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Erkältungen werden nicht durch Kälte ausgelöst – Wärme hilft aber bei der Linderung. I © iStock.com/Tero_Vesalainen

Hatschi! Erkältungsmythen auf dem Prüfstand

Gilt bei Schnupfen Sportverbot, ist Naseschnäuzen ungesund und Hühnersuppe ein Wundermittel? Wir haben die größten Erkältungsmythen auf ihre Richtigkeit geprüft.

Erkältungen werden durch Kälte ausgelöst

Wäre irgendwie logisch, stimmt aber nicht. Klassische Erkältungen werden allein durch Erkältungsviren ausgelöst. Davon gibt es übrigens mehr als 200 verschiedene. Bist du topfit und funktioniert deine Immunabwehr, macht Kälte dir in der Regel nicht viel aus. Hast du allerdings bereits ein geschwächtes Immunsystem (z.B. durch andere Krankheiten, Stress, Schlaf- oder Bewegungsmangel) und gehst dann zu dünn angezogen oder mit nassen Haaren vor die Tür, kann dein Körper mit der Abwehr von Erkältungsviren überfordert sein und du wirst leichter krank.

Heizungsluft begünstigt Erkältungen

Richtig. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute in Nase und Rachen aus. Das bietet ideale Bedingungen für Erkältungsviren. Denn die Schleimhäute produzieren jetzt weniger Sekret,

mit dem Keime normalerweise wieder aus dem Körper befördert werden. Viel trinken hilft, die Schleimhäute feucht zu halten. Bei sehr trockenen Räumen ist der Einsatz eines Luftbefeuchters sinnvoll.

Wer erkältet ist, muss viel trinken

Stimmt. Viel Flüssigkeit (am besten Wasser und heiße Tees) unterstützt den Körper bei der Genesung. Zäher Schleim in den Bronchien und Sekrete werden so verflüssigt, außerdem hältst du deine Schleimhäute feucht. Dazu solltest du dich ausruhen und ausreichend schlafen. Und zwar nicht nur einen Tag und dann geht es wieder ins Büro. Sondern so lange, bis es dir wirklich besser geht. Wenn du eine Erkältung verschleppst, riskierst du, schnell wieder krank zu werden.

Eine heiße Zitrone ist nicht der beste Erkältungstee. © iStock.com/hot drink for convalescence

Heiße Zitrone verkürzt die Krankheitsdauer

Nicht wirklich. Wenn du erstmal krank bist, dann kann auch Vitamin C keine Wunder bewirken. Zumal das Vitamin sehr hitzeempfindlich ist. Eine heiße Zitrone enthält deshalb kaum noch etwas davon. Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wirken Zitrusfrüchte „kühlend“ auf den Körper – und das ist während einer Erkältung nicht der angestrebte Effekt. Vitamin C steckt in weitaus größerer Menge beispielsweise in Hagebutten, Paprika und Brokkoli. Wichtig ist, Vitamin C eher vorbeugend einzusetzen: Es wirkt, wie auch einige andere Lebensmittel, immunstärkend. Und ein gut funktionierendes Immunsystem schützt dich vor Erkältungen. Ernähre dich also gerade im Winter abwechslungsreich, vitaminreich und bunt.

Wer erkältet ist, darf keinen Sport machen

Stimmt bedingt. Absolutes Sportverbot gilt bei Fieber und starker Erkältung, bei der du dich sehr schlapp fühlst. Trainierst du trotzdem, riskierst du eine Herzmuskelentzündung, da einige Erkältungsviren diese sogenannte Myokarditis auslösen können. Durch Sport regst du deine Blutzirkulation an – und das sorgt dafür, dass sich die Viren rasant im Körper verbreiten können. Auch bei starken Halsschmerzen solltest du auf Sport verzichten. Denn Streptokokken, das sind Bakterien, die eine Mandelentzündung auslösen können, können ebenfalls eine Herzmuskelentzündung verursachen. Bei einem leichten Schnupfen ohne weitere Beschwerden ist gegen ein moderates Fitnessprogramm (kein Leistungssport oder maximale Kraftbelastung) meistens aber nichts einzuwenden. Hole dir im Zweifel aber lieber das Go von deinem Hausarzt.

Hühnersuppe hilft gegen Erkältungen

Eine frisch gekochte Hühnersuppe wirkt bei Erkältungen tatsächlich wohltuend. Wie andere Kraftbrühen auch wird sie seit jeher als Hausmittel zur Stärkung eingesetzt. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass Hühnerbrühe auch Entzündungsprozesse im Körper hemmen und so helfen kann, die Schleimhäute abschwellen zu lassen. Denn zu Beginn einer Erkältung werden verstärkt weiße Blutzellen in die Nasenschleimhäute transportiert, die frische Hühnersuppe hemmt diesen Effekt offenbar. Nur, an welchem Inhaltsstoff der Suppe das liegt, konnte bislang niemand endgültig herausfinden. Man vermutet ein Zusammenspiel aus Vitaminen, Eisen und Zink. Ob eine vegetarische Gemüsesuppe genauso wirkt, ist also nicht sicher. Verschlimmern tut sie deine Erkältung aber auf keinen Fall.

