt ist, steht er selbst regelmäßig in der Sporthalle und trainiert Qwan Ki Do, eine asiatische Kampfkunst.

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