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Deepwork: Yoga-Alternative zum Auspowern

Auspowern, flexibler werden und dabei relaxen: Deepwork sorgt für intensives körperliches Training und mentale Entspannung. Ganz nach dem fernöstlichen Yin-Yang-Prinzip.

Mal was Anderes als Yoga & Co.

Der Bass wummert aus den Boxen und mischt sich mit dem Keuchen der Deepwork-Teilnehmer. Selbst in den ruhigeren Phasen der Sportstunde können die meisten nur noch stoßweise atmen. Der neue Fitnesstrend soll eine Möglichkeit sein für Sportwillige, die sich richtig auspowern wollen. Hierbei wird nicht nur Ausdauer, sondern auch Flexibilität trainiert. Auspowern – das bedeutet schnelle Sprünge oder auch Liegestütze. Zwischen solchen kraftvollen Phasen wechselt der Deepwork-Trainer zu Muskel- und Atemübungen in ruhig gehaltenen Standpositionen. So können alle Kursteilnehmer wieder zu Atem kommen, bevor es mit der nächsten Powereinheit weitergeht.

Yin und Yang: Training für Körper und Geist

Anspannung und Entspannung im Wechsel: Beim Deepwork-Training ist die Abfolge von Cardio- und Entspannungsübungen besonders wichtig. Denn beim Cardio-Ausdauertraining, das besonders gut für das Herz-Kreislaufsystem ist, beanspruchst du alle großen Muskelgruppen, die in der Ruhephase wieder regenerieren können. In der Regel dauert eine Kursstunde 60 Minuten, in denen die Ausdauerübungen etwa zwei Minuten andauern, die darauffolgende Ruhephase dann knapp 30 Sekunden. Durch diesen ständigen Wechsel werden nicht nur dein Körper und deine Ausdauer trainiert, auch dein Geist kommt nicht zu kurz, da du dich ständig auf neue Übungen konzentrieren musst. So kannst du deinen Alltagsstress loslassen – und bist ganz im Hier und Jetzt damit beschäftigt, die Sportstunde zu absolvieren.

Deepwork: Wer hat’s erfunden?

Dem Erfinder von Deepwork, Fitness-Guru Robert Steinbacher, kam es vor allen Dingen darauf an, Körper und Geist zu verbinden. Für ihn steht der ganze Körper im Mittelpunkt, nicht nur einzelne Muskelgruppen. Der gebürtige Bayer mit Schweizer Pass wollte eine zeitgemäße Sportform finden, bei der alle Übungen ohne Hilfsmittel auskommen. Schon früh befasste sich der gelernte Bewegungstherapeut damit, effiziente Trainingsmethoden für den Alltag zu entwickeln. 1995 entstand so sein Trainingssystem bodyArt – und jetzt ist mit Deepwork ein weiteres Sport-Workout dazugekommen. Ein Programm, das sich aus verschiedenen Sportübungen und -richtungen zusammensetzt und mit einem asiatisch-östlichen Flair versehen ist. Zu den Grundlagen von Deepwork gehört nämlich auch die Besinnung auf die Prinzipien der fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft und Metall.

Kurse für jedermann

Zwar ist das Deepwork-Training ziemlich anstrengend, doch ist es auch für Sportanfänger geeignet. Ein Trainer macht die Übungen vor, erwartet dann aber nicht, dass alle synchron folgen. Ganz im Gegenteil: Hier trainiert jeder in seinem Rhythmus und bestimmt selbst, wie schnell er die Übungen ausführen kann. So hat der Anblick eines Deepwork-Kurses durchaus etwas Verwirrendes, zumindest, wenn man mitverfolgt, wie sich die einzelnen Teilnehmer alle im eigenen Tempo durch das Programm arbeiten. Doch was alle wieder eint, ist die Wechselfrequenz zwischen fordernden Übungen und ruhigen Phasen. Es gibt keine Hilfsmittel wie Hanteln oder Springseile. Man trainiert nur mit seiner eigenen Körperspannung – und übrigens auch ohne Schuhe.

Das Training ist für alle Altersgruppen geeignet, allerdings sollte man gut einschätzen können, in welchem Tempo man trainieren kann. Auspowern ist zwar erwünscht, nicht aber, sich zu überfordern. So wird es immer dann schwierig, wenn neue Übungen sehr schnell durchgeführt werden sollen. Speziell dann, wenn man selbst unsicher ist, wie weit man einzelne Körperteile belasten kann. Vor allem Menschen mit Gelenkproblemen könnten hier Schwierigkeiten bekommen, da manche Übungen, die die Kraft trainieren, auch stark die Gelenke belasten. Am besten besprichst du dich daher als Anfänger vorher mit dem Trainer – oder schaust bei einer Probestunde zu. Dazu gibt es reichlich Gelegenheiten, denn mittlerweile bieten zahlreiche Fitnessstudios Deepwork-Kurse an.

Wie sehen die Übungen aus?

Im Prinzip bestehen die Übungen aus einer Mischung aus Yoga, Fitness- und Krafttraining: Mal sprintet man auf der Stelle, dann folgen Sprung-Übungen aus der Hocke, dann Liegestütze. In den ruhigen Phasen kommen meist Halteübungen dran, wie man sie auch aus dem Yoga kennt. Etwa die Krieger-III-Position, bei der man auf einem Bein steht, während man seinen Oberkörper waagerecht balanciert und die Arme nach vorne streckt. Mit funktionellen Ganzkörperübungen, die abwechselnd aus Halten und Loslassen bestehen, kommen tiefliegende Muskeln in Form, Stoffwechsel und Fettverbrennung laufen so auf Hochtouren. Begleitet werden die meisten Kurse von Housemusik, zu der sich vor allem der anstrengende Teil besser durchhalten lässt.

Eine Beispielabfolge zwischen Ausdauer und Ruhephase kann so aussehen:

1. Rennen im Stehen

Du stellst dich hin, Beine hüftbreit auseinander, Arme locker an der Seite.

Jetzt fängst du an, so schnell wie möglich auf der Stelle zu laufen. Das Ganze ein bis zwei Minuten lang.

2. Balance-Position (ähnlich wie Yoga-Position Krieger III)

Du stehst aufrecht, Beine hüftbreit auseinander.

Jetzt verlagerst du dein Gewicht auf ein Bein und streckst das andere Bein langsam nach hinten aus, dein Oberkörper geht waagerecht nach vorne. Du streckst das Bein so lange aus, bis es mit dem Oberkörper eine Linie bildet.

Der Fuß deines ausgetreckten Beines bleibt geflext, das heißt, du hältst ihn angezogen, die Zehen zeigen nach unten. Die Arme kannst du auf deinem anderen Bein abstützen oder, wenn du mehr willst, streckst du sie waagerecht nach vorne. Das Ganze wird 20 bis 30 Sekunden gehalten.

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Deepwork: Ein Trendsport, der Spaß macht

Am Ende der Stunde wird im Deepwork-Training noch einmal alles gegeben, bevor die Teilnehmer erschöpft, aber zufrieden wieder zu Atem kommen. Wer am Anfang noch Schwierigkeiten hat, dem schnellen Trainingsrhythmus und den ungewohnten Bewegungsabläufen zu folgen, lernt mit jeder weiteren Stunde, sich darauf einzulassen. Für Ungeübte ist die Herausforderung Deepwork vielleicht groß, Spaß und Abwechslungsreichtum motivieren bei diesem geführten Fitnesstraining aber immer wieder den Kampfgeist und lassen gleichzeitig den Kopf zur Ruhe kommen.

Veröffent­lichungsdatum: 16.11.2016
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