Omas Hühnersuppe tut gut! Ob medizinisch erwiesen oder Placebo Effekt – Hauptsache es hilft. I © iStock.com/jatrax

Bei einer Erkältung braucht man Antibiotika

Stimmt nicht. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen. Eine Erkältung und selbst eine Grippe werden aber durch Viren ausgelöst. Helfen tun da nur Ruhe und Geduld. Bei Beschwerden wie sehr starken Kopf-, Glieder- oder Halsschmerzen, extremer Erschöpfung und hohem Fieber solltest du jedoch zum Arzt gehen um zu checken, ob du eine echte Grippe hast, die eventuell besonders behandelt werden muss. Oder – und dann hilft tatsächlich ein Antibiotikum – sich unter Umständen eine bakterielle Infektion auf deine Erkältung aufgesetzt hat. Das kann zum Beispiel eine Mandelentzündung oder eine akute Nasennebenhöhlenentzündung sein.

Erkältungsmedikamente verkürzen die Krankheitsdauer

Leider nein. Spezielle Erkältungsmedikamente können zwar die Symptome der Erkältung mildern. Also zum Beispiel die verstopfte Nase befreien, den Hustenreiz beruhigen, Halsschmerzen lindern oder den Kopfschmerz erträglicher machen. Schneller gesund wirst du durch die Medikamente jedoch nicht. Das muss dein Immunsystem alleine regeln. Wie heißt es so schön: Eine Erkältung dauert ohne Medikamente eine Woche, mit Medikamenten sieben Tage. Achte vor allem auf genug Ruhe. Schlaf ist und bleibt die beste Medizin und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Rotz nach oben hoch ist besser als nach unten raus – auch was die Virenverbreitung außerhalb des Körpers angeht. I © iStock.com/andriano_cz

Die Nase hochzuziehen ist besser, als sie auszuschnäuzen

Es ist ein bisschen eklig, aber wahr. Beim Ausschnäuzen entsteht ein erhöhter Druck im Rachenraum und Krankheitserreger gelangen so viel eher in deine Nebenhöhlen. Du riskierst so eine Nasennebenhöhlenentzündung. Wenn du ausschnäuzt, versuche deshalb, es möglichst sanft und ohne Druck zu machen.

Nasenspray kann süchtig machen

Allerdings. Und eine Nasenspraysucht ist gar nicht so selten, wie du vielleicht denkst. Deshalb solltest du Nasenspray niemals länger als fünf Tage verwenden. Bei längerer Anwendung kannst du deine Schleimhäute verletzen und es besteht die Gefahr, dass du dich an die abschwellende Wirkung gewöhnst. Dann brauchst du immer mehr Spray, weil deine Nasenschleimhäute dauergereizt und ausgetrocknet sind – und immer wieder anschwellen. Ist deine Nase durch einen Schnupfen verstopft, versuche lieber, sie auf sanftere Art zu befreien. Zum Beispiel durch Inhalationen, Nasenduschen mit Salzwasser oder Nasensprays mit Meersalz.

Ansteckungsgefahr – bist du erkältet, hinterlässt du im Alltag überall unbewusst Viren. I © iStock.com/baza

Man soll nicht in die Hand Niesen

Richtig. Lieber in ein Taschentuch oder notfalls die Armbeuge. Denn Erkältungsviren werden über Tröpfcheninfektion übertragen. Also durch Küssen oder weil wir etwas anfassen, worauf sie haften und wir uns dann an Nase, Mund oder Augen greifen. Über die Schleimhäute gelangen die Viren so von der Hand in unseren Körper. Niest du in deine Hand, verteilst du die Viren danach überall. So haften sie gerade im Winter an Lichtschaltern, Türgriffen, an Haltestangen im Bus, auf Tastaturen von Geldautomaten. Und Erkältungsviren sind verdammt hartnäckig. Sie können mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben. Auch regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen und dir vor allem möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, ist deshalb jetzt wichtig.

Nicole Benke
© Martin Szymanski

Über #BeatYesterday-Autorin Nicole Benke


Nicole Benke liebt gutes Essen – am liebsten selbst gekocht aus frischen Produkten der Saison. Von Crash-Diäten hält die Food-Journalistin gar nichts. Sie findet: Eine gesunde Ernährung soll Spaß machen, darf nicht verkrampft sein und muss auch mal Raum für Genuss bieten. Denn strikte Verbote machen nur schlechte Laune. Und wer kann die schon gebrauchen?

Veröffent­lichungsdatum: 02.11.2018
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