Vor einem Jahr ist es passiert. Der Engadin Skimarathon, 1969 mit ein paar Hundert Mutigen gestartet, war zur 50. Jubiläums-Auflage ausgebucht. 14.200 Starter, mehr kann das berühmte Hochtal unter dem Maloja-Pass in der Schweiz nicht verkraften.
Dieses Jahr, am 10. März, wird es wieder so sein. „Mehr würde auf Kosten der Qualität gehen, das kommt also nicht in Frage“, sagt Kasper Menduri, Geschäftsführer des ausrichtenden Vereins Engadin Skimarathon. Ein begrenztes Angebot erhöht natürlich auch den Reiz – das macht zum Beispiel auch den New York Marathon (50.000 Plätze, mehr als 100.000 Bewerbungen) begehrt.
Aber was ist dran an diesem Skirennen, dass inzwischen beinahe jeder Ausdauersportler auf Schnee einmal dabei sein möchte?
Der Engadin Skimarathon – die Tradition
„Die Landschaft und die lange Tradition des Rennens geben dem Skimarathon einfach eine einzigartige Bedeutung“, sagt der Profi-Langläufer und dreifache Engadiner-Sieger Dario Cologna.

Der Schweizer aus dem nahen Münstertal ist das Idol des Schweizer Langlauf-Booms, mit vier olympischen Goldmedaillen und etlichen Weltcup-Siegen der erfolgreichste Langläufer der letzten zehn Jahre.
„Ich genieße die Atmosphäre bei so einem Volkslauf“, sagt Cologna. „Im Weltcup laufen wir in einer kleinen Gruppe auf einem Rundkurs. Beim Engadiner läuft man mit 14.000 Langlaufbegeisterten 42 Kilometer durchs Engadin, das macht das Ganze sehr speziell.“
Der Engadin Skimarathon – die Distanz
42 Kilometer – die klassische Marathon-Distanz. Auf Langlauf-Ski ist die nicht ganz so Ehrfurcht einflößend wie zu Fuß auf der Straße. Mit einem ökonomischen Laufstil kommt man ganz gut durch, zumal die Strecke nicht so schwierig ist. „Ein Straßen-Marathon ohne seriöse Vorbereitung geht nicht. Auf Ski kommt man durch, ohne ein Superathlet zu sein“, sagt Menduri, Geschäftsführer des ausrichtenden Vereins Engadin Skimarathon. Die Siegerzeiten, stark abhängig von den Bedingungen, liegen meist um 1:30 Stunden, also eine halbe Stunde schneller als „zu Fuß“.

Der Engadin Skimarathon – der Schauplatz
Klangvolle Namen: Maloja, Sils Maria, Silvaplana, St. Moritz, Pontresina, Zuoz. Das Oberengadin ist Wiege und Herz des Wintersports, mondäne Kurorte und charmante Dörfer wechseln sich ab. Eine Besonderheit ist die „Oberengadiner Seenplatte“, 10 Kilometer der Strecke führen über den zugefrorenen Silvaplanersee und einige andere zugefrorene Wasseroberflächen. Das ist, wenn man nicht ganz vorne sein will, Dahingleiten in traumhafter Alpenkulisse.
Erfahre hier mehr über das Engadin als Sport- und Freizeit-Hot-Spot.
Der Engadin Skimarathon – das Nadelöhr
Fotografen stellen sich gern in den Stazerwald: Die steile Abfahrt bei Kilometer 20 garantiert immer Bilder von Volksläufern, die durcheinanderkugeln. Es ist deshalb der einzige Abschnitt, bei dem es seit einigen Jahren erlaubt ist, die Ski abzuschnallen und zu Fuß zu gehen.
Der Engadin Skimarathon – die Logistik
Die Begrenzung auf 14.200 Starter hat vor allem logistische Gründe: Alle müssen über eine einzige Straße mit Bussen zum hoch gelegenen Start gebracht werden. Die Läufer werden im ganzen Tal eingesammelt, Parkplätze gibt es oben für die Teilnehmer nicht. 37 LKW bringen danach die Überziehklamotten und Rucksäcke der Teilnehmer zum Ziel. Eine Besonderheit ist die Abreise: Die Schweizerische Bundesbahnen richten am Ziel in S-chanf eine temporäre Station ein.
Der Engadin Skimarathon – das Happening drum herum
Je stärker der Andrang für den Marathon, desto wichtiger wird das Rahmenprogramm. Eine Woche davor beginnt alles mit einem Frauenrennen über 17 Kilometer, es folgen ein Jugendsprint und als Höhepunkt ein Nachtlauf: mit Fackeln und Feuerschalen über die Seen.
Am Renntag selbst ist auch ein Halbmarathon möglich.

Der Engadin Skimarathon – die Rennserie
Der „Engadiner“ ist Teil einer „Worldloppet“-Serie von 20 Rennen auf fünf Kontinenten. Absolute Klassiker sind der Wasa-Lauf in Schweden und der Birkebeiner in Norwegen, beide mit mehr als 15.000 Teilnehmern und langer Geschichte. Auch Deutschland ist vertreten: der „König-Ludwig-Lauf“ führt mit etwa 4000 Teilnehmern über 50 Kilometer von Ettal nach Oberammergau.
Der Engadin Skimarathon – die Veteranen
Acht Männer und eine Frau, nämlich die 81 Jahre alte Francoise Stahel, werden am 10. März zum 50. Mal am Start stehen – das bedeutet, sie haben alle Läufe seit 1969 absolviert. Einer „fehlt“, weil im Jahr 1991 der Lauf abgesagt werden musste. Das ist 2019 nicht zu befürchten, frostige Temperaturen und Schneemengen deuten auf ideale Bedingungen hin.
Wer noch einen Beweis braucht, wie gesund Langlauf ist – die „Giubilers“ (schweizerdeutsch für Jubilare) im Engadin sind der Beweis.
Der Engadin Skimarathon – und der Langlauf-Boom
Geschäftsführer Kasper Menduri durchlief als Jugendlicher alle Leistungskader der Schweiz, hörte dann aber auf. Seine Beobachtung: „Vor 20 Jahren war Langlauf so uncool wie nur etwas. Heute gibt es kaum etwas Angesagteres.“ Langlauf ist der Fitness-Boomsport des Winters. Viele fahren im Sommer Mountainbike und schnallen im Winter die Langlauf-Ski an, beides in den Bergen und in freier Natur.

Der Engadin Skimarathon – die Vorbereitung
Die zehnfache Distanz sollte bis zum Skimarathon mindestens in den Beinen sein, also 420 Trainingskilometer. Und wer aus dem Flachland direkt zum Start in 1.820 Meter anreist, wird sich schlapper fühlen als sonst. Vier bis fünf Tage sind ideal, um den Körper an die Höhe anzupassen.
Mehr zu Sport in dünner Luft, erfährst du hier.
#BeatYesterday-Gewinnspiel „Egadin Skimarathon“:
Die Gewinner stehen fest
Wir gratulieren der Gewinnerfamilie Marie-Theres und Willi E. aus Schüpfheim zum Skimarathon-VIP-Paket und 2 Forerunnern 935 von Garmin. Die #BeatYesterday-Redaktion wünscht viel Spaß beim „Engadiner“ 2019!

Diskutiere über diesen Artikel und schreibe den ersten Kommentar:
Jetzt mitdiskutierenDiskutiere über diesen Artikel