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Mit bis zu 150 km/h geht's durch den Eiskanal – die Rennrodelschlitten der Leistungssportler sind hochmoderne Spezialanfertigungen. | © iStock.com/Dreef

Rennrodeln: Im Liegen durch die Eishölle rasen

Rennrodler jagen mit Karacho durch den Eiskanal, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h. Mehr über die rasante Wintersportdisziplin erfährst du hier.

Der Rodler umklammert die Griffe an der Startrampe, holt mehrmals Schwung und stößt sich kraftvoll ab – der Höllenritt durch den Eiskanal beginnt. Gekonnt geht es durch den Kreisel, in Ideallinie durchs Labyrinth, in der Steilwandkurve ist der Schlitten um 90 Grad gekippt. Jetzt noch die Doppel-S sicher meistern – und schon ist das Ziel erreicht. Rennrodeln, die internationale Bezeichnung lautet Luge, ist ein Extremsport. Mit bis zu 150 km/h rast der Rennrodelschlitten übers Eis, ein atemberaubendes Spektakel. Im TV zuschauen? Sehr gern. Selbst fahren? Niemals, werden sich die meisten denken, ähnlich wie beim Skispringen.

Wer bremst, verliert! Beschleunigung bis ins Ziel

Profi-Rennrodeln auf der Kunstbahn ist eine eigenständige Sportart. Es gibt zwar auch Wettbewerbe auf Naturbahnen, doch für die Kunsteisbahnen gelten andere Regeln. Gefahren wird im Einzel- oder Doppelsitzer. Bei Wettkämpfen absolviert jeder Athlet zwei bis vier Rennläufe, der Schnellste nach allen Runden gewinnt. Die Turnierbahnen messen 1.000 bis 1.350 Meter zwischen Start- und Ziellinie, die Fahrer tragen genormte Schutzhelme mit Visier.

Die Turnierbahnen messen 1.000 bis 1.350 Meter zwischen Start- und Ziellinie. | © iStock.com/chezzzers

Beim Rennrodeln starten die Athleten im Sitzen, holen Schwung und stoßen sich dann an zwei Startbügeln explosiv ab. Anschließend sorgen sie durch einige sogenannte Paddelschläge für zusätzliche Beschleunigung, dazu tragen die Rodler Handschuhe mit maximal vier Millimeter langen Spikes an den Fingerspitzen. Dann heißt es: flach machen! Der Fahrer liegt steif wie ein Brett auf dem Rücken, die Füße zeigen in Fahrtrichtung. Die Körperhaltung muss so aerodynamisch wie möglich sein. Der Kopf bleibt weitestgehend im Windschatten des Körpers, ist nur leicht angehoben.

Beim Rennrodeln zählen Millisekunden. Auf Sicht fahren klappt nicht, die Sportler prägen sich jede Kurve ein. Bremsen kostet wertvolle Zeit, die Fahrer beschleunigen, bis sie die Ziellinie überqueren. Phasenweise müssen sie dabei das Fünffache ihres Körpergewichts aushalten.

Die Athletik am Start, ein hohes Maß an Mut und Risikobereitschaft, das gewisse Feingefühl für die Fahrdynamik und die richtige Abstimmung des Schlittenmaterials auf die jeweils vorherrschenden Bahn- und Witterungsverhältnisse sind für den sportlichen Erfolg ausschlaggebend.

Norbert Loch, Cheftrainer der deutschen Rennrodler

Stürze lassen sich beim Rennrodeln nicht immer vermeiden

Kommt es bei Vollspeed zu einem Crash, ist das vergleichbar mit einem Motorradunfall. Nur dass Rennrodler keine Protektoren tragen, lediglich der Helm schützt vor Verletzungen. Auch wenn die Fahrer versierte Profis sind, die das Rennrodeln beherrschen, kommt es trotzdem immer wieder zu Unfällen. So musste das Einzelfinale bei den Olympischen Winterspielen 2018 nach einem Sturz der Rodlerin Emily Sweene minutenlang unterbrochen werden. Nach einer Behandlung konnte die US-Amerikanerin dann gestützt in den Zielraum gehen.

Georg „Schorsch“ Hackl hat das Rennrodeln in Deutschland populär gemacht. Der gebürtige Berchtesgadener ist zehnmaliger Weltmeister und gewann drei Gold- und zwei Silbermedaillen bei Olympischen Winterspielen. Seit 2006 ist „Hackl Schorsch“ nicht mehr im Leistungssport aktiv, aber war dennoch ab und zu regelmäßig im Eiskanal zu sehen: Seiner Kufen-Erfahrung sei Dank ist er Rekordhalter auf asiatischen Töpfen. Er gewann neunmal die „TV Total Wok WM“.

Hightech auf zwei Kufen: Der Rennrodelschlitten

Die Rennrodelschlitten der Leistungssportler sind hochmoderne Spezialanfertigungen, bei denen jedes noch so kleine Detail stimmt. Sie bestehen aus einer Sitzschale, zwei Böcken und zwei Kufen mit je einer Laufschiene. Die Kufen sind kantig, nicht abgerundet wie bei einem Skeleton.

Einsitzer dürfen maximal 25 Kilogramm wiegen, Doppelsitzer maximal 30 Kilogramm. Je schwerer der Fahrer, desto schneller kann er werden. Zusatzgewichte bis 13 Kilogramm sind erlaubt, abhängig von Geschlecht und Alter. Das sorgt für Chancengleichheit für leichtere Athleten.

Wie sich ein Rennrodelschlitten steuert

Ein Rennrodelschlitten hat kein Lenkrad und keine Bremse. Damit er nicht aus der Bahn fliegt, muss der Rodler mit Feingefühl lenken. Dafür verlagert er sein Körpergewicht und drückt seine Unterschenkel gegen die sogenannten Steuerhörnchen. Bei einer Linkskurve bewegt der Fahrer sein rechtes Bein, bei einer Rechtskurve sein linkes Bein von außen leicht dagegen.

Rennrodel-WM Winterberg

Vom 25. bis 27. Januar 2019 findet in der Veltins-Eisarena Winterberg die 48. Weltmeisterschaft im Rennrodeln statt. Mit am Start ist voraussichtlich auch Felix Loch, der erfolgreich auf den Spuren von Hackl Schorsch wandelt: Der in Sonnenberg in der ehemaligen DDR geborene Loch hat bereits drei olympische Goldmedaillen und zwölf Weltmeistertitel eingeheimst. Weltcup-Saison ist übrigens von Ende November bis Februar.

Mehr über das Rennrodeln erfährst du auf den Seiten des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland und des Internationalen Rodelverbands FIL. Ein paar Eindrücke aus dem Eiskanal bekommst du im Video:

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Veröffent­lichungsdatum: 19.12.2018
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