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Jumping Fitness soll 400 Muskeln gleichzeitig trainieren und massig Kalorien verbrennen. | © iStock.com/Wavebreakmedia

Jumping Fitness – schweißtreibender Hüpfsport

Trampolin springen zu Discobeats als Gruppenworkout? Unsere Autorin hat sich aufs Sprungtuch gewagt und den Trend getestet.

„Jumping Fitness“ – als mir die beiden Worte mit passendem Foto im Online-Kursplan meines Fitnessstudios begegnen, bin ich neugierig. Klingt eigentlich lustig, aber irgendwie auch peinlich. Kann man auf einem kleinen Trampolin mit Festhaltestange nicht albern aussehen?

Jumping Fitness trainiert 400 Muskeln

Eine erste Recherche führt mich auf die offizielle Webseite von Jumping Fitness. Was ich da lese, klingt märchenhaft: Angeblich trainierst du 400 Muskeln auf einmal – von den großen Muskelgruppen wie die in Po und Oberschenkeln bis hin zu den ganz kleinen in den Füßen. Gleichzeitig werden die Gelenke geschont. Nebenbei schulst du deinen Gleichgewichtssinn, dein Herz kommt in Schwung, deine Laune steigt angeblich durchs Hüpfen und du verbrennst massig Kalorien. Manchen Quellen zufolge sogar bis zu 1.000 in der Stunde – ist das überhaupt möglich? Und zur Krönung hat man danach angeblich nicht einmal Muskelkater, weil die Muskeln beim Springen immer nur kurz angespannt werden und daher nicht übersäuern.

Allgemein

Jumpen kann man in vielen Fitnessstudios, die Kurse können aber auch über die Webseite einzeln gebucht werden. Eine Kursstunde kostet 12 Euro. Laut Anbieter gibt es über 1.000 Jumping Locations in Deutschland.

Die Vorteile von Jumping Fitness in Kürze:

  • gelenkschonendes Kraft- und Ausdauertraining für den ganzen Körper
  • für alle Altersgruppen geeignet
  • fördert den Gleichgewichtssinn
  • verbessert die Haltung
  • durch das Auf und Ab wird die Verdauung angeregt
  • beugt Krampfadern vor
  • setzt Glückshormone frei
Wichtig

Jumping Fitness ist nicht für Schwangere geeignet, weil das Training den Beckenboden belastet.

Keine besondere Ausrüstung nötig

Um herauszufinden, ob das alles stimmt, hilft nur eines: machen! Und das ist einfach. Ich benötige keine besondere Ausrüstung, eine gut sitzende Sporthose, ein ordentlicher Sport-BH und flexible Turnschuhe reichen.

Im Kursraum baue ich mein Sportgerät selbst auf. Es besteht aus einem einfachen, kleinen Trampolin und einer Art Stange mit lenkerartigem Griff, auf dem man sich beim Springen abstützen kann, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. „Oh je“, denke ich, „gleich wird es peinlich.“

Der Trainer erscheint und weist kurz darauf hin, dass die Stange etwa auf Ellenbogenhöhe montiert werden muss. Dann geht es direkt los. Ich, Anfängerin, schraube natürlich noch, während der Rest sich schon dem Warm-up widmet und kräftig in die Tücher stampft.

60 Minuten Schweiß und gute Laune

Dann bin ich aber auch bereit, hüpfe aufs Trampolin und springe zu lauten Beats hoch und wieder runter und um meine eigene Achse. Auch wenn Jumping Fitness kein eleganter Sport ist, die „Lenkstange“ verhindert ohnehin, dass sich hier irgendjemand zu ernst nimmt. Ich schwitze, ich lache, der Alltag fällt von mir ab und es sind gerade mal fünf von 60 Minuten um.

Der schweißtreibende Hüpfsport schult deinen Gleichgewichtssinn und bringt dein Herz in Schwung. | © iStock.com/shura72

Ins Tuch springen, nicht in die Luft

Was folgt, ist ein kompaktes Workout, bei dem ich ruckzuck vergesse, wie albern ich wahrscheinlich aussehe. Der Unterschied zum Trampolinspringen, wie man es aus der Kindheit kennt, ist schnell klar. Hier geht es nicht darum, möglichst hoch zu springen, sondern die Kraft der Beine auch zu nutzen, um schnell wieder ins Sprungtuch zu kommen. Der Oberkörper bleibt fest auf die Stange gelehnt. Das Tuch schützt damit die Gelenke, den Rest müssen die Muskeln machen. Und das ist anstrengend!

Pro Muskelgruppe ein Song

Die Struktur des Kurses gibt die Playlist vor: Jeder Song widmet sich einer Muskelgruppe. In der ersten Hälfte sind Beine und Po dran. Bauch und Oberarme werden im Liegen auf dem Trampolin oder seitlich darauf gestützt trainiert. Nach 30 Minuten des Auf-und-Abs ist das eine willkommene Abwechslung. Der Wechsel von aeroben moderateren Sequenzen zu anaeroben anstrengenden Parts kurbelt die Fettverbrennung an. Schnell merke ich, wie sehr mein Gleichgewichtssinn gefordert ist. Auf den müder werdenden Beinen während des Springens die Balance zu halten, wird zunehmend schwieriger. Koordinativ kann ich dem Kurs aber sehr gut folgen. Die meisten Bewegungen sind aus dem Aerobic bekannt und nicht schwierig. Daher ist Jumping Fitness für Einsteiger gleich ein Erfolgserlebnis.

Die Cardio-Phase, die im Grunde nur daraus besteht in fünf Minuten möglichst viele Sprünge zu schaffen, treibt meinen Puls und meine Laune noch mal kräftig nach oben. Anschließend gibt es eine zweite Runde Beine und Po – zum Glück etwas sanfter als die erste, und deshalb gut machbar.

Fazit

Nach einer Stunde springe ich begeistert und mit wackligen Beinen von meiner Trampolinkonstruktion. Am nächsten Tag ziehe ich Bilanz: Jumping Fitness sieht vielleicht nicht besonders cool aus, macht aber gute Laune und ist ein tolles Konditions-, Gleichgewichts- und Muskeltraining. Allerdings habe ich doch leichten Muskelkater. Und 1.000 Kalorien habe ich bestimmt auch nicht verbrannt, ist aber auch nicht schlimm. Ich hatte Spaß und das ist die Hauptsache. Ich komme wieder!

Allgemein

Eine besondere Erfahrung ist das Springen in einem „Jump House“. Das Training dort findet auf großen Trampolinen ohne Stange statt. Diese Form des Workouts nennt sich Fitjump, wird momentan in den Niederlassungen in Hamburg (Stellingen) und Leipzig angeboten und kostet 15 Euro pro Einheit bzw. 130 Euro für eine 10er Karte.

© Charlotte Bruch

Über #BeatYesterday-Autorin Charlotte Bruch


Eigentlich arbeitet Charlotte beim Fernsehen, ist aber eine große Anhängerin der aktiven Freizeitgestaltung und freut sich, dass sie bei #BeatYesterday ihre Erfahrungen beim Ausprobieren neuer Sportarten teilen kann. Essen ist aber wahrscheinlich ihre größte Leidenschaft. Sie kann ganze Sonntage in der Küche stehen und experimentieren. Wenn etwas Leckeres und Gesundes rauskommt, erzählt sie dir hier, wie es geht.

Veröffent­lichungsdatum: 20.07.2018
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