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Floatfit Yoga ist der neue Trend aus England: Was taugt der Wasserspaß auf der Matte? | © Aqua Physical Limited

Floatfit Yoga: Der Trend im Test

Ein wankendes Board, eine klatschnasse Hose und keine Minute Entspannung: Warum Autorin Charlotte lieber schwimmen geht.

Es ist laut. Das schmatzende Glucksen der Filteranlage mischt sich mit dem Tosen des Whirlpools und den hallenden Gesprächen der Badegäste. Kaum hörbar: Die Entspannungsmusik, die extra für unseren Kurs aus einer großen schwarzen Box dringt. Es riecht nach Chlor und alten Badelatschen. Das Licht ist schummrig. Gemütlich ist es aber trotzdem nicht.

Von den Anweisungen der Lehrerin, die ihr Floß am Beckenrand aufgebaut hat, erreichen mich nur Wortfetzen. Also versuche ich, sie zu sehen. Sie macht ja mit. Wenn auch mit festem Boden unter den Füßen. Ich hebe den Kopf aus dem herabschauenden Hund, sofort fängt mein Floß gefährlich an zu schaukeln. Vorsichtig balanciere ich es wieder aus, senke den Kopf, versuche richtig zu atmen und schaue den kleinen Wasserbächen zu, die an meinen Beinen entlanglaufen und eine Pfütze auf der rutschfesten Oberfläche bilden. Ich stehe in voller Yoga-Montur klitschnass auf einem wackeligen Brett und weiß nicht, was ich tun soll. Willkommen zum Floatfit! Bitte entspanne dich!

Allgemein

Was ist Floatfit Yoga?

Beim Floatfit Yoga ersetzt ein 210 cm langes und 90 cm breites aufblasbares Board (z.B. von aquaphysical) auf dem Wasser die Yogamatte auf festem Untergrund. Alle Übungen, die auf dem Board absolviert werden, sind aus dem klassischen Yoga bekannt – allerdings sehr viel schwerer in der Ausführung. Denn durch das Wasser wird die ganze Angelegenheit sehr wackelig und kleinste Muskeln müssen mithelfen, damit du die Balance hältst.

Kann man in der Schwimmhalle in den (Yoga) Flow kommen? | © Aqua Physical Limited

Baden gehen: eine Grundvoraussetzung!

Schon in der Vorbereitung auf den Kurs war ich unsicher. Was trägt man eigentlich genau beim Floatfit Yoga? Ich entschied mich für einen Badeanzug unter kurzer Sportklamotte. Das hatten die Models in den Werbevideos für diese Sportart auch an. Was ich nicht wusste: Die Flöße werden vorne und hinten mit Karabinern in Führungsseile eingehängt, damit sie nicht wegschwimmen oder gegeneinanderstoßen. Befestigen muss man aber selbst, deswegen geht’s schon vor Beginn der Stunde ins Wasser. Selbst wenn man nicht vom Brett fällt, ist man also die ganze Stunde über nass.

Floatfit Yoga hatte ich mir einfacher und vor allem schöner vorgestellt. Yoga mache ich seit Jahren, wenn auch nicht exzessiv. Bei dieser Yoga-Art reizte mich die Intensivierung der Übungen durch das Schaukeln des Floßes. Das war eine Fehleinschätzung, wie ich nun weiß.

Von nass bis zur Hüfte zu komplett nass

Aus dem Augenwinkel sehe ich, dass der Hund beendet ist und wir eine Art verkürzten Sonnengruß durchlaufen sollen. Ich tripple mit den Füßen zur goldenen Blume in der Mitte des Floßes, denn dort steht man laut Aussagen der Trainerin am sichersten. Dann hebe ich langsam den gestreckten Oberkörper. Ich wanke und versuche meine Füße auf der rutschfesten Oberfläche näher zur goldenen Blume zu schieben. Anheben will ich sie auf dem wackeligen Ungeheuer lieber nicht. Obwohl ich meine gesamte Muskelkraft aufwende, kommen meine Füße nur sehr langsam vorwärts. Diese schwimmende Matte ist wirklich sehr rutschfest! Ich bin alles andere als im „Flow“ und meine innere Mitte ist irgendwo am anderen Ende meines Ichs. Um meine Atmung kann ich mich so gut wie gar nicht kümmern. Bei diesen zweifelnden Gedanken verliere ich kurz die Spannung und mit ihr die Balance. Mein Floß neigt sich nach links und ich falle mit einem lauten Klatschen ins Wasser. Die Wasseroberfläche fällt über mir zusammen. Ich sehe Blasen, Wasser dringt in meine Nase

Vielleicht klappt es mit dem Flow in einer anderen Atmosphäre? | © Aqua Physical Limited

Als es mir gelingt, die Füße unter den Körper und den Kopf über die Oberfläche zu sortieren, sehe ich wie meine Nachbarin mit der flachen Hand und wenig begeisterter Miene das Spritzwasser von ihrer Matte schiebt. Meine Augen brennen und ich bin bis zum Scheitel nass. Ich verstehe diesen Sport nicht. Innerlich fluchend und äußerlich entschuldigend lächelnd hieve ich mich zurück aufs Floß. Das T-Shirt klebt an meinem Bauch, die Haare an meiner Stirn und meine Selbstachtung am Grund des Pools. Irgendwie geht auch die letzte Hälfte des insgesamt 30 Minuten dauernden Unterrichtsstunde vorüber. Einiges gelingt mir, manches gar nicht. Die gute Nachricht: Ich falle nicht noch mal. Allerdings friere ich. Die Entspannung am Ende, die ich sonst bei der Festlandvariante sehr mag, ist gegenüber der auf dem kalten, wankenden Floß mit dem Hinterkopf in einer Chlorpfütze kein schöner Abschluss.

Für mich ist klar: Nie wieder Floatfit Yoga!

Mag sein, dass absolute Yoga Profis hier in der Dysbalance des Floßes eine besondere Herausforderung finden. Vielleicht kann Floatfit Yoga in perfekter, ruhiger Atmosphäre und bei deutlich höherer Wasser- und Raumtemperatur Spaß machen. Vielleicht war ich auch ein bisschen naiv zu denken, dass Yoga in einer gut besuchten Schwimmhalle entspannend sein könnte. Auch zwischendurch mal ins Wasser zu fallen, gefällt mir deutlich weniger als den durchgestylten Models im Werbevideo. Ich bleibe dabei, mein Sport ist es nicht. Wenn ich Yoga üben will, gehe ich auf eine trockene Matte, wenn ich ins Wasser will, gehe ich Schwimmen und wenn ich mein Gleichgewicht trainieren möchte, dann macht mir Slacklining deutlich mehr Spaß.

© Charlotte Bruch

Über #BeatYesterday-Autorin Charlotte Bruch


Eigentlich arbeitet Charlotte beim Fernsehen, ist aber eine große Anhängerin der aktiven Freizeitgestaltung und freut sich, dass sie im #BeatYesterday Magazin ihre Erfahrungen beim Ausprobieren neuer Sportarten teilen kann. Essen ist aber wahrscheinlich ihre größte Leidenschaft. Sie kann ganze Sonntage in der Küche stehen und experimentieren. Wenn etwas Leckeres und Gesundes rauskommt, erzählt sie dir hier, wie es geht.

Veröffent­lichungsdatum: 17.09.2018
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